Was bin ich?



Ich muss sagen ich habe nie bezweifelt eine Frau zu sein. Ich bin da biologisch eindeutig ausgestattet und auch meine DNA sagt weiblich.

Für mich wäre es damit eigentlich erledigt. Nun gibt es natürlich auch biologische Ausnahmen neben männlich und weiblich und das muss definitiv berücksichtigt werden.

Vor allem die chirugische Korrektur eines Geschlechts beim Kleinkind halte ich für schwierig. Man kann nicht wissen wie sich die Persönlichkeit des Kindes entwickelt und ob es sich mit dem gewählten Geschlecht identifizieren kann.

Auch aufgrund des Wachstums ist es oft mit einer Operation nicht getan.
Im Zweifel fände ich es also besser, das Kind Kind sein zu lassen und diese Entscheidung erst zu treffen, wenn der Körper ausgewachsen ist.

Nun gibt es aber auch jede Menge anderer Geschlechtsidentitäten, die vom biologischen Geschlecht unabhängig sind.
Das sind meiner Meinung nach Probleme, die die Gesellschaft selbst erschaffen hat.

Meine Persönlichkeit und mein Verhalten während meiner Kindheit und Jugend wurden gesellschaftlich immer dem männlichen Geschlecht nachgesagt.

Die Gesellschaft war der Meinung, ich würde mich nicht mädchen- oder fraugerecht verhalten.

Aber wer entscheidet das. Ich hab kein Problem mit meinen körperlichen Geschlechtsmerkmalen. Ich habe nur ein Problem mit Menschen, die mich entweder nicht ernst nehmen, weil ich eine Frau bin.

Oder mich aufgrund meines maskulinen (wer entscheidet was maskulin ist) Auftretens als Lesbe abstempeln (was nicht schlimm wäre, würde es stimmen).

Ich habe ein Problem damit, dass man nach wie vor Menschen in Rollenbilder steckt, die zu ihrem biologischen Geschlecht passen.

Ich bin auch eine Frau, wenn ich mich nicht schminke, lieber Hosen trage und lieber handwerklich arbeite.

Ich bin deshalb kein transgender oder ähnliches. Ich bin einfach ich, ein weibliches Individuum, dass in keine Schublade passt.

Würden wir das Schubladendenken punkto Geschlechter endlich mal aufgeben, dann würden viel weniger Menschen ihre geschlechtliche Identität suchen nur weil sie nicht in die Form passen, die die Gesellschaft für sie vorsieht.

Das ist wie mit den Zuordnung zu homosexuell, bisexuell oder heterosexuell.

Ich bezeichne mich dann immer gerne als pansexuell um die Leute zu irritieren.

Einfach weil ich meine Sexualpartner nicht nach dem Geschlecht oder dem Aussehen wähle sondern nach dem Gefühl.

Aber für aussenstehende werde ich wohl in die Schublade heterosexuell gesteckt, weil ich nur mit einem Mann bisher zusammen war und bin und vermutlich niemals in die Situation komme, soviele Partner gehabt zu haben, dass man keine besondere Vorliebe ausmachen kann.

Das ich meinen Mann liebe und treu bin, heißt aber nicht automatisch, dass mich nur Männer seines Typs interessieren.

Wir müssen aufhören für alles eine Kategorie festlegen zu wollen und einfach nur sein wer wir sind und lieben wen wir lieben.
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