Wieso können wir nicht einfach normal sein?



Vielleicht bin ich einfach anders, als die meisten Menschen oder aber ich bin normal und die abnormalen schreien einfach lauter im Internet und Co.

Ich kann einfach nicht verstehen warum man immer wieder Menschen über einen Kamm scheren muss.

Warum kann man nicht einfach einsehen, dass nicht alle Asylanten böse sind sondern Individuen, die man genauso einzeln betrachten muss wie die Menschen um uns herum.

Ich hab da vorhin auf Twitter ein Beispiel gesehen.

Rechts: " wir müssen alle Juden und Ausländer töten."
Links: " Nein"

Journalist:" okay nun kennen wir die Standpunkte, lasst uns einen Kompromiss finden."

Anstatt sich über die eigentliche Aussage dieses Beispiels Gedanken zu machen, beschweren sich die einen, dass die Rechten schlecht weg kommen, die anderen, dass die Linken immer als moralische Instanz da stehen und die 3. darüber dass es Journalisten schlecht darstellt.

Aber was steckt wirklich hinter diesem "Gleichnis"? Es geht doch in Wirklichkeit darum, dass hier keine Standpunkte dargelegt werden und daher auch kein Kompromiss gefunden werden kann, sondern darum, dass es an Gewissen Punkten einer Diskussion keinen Kompromiss mehr gibt, sondern nur noch ein richtig oder falsch.

Es wäre falsch alle Ausländer oder Juden zu töten.
Das Gleichnis ist eine Anspielung zur aktuellen Diskussion um die Seenotrettung von Flüchtlingen.

Es ist falsch Menschen bewusst ertrinken zu lassen. Es war auch falsch von diesen Menschen dieses Risiko einzugehen, trotzdem ist es ethisch nicht vertretbar keine Hilfe zu leisten.

Selbst wenn jemand am Dach steht und springen will, sind wir moralisch verpflichtet es zu verhindern.

Menschen aus den verschiedensten Teilen Afrikas sind bereit ihr Leben zu riskieren, weil ihr Leben in den eigenen Augen in der Heimat keinen Wert mehr hat, vielleicht sogar weil man in der Heimat nicht mehr überleben kann, sei es nun aus kriegerischen oder wirtschaftlichen Gründen.

Wirtschaftliche Gründe heißt nicht, man kommt für einen besseren Job nach Europa, man kommt weil man nicht verhungern will.

Aber der Europäer kann sich das nicht vorstellen, denn in Europa geht es uns selbst unter den denkbar schlechtesten Umständen noch gut genug um nicht zu verhungern.

Menschen sind auch in Europa obdachlos, aber es gib jede Menge karitative Einrichtungen, die sich um Obdachlose kümmern.

Dass man nicht jedem Menschen ein Bett und ein Dach über dem Kopf bieten kann, heißt noch nicht, dass man sich nicht kümmert.

Aber es gibt leider Länder, da verhungern Menschen tatsächlich und es sind keine Einzelfälle, es sind Massen, denen es so ergeht. Daher ist es absolut nachvollziehbar, dass man die Sicherheit eines Sozialstaates wie Deutschland oder Österreich ansteuert. Weil man weiß, dass man hier überleben kann.

Ich bin aufgewachsen in einer finanziellen Situation, die man als prekär ansehen kann. Aber ich musste nie hungern. Die Miete wurde bezahlt und Essen kam vom Discounter genauso wie Kleidung.

Man sah uns die Armut daher zwar an, aber wir mussten nie darunter leiden.
Es war halt schwer aber nicht unmöglich.
Und selbst wenn alle Stricke gerissen wären, hätte es Quartiere für Familien gegeben, die obdachlos sind (meine Tante lebte mit ihren Kindern in einem solchen Quartier für eine Weile).

Die größte Angst meiner Mutter, war also in so ein Quartier ziehen zu müssen oder gar, dass ihre Kinder entzogen um vom Staat großgezogen werden.

Aber wir wären selbst dann versorgt gewesen. Es hätte uns nie so schlecht gehen können, wie den Menschen, die sich auf ein Schlauchboot setzen und hoffen, dass man sie aus dem Meer rettet obwohl schon zigtausende bei diesem Versuch umgekommen sind.

Und man sollte sich fragen, haben wir wirklich das Recht, denen die helfen wollen, die Rettung dieser Menschen zu verbieten, nur wenn wir lieber auf Paragraphen rumreiten und aus ein paar schwarzen Schafen eine Herde Wölfe herbeidichten.

Es gibt viele gute Menschen unter den Flüchtenden, die es nicht verdient haben, wegen ein paar Paragraphen zu ertrinken.

Bitte lasst sie nicht wegen der paar schwarzen Schafe kollektiv leiden. Sonst sind wir wirklich nicht besser als unsere Vorfahren, die zugesehen haben wie Millionen getötet wurden anstatt sich vereint gegen einen falschen Führer zu stellen.
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