Mirella und Richi auf grosser Tour mit dem VW-Bus in Südamerika.

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Argentinien Brasilien Chile Bolivien Peru

Fr 5.Jan. Flug Zürich - Madrid - Buenos Aires

Nachdem wir alles gepackt haben fahren wir getrennt nach Zürich zum Flughafen, Mirella von Visp, und Richi von Schwyz aus. Nachdem wir uns beim Geldwechseln noch über die Grossbank mit den drei Buchstaben geärgert haben, steigen wir ins Flugzeug nach Madrid. Mit etwas Verspätung gehts los. Dafür müssen wir auf den Anschlussflug im Jumbo nach Buenos Aires weniger lange warten.

Sa 6.Jan. Ankunft Buenos Aires

Alles Gepäck ist heil angekommen, Bravo Iberia. Bei der Ankunft erwartet uns schon Carlos, unser Chauffeur der uns zum Hostel bringt. Die Fahrt dauert ca eine halbe Stunde. Das Hostel Aires de Olivos ist in Olivos, einem ruhigen Vorort nordwestlich vom Zentrum, und sieht aus wie ein normales Einfamilienhaus.
Frisch geduscht wollen wir die Stadt etwas ansehen. Nachdem wir drei blocks zur Avenida gegangen sind, geht's mit dem Bus Richtung Zentrum. Die Avenida erscheint endlos, und es reht sich ein Geschäft ans andere. Die Fahrt bis zum Place San Martin soll ca 75 Minuten dauern, leider schauten wir beim Einsteigen nicht auf die Uhr, aus keinem Lautsprecher tönt der Name der nächsten Station, und die Schilder können wir aus dem Bus nicht lesen. Irgendwann erhärtet sich der Verdacht, dass wir am Zentrum bereits vorbei sind, und bald darauf ist Endstation. Gelandet sind wir in Boca, wo Maradona aufgewachsen ist. Wir schauen uns die Touristenattraktion Caminito an, und kehren dann mit der gleichen Buslinie zum Zentrum zurück. Der Busfahrer scheint taubstumm zu sein, dafür sind die Mitfahrer um so netter. Mirella fragt jemanden, wo die Plaza San Martin sei. Als er merkt, dass wir die Erklärung nicht verstanden haben, sagt er, er werde es uns sagen. Als wir wieder bei den Hochhäusern sind, wollen wir aussteigen, doch inzwischen wissen immer mehr Leute im Bus wo wir hin wollen, und sagen, dass wir weiterzufahren sollen. Als wir schlisslich da sind, gibt uns das der ganze Bus mit einem Lächeln zu verstehen... Wirklich nett diese Argentinier, und das sogar in einer Stadt mit 37 Millionen Einwohnern. Zurück zum Hostel fahren wir mit dem Zug. Da weiss man dank grosser Schilder immer wo man ist, und es dauert auch nur 25 Minuten, dafür hat es auch einige Bettler. Dank GPS finden wir dann auch zurück zum Hostel in den Strassen, die alle gleich aussehen.

Caminito in Boca

Caminito in Boca

Plaza San Martin

Mirella nach Hause telefonieren...

Wahrzeichen in der Mitte der Prachtstrasse des ...
Google Maps : Hostel Ayres de Olivos Retiro

So 7.Jan. Fliegen bei Parapente La Sierra

Am Sonntag sind hier die meisten Geschäfte geschlossen, dafür sind wie bei uns die Gleitschirmpiloten aktiv. Also fahren wir zum Importeur von Mac Para, der eine kleine Flugschule betreibt. Die Estancia ist ca 80km ausserhalb, wo uns unser Chauffeur Carlos hinbringt. Zuerst hat es zu viel Wind, also warten alle und sprechen, wir mühen uns mit unseren Spanisch Brocken ab. Am Nachmittag wird dann die Seilwinde in Position gebracht, und ich bin ganz gespannt auf meinen ersten Windenstart. Geht alles absolut unproblematisch, einfach immer schön auf die Winde zu... Thermik findet heute leider niemand, so sind die Flüge alle sehr kurz. Zurück können wir mit einem Piloten fahren, der nur gerade mal 10 Blocks von unserem Hostel entfernt wohnt.

Mirella und Richi

Seil anhängen...

... und los gehts...

... am Seil nach oben.

Mo 8.Jan. Fluss, Grimaldi Räpresentant und Downtown

Als erstes gingen wir heute zum Fluss gleich hier vom Hotel aus. Dabei gingen wir durch schöne Quartiere und sahen schöne Häuser. Nachdem wir eine Weile dem Fluss entlang spazierten, plagte uns der Durst, und mit dem Zug fuhren wir ins Zentrum. Da besuchten wir als erstes den Räpresentanten von Grimaldi, der Reederei mit der unser VW-Bus unterwegs ist. Das Schiff wird für den 17. Januar erwartet. Anschliessend wanderten wir durch die Shopping Strassen im Zentrum...

Hus in der Nähe des Flusses

Aussicht vom Fluss aus

Minderjährige Strassenmusikanten

Di 9.Jan. Shopping in Olivos und San Isidro

Eigentlich wollten wir heute zum Luna Park im Delta, aber zuerst wollten wir mal ins Internet. So klapperten wir alle Internetcafes in der Region ab, auf der Suche nach einem wo man das Notebook anhängen kann. Die Frauen sagten zuerst Ja, aber als dann der Chef des Hauses kam, ging das jeweils nicht. Warum, haben wir nicht verstanden. Zwischendurch hatte es auch ein paar Läden wo wir Sachen kaufen konnten die wir noch brauchten. Am Nachmittag fuhren wir mit dem Bus nach San Isidro, wo es ein grosses schönes Shopping Center haben soll. Dieses haben wir nicht gesehen, aber viele kleine Läden an der Hauptstrasse. Am Abend kühlten wir uns dann mit den neuen Badehosen zum ersten mal im Pool des Hostels.

Mi 10.Jan. Fahrt nach Carlos Casares

Mit Eduardo konnten wir nach Carlos Casares fahren zum FAI2 Wettkampf ab der Winde. Ich war gespannt wie das funktioniert. Da die Wahrscheinlichkeit mit der Winde Thermik zu finden im Durchschnitt 50 % beträgt, kann man immer wieder starten, bis zum Ende des Startfensters. Hier werden Abrollwinden verwendet, weil damit weniger Zug auf dem Schirm ist, und dieser somit weniger belastet wird, und ausserdem durchfliegt man eine weitere Strecke, und somit steigt die Wahrscheinlichkeit Thermik zu finden. Es wurde ein Task über 70km mit Rückenwind ausgeschrieben. Ich startete zwei mal, fand aber keine Thermik. Die weitesten kamen ca 25km.
Am Abend gab es ein richtiges typisches argentinisches Asado. Obwohl Argentinien bekannt ist für das beste Fleisch, sah so manches etwas merkwürdig aus. Für den Tipp einer Englischlehrerin, den Dick- und Dünndarm zu kosten waren wir sehr dankbar. Na ja, trotzdem folgten wir dem Ratschlag gerade deshalb nicht;-) Vom Wettkampf her war ein Massenlager organisiert, wir zogen aber ein Hotel einem Raum mit 20 Leuten vor. Das Hotel war aber nicht gerade ein Volltreffer, dass es etwas dreckig und stinkig war wäre ja noch gegangen, aber als Mirella die Flöhe sah, war nicht mehr gut. Um 2 Uhr morgens wollte sie das Hotel verlassen, schlussendlich mummten uns nach einer kleinen Diskussion in unseren Seidenschlafsäcken ein so gut es ging. Am nächsten Morgen sammelten wir sämtliche Spanischkenntnisse und Mirella reklamierte bei der Hotelchefin. Immerhin bezahlten wir für ihre Stiche nur CHF 5.-- pro Person.

Briefing

Magus von einem Dust Devil davongewindet

Startplatz

Start am Seil

Asado

Schutzschlafsack gegen Flöhe

Google Maps : Carlos Casares

Do 11.Jan. Carlos Casares

Die Wolken sahen heute gut aus, und ich erwischte auch beim ersten Versuch einen Schlauch, mit dem ich zur Basis auf knapp 600 Meter hochkam. Der Start ist auf ca 75 Meter über Meer. Die Pampa ist flach so weit man sieht. Nach kurzem fand ich keine Thermik mehr, und landete nach 8.5 km neben zwei anderen Piloten. Mirella war bei den Einheimischen gut aufgenommen, da diese Ausländer herzlich willkommen heissen. Die haben hier auch weniger J....  Am Abend konnten wir zu Angelica und Gerardo und ihren Kindern, wo wir die nächsten Tage übernachten dürfen. Die Herzlichkeit dieser Familie beeindruckte uns sehr, können wir doch 3 Nächte unentgeltlich übernachten und frühstücken.
Am Abend gab es Pasta in einem speziellen Pasta Restaurant und Angelica, die Englischlehrerin sorgt für gute und glücklicherweise verständliche Unterhaltung.

Am Startplatz

Mirellas neues Auto

Carlos Casares aus der Luft

Flach so weit man sehen kann

Start Carlos del Rio mit dem Boom Sport

Fr 12.Jan. Carlos Casares

Heute sollte nach dem Wetterbericht der Supertag sein. Zuerst hatte es noch recht viel Wind, aber mit der Zeit legte er sich. Als wir starteten hatte es noch ca 20-30km/h Wind genau rechtwinklig zur Strasse, auf der wir starteten. Dass das ziehmlich ungünstig ist, kann man sich denken, es kamen aber alle gut in die Luft. Gestartet wird hier einfach auf einer geraden Hauptstrasse, die nicht mal abgesperrt wird. Die Seile haben nur zum Teil Fallschirmchen dran, die anderen knallen einfach runter, wenn man sich ausklinkt. Nur hoffen, dass niemand darunter steht... Heute habe ich wieder praktisch keine Thermik gefunden, und landete nach ca 5.5km. Nach etwas warten haben mich die Rückholer gefunden, und brachten mich zurück zur Startstrasse. Da hörte ich dann, dass die Thermik überall plötzlich zu Ende war, die meisten Piloten landeten zur gleichen Zeit. Die Frühstarter konnten bis dahin ca 50km machen.
Später hatte ich Lust auf ein paar Manöver, und konnte den Eden 3 von Hector ausleihen. In den SAT brachte ich ihn nicht, aber dafür gab es schön hohe asymmetrische Spiralen. Mirella schaute am Startplatz mit Einheimischen zu.
Am Abend Machte Mirella eine Rösti für Gerado, die Söhne Mauro und Nacho (Ignacio) und uns, da Angelica in die Ferien fuhr. Leider sah diese schlussendlich wie Kartoffelstock aus und hatte mit Rösti nichts gemein. Dies war wohl wie ein Landesverrat an die Schweiz (Kommentar von Mirella). Als das Gericht um 23 Uhr fertig war, wollten Nacho und Gerardo zuerst noch einen Film holen. Dies ein kleines Beispiel für die Essenszeiten in Argentinien.

Windlinien in den Feldern

Kurz nach dem Start

Kurz vor dem ausklinken

Sa 13.Jan. Schwimmbad in Carlos Casares

Da Mirella das Warten an der Startstrasse langsam aber sicher heiss und langweilig fand, habe ich versprochen heute mit ihr schwimmen zu gehen. Am Morgen konnten wir bei Gerardo wireless aus Internet und nach Hause Skypen, nach dem Mittag gings dann ins Schwimmbad. Zuerst dachten wir, wir hätten das Spanisch nicht verstanden, als man uns sagte, das Wasser sei salzig, aber das war es wirklich. Bevor wir ins Schwimmbad konnten, mussten wir noch einen kleinen Gesundheitscheck machen, dabei wurden die Haare nach Flöhen, die Füsse nach Fusspilz und der Mund nach Mund und Klauenseuche untersucht. Bei uns nahmen sie es nicht so genau, die Suizos werden schon sauber sein, was man uns mit einem Schulterklopfen zu verstehen gab... Im Bad verging die Zeit so schnell, und nachher wollten wir zurück laufen, wussten nicht wohin und irrten eine Weile in der Stadt herum. Ein Camionchauffeur nahm uns dann eine kurze Strecke mit und wir fragten uns, ob dieses Gefährt wohl schon zu unser Grossvaterszeiten gefahren ist. Aber dies erstaunt uns nicht mehr, nachdem wir nicht nur eine vierköpfige Familie auf kleinen Mofas vorbeidüsen gesehen haben. Ohne Helm, versteht sich... Die Herzlichkeit der Argentinier imponiert uns sehr und wir nehmen uns vor, unsere Spanischkenntnisse etwas zu intensivieren. Ansonsten spricht Mirella viel auf Englisch und Richi darf dann übersetzen. So wie die Karten momentan stehen wird Richi wohl sehr red- und Mirella schweigsam.
Den ganzen Tag hatte es starken Wind, so dass die anderen erst am Abend fliegen gehen konnten. Zu meinem Glück gab es heute keinen Task.
Am Abend war die Rangverkündung bei einem Asado. Ich wurde neunter. Es wurde ein lustiger Abend, in dem ein Argentinier in Begleitung von Musik gesungen hat und die Einheimischen in der Mitte tanzten. Morgen gibt es einen letzten Task, der dann nur noch für die FAI Punkte zählt.
Die ofizielle Seite des Veranstalters :  www.parafly.com.ar

Mirella

Damian und Eduardo beim tanzen

Rangverkündigung

So 14.Jan. 50km in Carlos Casares

Heute spürte ich die Thermik ganz deutlich als ich am Seil geschleppt wurde, und da ich schon genügend Höhe hatte klinkte ich gleich unter Zug aus. Der Schlauch brachte mich schon auf 550 Meter, und der zweite gleich daneben auf 1400 Meter über Meer. Das war für mich auch in etwa die Obergrenze der Blauthermik. Von da hatte man eine herrliche Aussicht, und so weit ich sehen konnte war es immer noch flach, nicht ein Anzeichen von einem Hügel. Ich startete relativ spät, so hatte ich vor mir ein paar gute Thermikanzeiger, denen ich folgen konnte. Jetzt konnte ich die Vorteile meines Magus so richtig ausspielen, und flog von einem Pulk zum nächsten. Mit dem Spitzenpulk war ich dann eine Weile unterwegs bis ich den Druck auf der Blase nicht mehr aushalten konnte. Da schaltete ich einen Gang schneller, und drehte nicht mer wie bisher jeden 0.5er Piepser aus, sondern drehte nur noch bei 2 oder mehr. Nach 51km konnte ich dann endlich die Blase leeren. Der Spitzenpulk, mit dem ich eine Weile unterwegs war, kam noch ca 10km weiter, aber das Goal bei 68km erreichte niemand. Die Rückholaktion dauerte dann eine Weile. Bei meinem Landeplatz direkt bei der Hauptstrasse hatte ich keinen Handy-Empfang, und die ofizielle Rückholfrequenz kann ich bei meinem Funkgerät nicht einstellen, da dieses sich kürzlich resettet hat, und ich nicht weiss, wie man den Frequenzbereich wieder öffnet. Nach einer Weile sah ich dann einen anderen Piloten in der Nähe landen... Bis wir dann wieder in Buenos Aires waren wurde es sehr sehr spät... Mit dem heutigen Flug konnte ich mich auf den fünften Rang der Gesamtrangliste verbessern.
Mirella wartete mit den einheimischen Frauen und war recht herzlich aufgenommen.

Tandem am Start

Richi am Start

Richi beim Start

Marianna mit ihrem neuen Envy

Gerardo mit dem Motorschirm

Hoch über dem Flachland

Debriefing

Quien necesita una Montaña?

Damian beim Start

Abschied von Gerardo und den Kindern

Mo 15.Jan. Unicenter in Olivos

Schon viele Leute sagten uns, dass es in Olivos in der Nähe unseres Hostels ein grosses Einkaufscenter habe, wo man günstig einkaufen könne. Dass es so riesengross ist hätten wir allerdings nicht gedacht. Neben dem riesigen Supermarkt hatte es auch noch hunderte kleiner Läden wo man ewig flanieren kann. Für uns ist es immer interessant die Preise mit denen in der Schweiz zu vergleichen. Das meiste ist ca halb so teuer, aber Elektronik oder Sonnenbrillen können sogar teurer als bei uns sein. Was auch teurer als bei uns ist sind Gebrauchtwagen. Beim Hinweg sahen wir bei der Strasse einen alten Jeep stehen der zum verkaufen angeschrieben war. Aus reiner Neugier schauten wir uns den etwas genauer an. Mit dem Zustand würden in der Schweiz höchstens ein paar Hundert drinliegen, aber der war für umgerechnet CHF 7000 angeschrieben. Am Abend fuhren wir dann zu Hector und Gabriela, bei denen wir die nächsten Tage bleiben können bis unser Büssli kommt.

Di 16.Jan. Delta

Schon letzte Woche wollten wir mal zum Delta, aber da ist uns immer etwas dazwischengekommen. Heute gingen wir nun hin. Etwas spät zwar, aber es hat sich auf jeden Fall gelohnt. Nach dem Mittagessen machten wir zuerst eine Tour mit einem Boot durch den gut erschlossenen Teil des Deltas, wo wir zuhauf wunderschöne Ferienhäuser sahen, die hauptsächlich den Portenos, den Einwohnern von Buenos Aires gehören. Nachdem mich Richi überreden wollte, eine Kajaktour auf dem Fluss, der zugegebenermassen ziemlich ruhig ist, zu machen, wollte ich mich erst vor Platz entscheiden. Schon fast auf den Vorschlag eingegangen hat sich herausgestellt, dass es glücklicherweise ein kleines Missverständnis war, da es um einen Katamaran ging, ein also etwas grösseres Schiff. Tja, Glück gehabt;-) Der Fluss teilte sich in alle Richtungen und es waren wundervolle Anblicke wie hinter den fast tropisch wirkenden Bäume und Pflanzen die schönsten Häuschen hervorragten. Na ja, ob es trotzdem nötig ist, jede 5 Meter einen Privat-Steg zu entrichten bleibe dahingestellt. Und als wir ein prächtiges altes weisses Haus erblickten, das hinter einem Glashaus geschützt war, konnten wir uns ein Schmunzeln nicht mehr verkneifen.
Heute hatten wir keinen Fotoapparat dabei. Die Qualität der Bilder unserer Handys lässt etwas zu wünschen übrig.

Schönes Ferienhaus

Schönes Ferienhaus

Ausgediehnter Kahn

Schönes Ferienhaus

Schönes Ferienhaus

Mi 17.Jan. Ankunft Büssli

Heute soll das Büssli ankommen... Der grosse Tag, so hofften wir. Einen Tag zuvor erhielten wir einen Brief vom Grimaldi Vertreter in Buenos Aires, auf dem Stand, dass wir unter anderem ein Original vom Bill of Loading brauchen. Wir haben von unserem Agenten in der Schweiz aber nur ein PDF per eMail erhalten. Nach telefonischer Rücksprache erklärte uns dieser, dass er ein Express Bill of Loading gemacht hat, das elektronisch übermittelt wurde. Er sagte auch dass er die Bestätigung von Hamburg habe, dass die Ladung auf meinen Namen freigegeben wurde. Guten Mutes gingen wir somit zum Grimaldi Vertreter in der Innenstadt. Dort wusste man nichts von dem Express Bill of Loading, und bestand auf einem Original. Also ruf ich erneut beim Agenten in der Schweiz an, und dieser versprach nochmal alle Hebel in Bewegung zu setzen. Als wir am Nachmittag wieder in der Innenstadt aufkreuzten, schien das mit den eMails geklappt zu haben, und man stellte uns ein neues Original vom Bill of Loading aus. Erst später bemerkten wir, dass das meiste des eMailverkehrs erst statt fand, nachdem wir das Bill of Loading erhalten haben, und dass das neue Original am 04.01.2007 ausgestellt wurde. Was soll man dazu sagen... Südamerikanische Zuverlässigkeit? Man erklärte uns, dass wir nun mit all den Papieren zum Terminal 1-2 die Hafengebühren bezahlen, und dann zum Zoll müssen. Das Büssli würden wir aber vermutlich erst Morgen früh erhalten. Da man uns sagte, der Zoll schliesse um 16 Uhr, nahmen wir ein Taxi, das uns aber zum Terminal 3 brachte. Also liefen wir den Kilometer zurück zum Terminal 1-2, warteten eine halbe Stunde in der Schlange, nur um zu erfahren, dass wir zuerst zum Zoll müssen. Also wieder einen Kilometer in der Hitze zum Zoll, der beim Terminal 3 ist. Nach einer halben Stunde warten kamen wir ins Büro eines schleimigen und überhaupt nicht motivierten Zollbeamten. Nach der Durchsicht aller Papiere sagte dieser er bräuchte das Original des Fahrzeugausweises, nicht nur eine Kopie. Das Original war im Büssli, und es interessierte ihn nicht im geringsten, wie wir das da herausbekommen, er sagte nur er brauche das Original, und wollte vermutlich Feierabend machen. Da wir dachten, das Büssli sei im Terminal 1-2 machten wir uns wieder auf den Weg dorthin, warteten eine Stunde, um zu erfahren, dass es gleich hinter dem Zoll im Terminal 3 ist, woher wir gerade geeilt kamen. Der Beamte kam Mirellas Bitte nach, auf einen Zettel zu schreiben, dass wir die Dokumente aus dem Büssli brauchen, und daneben einen Stempel und Unterschrift zu machen.
Erschöpft und frustriert machten wir uns auf den Heimweg, in der Hoffnung morgen früh mit dem Bus Richtung Peninsula Valdes losfahren zu können.

Mit so einem Schiff war unser Büssli unterwegs

Do 18.Jan. Spiessroutenlauf am Hafen zweiter Tag

Glücklicherweise kam uns heute Mariana, eine Gleitschirmpilotin die wir in Carlos Casares kennenlernten zu Hilfe. Sie konnte für uns übersetzen, doch auch sie verstand manchmal die Welt nicht mehr bei diesem Beamtenspanisch. Zuerst gingen wir also mit dem Zettel zum Zoll. Nach gut 1.5 Stunden Warten meinte man, mit dieser handgeschriebenen Bestätigung, dass unser Fahrausweis aus dem Bussji herausgeholt werden muss, könnten sie nichts anfangen, wir müssten beim Terminal 1-2 ein Formular Nummer blabla holen. Nach einem Kilometer laufen und einer Halbstunde Warten stellte man uns dieses Formular aus. Mit diesem gingen wir wieder zurück zum Terminal 3 wo man uns sagte, dass man uns mit Sandalen nicht in den Hafen lassen könne. Also gingen wir zum Hauptbahnhof Retiro, wo Mariana 2 Paar Gautcho - Stoff - Schuhe für je CHF 2.50 kaufte. Damit ausgestattet konnten wir in den Hafen zum Büssli, den Fahrzeugausweis und gleich auch die Versicherungsdokumente holen. Zurück beim Zoll sahen wir den Beamten endlich mal ein bisschen arbeiten. Ein paar Kopien, ein paar Stempel, ein paar Unterschriften. Dann zum nächsten Zollbeamten, ein paar weitere Unterschriften. So, nun zum Terminal 1-2 die Hafengebühren bezahlen. Hier erhielten wir zwei neue Zettel. Mit dem ersten sollen wir Morgen früh zum Terminal 3, mit dem Büssli zum Zoll, diesen verifizieren, dann den Hafen verlassen, und beim Terminal 1-2 unser Büssli in Empfang nehmen, das in der Zwischenzeit im Hafen vom Terminal 3 zum Terminal 1-2 gefahren würde???

Vielen Dank Marianna für die grosse Hilfe

Fr 19.Jan. Büssli endlich erhalten - nach einem halben Nervenzusammenbruch

Mit dem ersten Zettel kam ich in die Nähe vom Büssli, wo ein Beamter meinte, da fehle noch irgendein Zettel. Als ich das Problem nicht verstand, ging es dann doch, und ich konnte mit dem Büssli zum Hafentor fahren, von wo ich wieder zu Fuss zum Terminal musste. Der schickte mich zum Zoll. Da fehlte wieder ein Formular, also wieder zum Terminal. Mit dem Formular zum Zoll, und mit ein paar Stempel und Unterschriften wieder zum Terminal. Etwas merkwürdig war es schon wie oft man uns fragte, ob denn die Nummernschilder dran wären. Zuerst bestätigten wir das immer schön mit ja, da wir das Büssli in Hamburg mit den Nummernschildern abgeliefert haben, und der Schweizer Agent sagte, eventuell würde er die Schilder demontieren, und im Innern versorgen. Als wir dann wieder beim Büssli waren, sahen wir dass die Nummernschilder weg waren, und auch im Innern konnten wir sie nirgens finden. Wir fragten einen Sicherheitsmann ob wir so bis zum Haus eines Freundes fahren könnten, da wir die Schilder irgendwo im Innern vermuteten. Mit seimen Ok konnten wir den Hafen verlassen, und ich wunderte mich, dass wir die Versicherungsdokumente bisher nicht zeigen mussten.
Direkt vor dem Hafentor wartete ein Polizist schon auf uns, und fragte wo denn die Nummernschilder wären. Wir sagten, die müssten irgendwo im Innern sein, und fingen erneut mit suchen an, was bei dem vollbepackten Bussji und der zunehmenden Hitze nicht gerade eine Leichtigkeit war.. Jetzt musste ich zum ersten mal den Versicherungsnachweis zeigen, und auch die restlichen Dokumente waren in Ordnung, nur dass die Nummer fehlte. Die leise Bemerkung "100 Dollars" des Polizisten überhörte ich lieber, da ich ja gar nicht wusste, dass er die Schilder hat. Da kam der ältere Mann, der die letzten Tage immer wenn wir Probleme hatten mit irgendwelchen Ratschlägen kam, und meinte wir sollten doch dem Polizisten 300 Pesos geben. Als nächstes kam der Genfer, den wir auch gestern schon gesehen hatten, und meinte, ohne Nummernschilder könnten wir wirklich unmöglich herumfahren, wir sollen doch ein Stück Blech weiss anmalen, und unsere Nummer draufschreiben. Wir haben zudem erfahren, dass auch sein Nummernschild wie dasjenige eines anderen Schweizers verschwunden war.Völlig verzweifelt riefen wir ein paar Leute an, ob das jemand für uns machen könnte, wir wollten das Büssli nicht einfach vor dem Hafen stehen lassen, wo es jeder aufbrechen kann. Als Mirella noch schnell etwas aus dem Büssli nehmen wollte, lagen die Nummernschilder einfach frei auf dem Bett, wo wir vorher schon fünfmal geschaut haben. Schnell Nummern montiert, und weit weg von diesem Theater....
Je mehr wir über die letzte Tage nachdenken um so mehr haben wir den Eindruck dass das Ganze nur Schikane ist, die man jeweils mit Schmiergeldern erleichtern könnte. Trotzdem sind wir froh, es ohne zu schmieren geschafft zu haben. Manchmal half es auch die Beamten zu fotografieren, und etwas von Periodico (Zeitung) zu schwafeln.
Bei Hector  konnten wir dann die Wassertanks füllen, und die Dachbox auf dem Dach montieren. Danach fuhren wir los richtung Süden.

Wenig motivierter Zollbeamter

Der alte Mann war immer zur Stelle wenn's Probleme gab

Der Polizist wartete schon auf uns...

On the road again...

Sa 20.Jan. Kilometerfressen richtung Süden

Nachdem wir die letzte Nacht in der Nähe von Azul auf einer Raststätte neben Lastwägen verbrachten, fuhren wir weiter Richtung Süden. Unser Ziel ist die Halbinsel Valdes, wo Seelöwen, Seehunde und Seeelefanten zu besichten sind und während ein paar Monaten Wale. Momentan können wir auf Orcas hoffen. Welch ein Traum es wäre, diese schwarz-weissen freundlichen Wale zu sehen... Zudem möchten wir danach etwas südlicher Pinguine in der freien Natur betrachten.  Etwas südlich von Bahia Blanca, dem Beginn Patagoniens, fuhren wir durch ein Gewitter, ich nehme an eine Kaltfront, habe aber die letzten Tage keinen Wetterbericht gesehen. Da unser Büssli auf dem Schiff etwas Staub angesetzt hat, kommt das Gewitter gerade recht für eine richtige Wäsche... In den Abendstunden durften wir die ersten zwei Lamas vom Strassenrand zurückhuschen sehen.

Sonnenuntergang

So 21.Jan. Fahrt nach Valdes

Die Nacht verbrachten wir wieder bei einer Tankstelle mit Camions in San Antonio Oeste. Am Morgen beginnen wir nach einem ratlosen Viertelstündchen und einem tiefen Seufzer Richi's unsere Fahrt, da ich es leider geschafft habe, am Vorabend den Schlüssel aus dem Lenkradschloss so zu entnehmen, dass wir es kaum schafften, dieses heute wieder vom Lenkrad zu entfernen. Tankstellen sind ein sicherer Schlafplatz, über die heutigen Sanitäranlagen schweigen wir hier mit der Bemerkung, dass wir zum Duschen ein paar Kilometer weiter fuhren. Die Strasse bewegt sich durch endlose Sträucher und Gräser, dem typischen Landschaftsbild der Pampa. Viele Sümpfe sind ausgetrocknet und hinterlassen einen etwas trostlosen Eindruck. Als wir endlich ein paar kleine Hügel zu Gesicht bekommen, passt das gerade zur Mundart-Musik, die wir gerade hören. Wir schauen uns kurz die Stadt Puerto Madryn an, die sich etwa 100 km vor Valdes befindet und besuchen nach etlichen erfolglosen Wireless-Suchaktionen vor den Häusern am Strand ein Internet-Café. Auf der Weiterreise nach Valdes sehen wir wilde Schafe und ein Guanako, verwandt mit den Lamas. Nach dem Eintreffen im herzigen Dörfchen Puerto Piramides, und einem Grinsen auf die ZH-Nummernschilder unserer Campingnachbarn, freuen wir uns auf die kleine Rundreise auf der Halbinsel und auf hoffentlich viele Begegnungen mit den wilden Tieren.

(Sch)lange Strasse

Gewitterregen

Mo 22.Jan. Seeelefanten und Pinguine

Nachdem wir uns mit Gabi und Guido, dem Zürcher-Pärchen in unserem Bussji unterhalten haben, machen wir uns auf, die populäre Halbinsel Valdés, über 1000 km südlich von Buenos Aires zu erkunden. Zuerst schauten wir uns jedoch den Strand unseres Übernachtugnsortes Punto Piramides an und Richi traute sich sogar in das eiskalte aber glasklare Wasser. Von den vielen Seeelefanten und Pinguinen war jedoch noch keine Spur zu sehen, also machten wir uns auf, die Gegend zu erkunden mit der Vorfreude, das erste Mal frei zu campieren. Zuerst gingen wir nach Punta Delgada. Der Weg dorthin zeigte uns auf Anhieb, dass wir bei unserem Vorhaben etwas mehr Zeit einkalkulieren müssen, als vorerst angenommen. Wir fuhren mit 60 km/h, manchmal sogar nur 20 km/h, um unser Bussji nicht wie einen einzigen Blechhaufen wahrnehmen zu müssen. Die Rillen auf den Strassen waren gleichmässig und wir fragten uns, wofür die wohl gedacht sind, da keine "Gomeria", Pneuhandlung von Schaden Nutzen machen könnte.. In Punta Delgada liefen wir zum Aussichtspunkt und sahen auch schon viele Seeelefanten, die sich am Strand sonnten. Später erfuhren wir, dass sich Seeelefanten wie ein Wurm fortbewegen, also auf zwei Flossen und grau oder weiss sind. Wir schauten den gemütlichen Wesen eine Weile zu, machten uns jedoch aufgrund des starken Patagonienwindes bald auf unsere Weiterreise. Wie auch schon auf unserer Reise von Buenos Aires nach Peninsula Valdés fuhren wir wieder etliche Kilometer in der Pampa ohne ein Häuschen und natürlich auch ohne eine Tankstelle zu sehen. Ab und zu konnten wir ein paar Guanakos, die mit Lamas verwandt sind, zu Gesicht bekommen und auch wilde glänzende Pferde, Kühe und Schafe gaben der Insel ein wunderschönes Ambiente. Nach etlichen Kilometern auf gerillten Strassen und auf fast gegrillten Gesässen kamen wir in Punta Valdés an. Dieser Aussichtspunkt ist bekannt für seine Pinguine und wir wurden nicht enttäuscht. Auf dem Sandhügel, der hinunter zum Strand führt, sahen wir Pinguine in Scharen, wobei viele Junge darunter waren, die zwar schon fast ausgewachsen waren, sich jedoch durch ihren Flaum verrieten.Ein solches Junges beobachteten wir amüsant, als es einen erwachsenen Pinguin fragte, ob es den Flaum von seinem Hals wegzupfen konnte, da dieser für das Junge selbst wohl schwer erreichbar ist. Mit wilden Gesten und "Geplapper" konnten wir diesen lustigen schwarz-weissen Wesen zuschauen und mussten so manches Mal lachen. Manchmal hatte man fast das Gefühl, diese Sprache zu verstehen. Einige flitzten nochmals  ins glasklare Wasser und wir konnten ihre Schwimmkünste bewundern, die entgegen der eher tollpatschigen Fortbewegung an Land sehr flink aussah. Für die Übernachtung sorgen die vielen Löcher, die sie sich ausgegraben haben. Hier gefiel es uns und wir entschieden, hier zu übernachten. Weit und breit keine Menschenseele, nur wir, unser Bussji und Hunderte Pinguine, von denen manche nur etwa 5 Meter entfernt waren. Wir kochten das erste Mal seit der Ankunft unseres Bussjis selber und trotz dem spärlichen Platz hat es uns Spass gemacht. Nachdem auch die letzten Touristen den Ort verlassen haben, schauten wir noch ein bisschen diesem einmaligen Naturschauspiel zu und irgendwie erinnerte mich der zunehmende melancholische Klang an den Beschrieb der Portenos, der Einwohner von Buenos Aires, die manchmal auch mit melancholischen Blicken über den Fluss Richtung Europa schweifen, woher sie eigentlich stammen. Beim Einbruch des Gewitters waren wir froh, nun nicht in einem Zelt übernachten zu müssen.

Richi im kalten Meer

Staubwolke hinter uns

Rillen in der Fahrbahn

Seelefanten

Seelefanten

schöne Landschaft

Pinguinhöle

Flausch abknabbern

Pinguine beim Gutenachtgeschichtlein

Grossaufnahme

Schafe

Büssli in der Pampa

Abdruck der Holzkugeln

Wildi Ross

Di 23.Jan. Pinguine und Seelöwen

Die Pinguine waren vor uns wach und sie waren nicht zu überhören. Das Aufstehen fiel uns sehr einfach und schon liefen wir hinüber und genossen den Anblick nochmals bevor die anderen Touristen eintrafen. Mit einem Schmunzeln auf den Lippen und wunderschönen Bildern in unseren Erinnerungen, machren wir uns nach Punta Norte, dem letzten Aussichtspunkt auf. Nach etlichen Kilometern auf äusserst holprigen Strassen stiegen wir an unserem nächsten Ziel aus, wo es Seeelöwen zu sehen gab. Wie immer wurden wir auf Schritt und Tritt vom Patagonien-Wind begleitet. Das Bild, das sich unseren Augen bot, war wiederum fantastisch und wir schauten den Seelöwen zu, die im Vergleich zu den Seeelefanten viel beweglicher sind, da sie sich auf allen vieren fortzubewegen vermögen. Die Männlein schätzen ein riesengrosses Harem, das sofort ersichtlich war und um diese Weibchen befanden sich die Jungen, die noch schwarz sind und laut Auskunft der Expertin zwischen 2 Minuten und 2 Wochen alt waren. Ausserdem waren sie von weit her zu hören und wir konnten sehen, wie sich Männchen miteinander unterhielten. Wohl über die hundertste Errungenschaft und dessen Trächtigkeit?? Meine Frage nach Walen konnten sie mit einem verneinen beantworten, da sie genau einen Tag früher 12 Wale an dieser Stelle gesichtet  haben und sie dann Richtung Süden (woher wir gerade herkamen) unterwegs waren. Mein Traum, einen Orka, einen Wal oder Delphine zu sehen, bleibt hiermit wohl bis aufs erste unerfüllt, da die Chance auf dieser Insel am höchsten gewesen wäre. Aber uns beiden haben die Pinguine am besten gefallen und mit all diesen schönen Eindrücken begaben wir uns auf unseren Ausgangspunkt, Punta Piramides, wo wir noch eine kleine Pause machten und unsere Weiterreise angingen. Wir waren froh, wieder auf geteerten Strassen zu fahren, obwohl aus meiner Sichtweise die Landstrasse endlich auch mal die argentinischen Fahrer zu bändigen vermochte und ich darüber nicht ganz so traurig war;-) Nach etlichen Stunden Fahrt und einem erleichterten Zugriff auf unseren Reservekanister gefüllt mit Benzin, kamen wir in Las Grutas an. Richi's Rücken glich durch die hölzrigen Sitzüberzüge schon fast einem Tigermuster. Bevor wir dort auf einem Parkplatz übernachtet haben, schauten wir mit Erstaunen in den Himmel. Wir haben zwar gewusst, dass dort ein Komet sichtbar ist, aber wie schön dieser Blick in den Himmel war und wie immens dies aussah, hätten wir uns niemals vorgestellt. Als ob ein Stern ein grosses Stück vom Himmel gefallen wäre und das Leuchten hinter sich hergezogen und so belassen hat, sah dieser Komet aus. Nicht etwa aus weiter Ferne, sondern auf einen Blick sichtbar und riesengross. Die anderen Sterne, die daneben um die Wette leuchteten, verblassten zweifellos bei diesem Anblick. Leider blieben unsere Versuche, diesen Moment mit Fotos festzuhalten erfolglos. Aber wie man so schön sagt, leben die Bilder in der Erinnerung.

Reproductiõn

Seelöwen

Seelöwen

Puerto Piramide

Google Maps : Puerto Piramides Las Grutas

Mi 24.Jan. Las Grutas - Monte Hermosa

Zuerst schauten wir uns etwas um. Las Grutas ist ein kleines hübsches Feriendorf, mit vielen kleinen Shops und gepflegten Cafes. Von Hector erhielten wir den Tipp dass man in Las Grutas fliegen kann. Zwischen dem Dorf und dem Meer hatte es auf der ganzen Länge eine kleine Klippe von 10 bis 20 Metern Höhe, daran sollte man also soaren können. Einen einigermassen geeigneten Startplatz hatten wir auch schnell gefunden. Der Wind war noch etwas schwach, daher nahm ich den Tandem für mich selbst. Nach einer Weile Groundhandling wagte ich es dann über die Klippe, und die ersten paar Meter konnte ich auch schön soaren, aber mit der ersten Kurve war ich schon zu tief, und musste unten am Strand landen. Wieder oben machte ich weiter mit dem Groundhandling, und hoffte auf stärkeren Wind. Aber statdessen änderte dieser die Richtung, und kam immer mehr parallel. Die Zuschauer strömten in Scharen herbei, und warteten darauf, dass ich losfliege. Ich gab aber die Hoffnung auf besseren Wind bald auf, und wir fuhren über San Antonio Oeste, Carmen de Patagones und Bahia Blanca nach Monte Hermoso. Dort übernachteten wir im Camping Las Dunas, welcher einem Deutschen gehört, der in Jugoslavien aufgewachsen ist, und seit über 50 Jahren in Argentinien wohnt.

Übernachtung in Las Grutas am Meer

Do 25.Jan. Monte Hermosa - Mar Pequenia

Obwohl man uns sagte, dass hier der einzige Ort auf der Erde sei (Inseln ausgeschlossen) wo die Sonne im Meer auf- und untergeht, fuhren wir nach einem kurzen Spaziergang am Strand weiter. Nachdem ich vor uns auf der Strasse Heu und Dreck aufwirbeln sah, fuhren wir mit 100km/h mitten durch einen Dust Devil. Hui hat das gerüttelt, den Schrei von Mirella habe ich jetzt noch im Ohr... Über Tres Arroyos fuhren wir nach Mar del Plata. Dies ist ein bekannter Ferienort, wo von Buenos Aires auch direkt eine Autobahn hinführt. Wenn der Wind stimmt soll man hier auch soaren können. Wir dachten uns dass wir in Mar del Plata einen Tag bleiben würden, falls es uns gefällt. Dies tat es aber nicht. Es war eine grosse Stadt mit Casinos, vielen Leuten, viel Verkehr, und nummerierten Liegestühlen vor den Hotels am Strand. Wir fuhren einmal durch, und weiter auf der Suche nach einem etwas kleineren Dörfchen. Als ich am Stadtrand noch einen Teil einer Wassermelone kaufte, sagte mir der Verkäufer, erst kürzlich sei auch ein Schweizer hier gewesen, der habe ihn gefragt, wo man Kokain kaufen könne. Ich hoffe, wir haben sein Bild von den Schweizern wieder ein wenig geradegerückt. Sta Clara del Mar war schon etwas besser, aber da war gerade Jahrmarkt. In Mar Pequenia blieben wir schlussendlich.

Der Strand von Monte Hermosa

Mar del Plata

Ciao Mar del Plata

Google Maps : Monte Hermoso Mar Chiquita

Fr 26.Jan. Mar Pequenia - Villa Gesell - Faro San Antonio

Auf der Fahrt weiter Richtung Nordosten sahen wir einen Unfall zwischen einem Kleinwagen und einem Geldtransporter. Der Kleinwagen sah gar nicht so schlimm aus, nur der Motor lag im Strassengraben und gab Rauchzeichen von sich. Der Geldtransporter war ziehmlich zerlegt. Das Chassis mit dem Lenkrad und den Sitzen schin noch intakt zu sein, aber die dicken Panzerplatten der Aussenhaut lagen einzeln auf der Strasse.
Wir fuhren zuerst nach Villa Gesell, wo wir im Meer etwas badeten, und ein Internetcafe aufsuchten. Villa Gesell gefiel uns sehr gut, es ist zwar auch voll auf Tourismus ausgerichtet, hat aber trotzdem einen schönen Charakter behalten, und einen viel schöneren Strand als Mar del Plata. Trotzdem fuhren wir nach einer Weile weiter, damit wir Morgen weniger weit nach Buenos Aires fahren müssen, wollen wir noch etwas weiter nordwärts. So landeten wir in San Clemente del Tuyú, wo wir eigentlich in der Nähe des Leuchtturmes übernachten wollten. Dieser markiert das Ende des Rio de la Plata, lag aber in einem kleinen Park mit warmen Quellen. Wenn die Öffnungszeiten etwas besser gepasst hätten, wären wir auch etwas baden gegangen, so suchten wir uns einen anderen Übernachtungsplatz beim Bootsclub in der Nähe.

Sa 27.Jan. San Clemente del Tuyú - Buenos Aires

Die Strasse entlang dem Naturpark Costero del Sur war nicht ganz so gut, wie wir uns das gewohnt sind, so mussten wir unsere Geschwindigkeit etwas reduzieren. Über la Plata fuhren wir nach Buenos Aires, wo wir über die grosse Autobahnbrücke den Südteil des Hafens schön anschauen konnten. Über die Avenida 9 de Julio, die breiteste Strasse der Welt gings auf das Zentrum zu. Als wir beim Hafen am Terminal 3 vorbeifuhren konnten wir es uns nicht verkneifen, den Polizisten den Stinkfinger zu zeigen. Den Weg zum Haus von Hector und Gabriella kannten wir bereits, und diesmal fanden wir es sogar ohne Umweg. Am Abend kam noch ein befreundetes Paar mit den Kindern zu Besuch, und es gab grillierte Würste und gutes Fleisch. Wieder ein geselliger Abend mehr mit der Familie Zoia, die uns in der Zwischenzeit recht ans Herz gewachsen ist.

Familie Zoia and Friends

So 28.Jan. La Sierra Paragliding

Eigentlich hatten wir vor, heute nach Jeronimo Norte zu den Wallissern zu fahren, aber Hektor sagte, dass er Gleitschirmfliegen geht, und dass Plomer eigentlich fast auf unserem Weg liegt. Da ich schon fast Entzugserscheinungen hatte, legten wir bei der Gleitschirmschule noch einen Zwischenstop ein. Ich hatte wieder mal Lust mit dem Tandem zu fliegen, aber Mirella sind die Seilwinden noch nicht richtig geheuer. So fragte ich, ob sonst jemand mitfliegen möchte. Der Fluglehrer hatte mir gleich zwei Passagiere: ein junges Paar aus Buenos Aires, das aber in der Nähe eine Farm hat, und daher schon oft die Gleitschirme am Himmel gesehen hat. Vor dem Flug wussten beide noch nicht so recht auf was sie sich da einlassen, aber in der Luft stellte sich bald heraus, dass sie das volle Programm mit schönen asymmetrischen Spiralen wollten. Zum Abschluss durfte ich noch schnell mit Mariannas nagelneuem Envy fliegen. Mirella genoss den Nachmittag mit Gabriella und den einheimischen Frauen. Am Abend offerierte ein Flugschüler, der heute seinen ersten Flug hatte, einen Apero für alle Anwesenden. Danach verabschiedeten wir uns von Gabriella, Hector und ihrer Familie und fuhren los Richtung Santa Fe. Hector werden wir Ende März bei der argentinischen Meisterschaft in Fomatina wieder treffen. Kurz nach Zarate waren wir jedoch bereits müde und übernachteten bei einer Tankstelle.

Stinkfaul

Google Maps : Parapente la Sierra

Mo 29.Jan. San Jeronimo del Norte

Nachdem wir die etlichen Kilometer von Zarate nach San Jeronimo del Norte gefahren waren, freuten wir uns, dort endlich anzukommen. Das Dorf präsentierte sich schon bei der Einfahrt als Schweizerkolonie und wir waren gespannt, ob wir noch jemanden treffen, der Walliserdeutsch spricht. Als wir um 4 Uhr Nachmittags beim Gemeindebüro vorbeischauten, um Herrn Hosennen, der aus Törbel ausgewandert war, ausfindig zu machen, ahnten wir noch nicht, wie lustig dieser Nachmittag werden sollte. Zuerst holte die Dame aus dem Gemeindebüro Cornelia Williner, eine Jahrgängerin von uns herbei, die im Mai aus Brig nach Jeronimo del Norte ausgewandert war. Die Übersetzung war somit garantiert und - die Welt ist wirklich klein - wir kamen uns sogar irgendwie bekannt vor. Danach traf der Gemeindepräsident Raoul Julier ein und schon sassen wir in seinem Büro. Wir staunten nicht schlecht, als er uns den Dictionnaire Walliserditsch-Spanisch zum Durchblättern gab, der Gerardo Eggel in Zusammenarbeit mit Alois Grichting bald offiziell herausgeben wird. Er organisierte das Kommen des Präsidenten des Schweizer-Klubs, Roque Oggier, der uns zu den verschiedenen Wallisern führen sollte. Beide sprachen leider kein Walliserdeutsch, stammten jedoch wie die 70 % dieses 6000-Seelen-Dorfes aus dem Oberwallis.
Nie hätten wir gedacht, dass sich der Präsident des Schweizer-Klubs die Zeit nehmen würde, mit uns durch die Strassen zu fahren und uns etlichen Leuten bekannt zu machen, die das Walliserdeutsch noch beherrschen. Öfters wurden wir sogar in die Wohnung gebeten. Die Freude war gross, als diese ältere Generation, Besuch aus der Schweiz bekam und das Walliserditsch sprudelte nur so heraus. Früher, so erzählte man uns, habe man bis zur Einschulung Walliserdeutsch gesprochen, die spanische Sprache habe man erst in der Schule erlernt. Schade nur, dass die Jüngsten über 50 Jahre alt sind, die unseren Dialekt noch einigermassen sprechen können. Es wurde uns erzählt, dass im Jahre 1858 5 Familien nach Jeronimo del Norte kamen, da das Land im Oberwallis für alle knapp wurde und diesen Leuten von der eigenen Familie nahegelegt wurde, es in Argentinien zu versuchen. Herr Hosennen, den wir ausfindig machen wollten, ist bereits vor Jahren gestorben, es war jedoch bekannt, dass ihn starkes Heimweh plagte und er immer wieder weinte, sobald das Wort auf sein geliebtes Wallis fiel.
3 Monate dauerte damals die Fahrt über den Atlantik und die Sprache blieb über 3 Generationen erhalten. So erzählte uns zum Beispiel ein älterer Mann, dass seine Grossmutter es nicht gern gesehen hätte, wenn er angefangen habe, mit seinem Bruder Spanisch zu sprechen. Sie habe gefuchtelt, dass sie nicht wie die Braunen, die Indianer, sprechen sollten. Leider hätten ihnen die Eltern nie etwas über die Schweiz erzählt und der Kontakt zur Heimat blieb über Jahrzehnte eingestellt. Seitdem eine Gruppe von 40 Wallisern 1991 erstmals in die Heimat ihrer Vorfahren reisten, hat sich die Beziehung zwischen San Jernomino del Norte und dem Wallisern wieder sehr intensiviert. Viele bedauerten sehr, dass die Jungen nur noch Hochdeutsch sprechen und dass sie die ehemalige Muttersprache nicht mehr beherrschen. Sie freuten sich jedoch, zu hören, dass der Dialekt im Oberwallis aufrecht erhalten wurde. Viele hiessen Imwinkelried, Blatter, Zenclussen (eine kleine Abänderung;-) Walker, Zurbriggen, Oggier, Perren usw. Am Abend nachdem wir in der Sportarena auf ein Bier mit Snacks eingeladen waren, trafen wir noch Abel Mehring, einen lustigen Mann und gleichzeitig der jüngste, der noch Walliserdeutsch spricht. Mit einem breiten Grinsen erklärte er uns, "iähr Jungini chämet jetz in mis Hüs, mine Schwiegervater oder seit mu Schwager redut nu richtig güät Walliserditsch". Er und sein Schwiegervater Avelino Imwinkelried erzählten uns, dass sie gerne ins Wallis reisen würden, jedoch seie das Geld ein Problem und ausserdem hätten sie ziemlich Angst vor dem Luftschiff;-) Tja, das urchige Walliserdeutsch unserer Vorfahren kam hier viel stärker zum Vorschein als in den meisten Regionen im Wallis. Der über 80-jährige Avelino Imwinkelried gab dann ein zwei Lieder auf seiner Handorgel zum Besten und alle waren sich einig, dass wir doch nicht schon am nächsten Tag aus diesem schönen Ort abreisen dürften. Wir waren herzlich auf die Party vom nächsten Abend eingeladen. Das Zusammensein dauerte bis kurz vor 11 Uhr abends und dies nach einer kurzen Frage im Gemeindebüro ohne Voranmeldung... Beeindruckt von dieser Herzlichkeit und Gastfreundlichkeit schliefen wir in unserem Bussji vor dem Schweizer-Klub, den wir ebenfalls benutzen durften.

Bei Familie Eggel

Den Namen kennt man auch bei uns

Google Maps : San Jeronimo del Norte

Di 30.Jan. San Jeronimo del Norte

Roque Oggier kam wie versprochen um 9 Uhr zu unserem Übernachtungsplatz und wie es aussah, hatte er den gesamten Tag für uns reserviert. Zuerst besuchten wir das ortseigene Museum mit vielen Andenken an die Schweiz. Die Ausstellung von Kleidern, Handwerksgeräten, Schreibmaschinen, Bügeleisen und Nähmaschinen waren sorgfältig in mehreren Zimmern und im Garten aufbewahrt. Anschliessend hatte Roque Oggier eine Überraschung für uns bereit: Wir düsten mit seinem kleinen Motorboot den Fluss entlang und konnten so die wunderschöne Landschaft mit hohen Gräsern und den Kühen inmitten von Sumpfgebieten bestaunen. Diese kleine Spritztour hat uns extrem Spass gemacht! Danach besuchten wir mit ihm und Lucindo Imwinkelried ein Restaurant mit Fischspezialitäten. Es wurden uns mehrere Gänge mit Fischspezialitäten präsentiert, die sehr lecker geschmeckt haben. Leider hatten wir absolut keine Chance die Rechnung zu begleichen und wurden ein weiteres Mal eingeladen.
Da ich nach Einheimischen namens Lorenz gefragt hatte, fuhren uns die zwei Herren noch ein Dorf weiter nach Franck. Dort trafen wir uns mit zwei Vettern, deren Namen  mütterlicher- bzw. väterlicherseits Lorenz  war. Ich erklärte ihnen, dass sie aus Törbel stammen müssen und staunte, als einer der beiden mit einem typischen Lori-Gebiss lachte. Umso mehr musste er lachen, als er nochmals für's Foto, aber bitte mit offenem Mund herhalten, sollte.
Danach trafen wir einen Bauern auf seinem Hof, der uns seine Maschinen erklärte. Bei ca. 140 Kühen käme es auf eine mehr oder weniger nicht drauf an, erklärte er uns mit einem Lachen. Wie alle bisherigen war auch er froh, sein Walliserditsch wieder einmal zu gebrauchen.
Da unser Interesse an Wohnmobilen durch unser Bussji, oder "Füährwärk" offensichtlich war, durften wir eine Firma besuchen, die die Innenräume von Bussen nach Wunsch als Wohnmobile ausbaut. Nun hatten wir eine Ahnung wie die Innenausstattung dieser riesigen, Busse, die uns schon öfters begegnet sind, aussehen. Abends waren wir zur Party eingeladen, die in Roquers Haus für den Pfarrer gehalten wurde. Es war ein lustiger und geselliger Abend und mit Stolz wurde uns die Schweizermusik präsentiert. Es ist bewundernswert, wie gut sich diese während all der Jahre fern der Heimat erhalten hat. Ganz ehrlich konnten wir bestätigen, dass sich diese kaum von unserer unterscheidet. Etwas enttäuscht war Abel Mehring als er erfuhr, dass sie bei uns nicht mehr bei jedem Fest gespielt wird. Wir staunten nicht schlecht, als uns Roque eine aktuelle Ausgabe des Walliser Boten zeigte, den der Schweizerclub abonniert hat. Viele Gespräche bestätigten uns, wie sehr diese Leute sich für die Kultur ihrer einstig ausgewanderten Vorfahren interessierten. Mehrmals sagte man uns, dass sie zwar Argentinier seien, in ihren Adern jedoch Schweizerblut fliesse und ihr Herz für die Schweiz schlagen würde. Am Ende des Abends überreichte uns Roquer eine rührende Einladung für den August 2008, an dem die 150-Jahr-Feier stattfindet. Es werden viele Schweizer erwartet und wir wurden gebeten, ebenfalls daran teilzunehmen. Die Vorbereitungen laufen bereits jetzt und man erkannte, wie sehr sie sich über jeden Schweizer freuen, der für dieses Fest anreisen wird.

Kleider im Museum

Rennauto

Wallissertracht

Bootsfahrt

Kuh

Kühe

Roque beim Benzin nachfüllen

Party mit Wallissermusik

Party mit Wallissermusik

Party mit Wallissermusik

Fleisch und Bier so viel man wollte

zwei Spassvögel: Lucindo Imwinkelried und Kollege Zeiter

Mi 31.Jan. San Jeronimo del Norte - Paso de los Libres

Abel Mehring und sein Schwiegervater Avelino Imwinkelried tauchten bereits früh am Morgen auf, um sich zu verabschieden und noch ein Foto von uns allen zu machen. Avelino Imwinkelried sagte uns, dass es wohl nicht mehr lange dauern werde, bis niemand mehr einwandfrei Walliserditsch spreche. Mit Wehmut aber auch mit Stolz wussten wir die Erfahrung zu schätzen, all diese Leute kennengelernt zu haben.
Während unsere Gasflasche aufgefüllt wurde, fuhr uns Roque zu Hans Albrecht, der noch sehr gut Walliserdeutsch sprach. Er war bereits zweimal ins Wallis gereist und die Küche seines kleinen Ferienhäuschens zeigte wie sämtliche bisher besuchte Wohnungen, wie sehr er sich mit den Wallisern verbunden fühlt. Kalender, Bilder, Bieruntersätze, eine Glocke und sogar ein Walliserkleber auf dem Kühlschrank stellten dies eindeutig unter Beweis. Er erzählte uns, dass  er bei seiner Reise ins Wallis Leute mit einer grossen Ähnlichkeit getroffen habe, wobei er kurz darauf feststellte, dass es sich um Verwandte handelt. Stolz zeigte er uns eine Aufnahme-Kassette, die ihm das Radio Rottu als Andenken an sein Gastgespräch geschenkt hatte. Nachem uns Roque einmal mehr von einem Ausflug zurückgefahren hat, bedankten wir uns für seine Grosszügigkeit und all die Zeit, die er sich genommen hatte, uns San Jernomino del Norte zu zeigen. Wiederum bekräftigte er, wie sehr sie sich über Besuch aus der Schweiz freuen und wir fragten uns, ob sie sich für alle Besucher so viel Zeit nehmen können. Diese Tage werden uns immer in Erinnerung bleiben und wir wünschen uns für all diese Leute, dass wenn auch nicht die Sprache, so zumindest die Herzlichkeit ihren Weg von Generation zu Generation schafft.
Auf der Fahrt Richtung Norden stoppten wir in Federal, um aufs Internet zu gehen. Später stoppte uns eine Polizeikontrolle, die den Feuerlöscher und die zwei Pannendreiecke sehen wollte, welche in Argentinien obligatorisch sind. Nachdem uns die Polizisten im Dictionnaire die Wörter für Feuerlöscher und Pannendreiecke zeigten, konnten wir alles bis auf das zweite Pannendreieck vorweisen. Für das fehlende zweite Pannendreieck gab es eine Busse über deren Betrag von 59 Peso jedoch nicht fix zu sein schien. Da wir ihnen glaubhaft machen konnten, nur 30 Peso dabei zu haben, bezahlten wir schlussendlich noch 27 Peso.
 

Erstes Abschiedskomitee, Abel Mehring und Schwiegervater Avelino Imwinkelried

Hans Albrecht

Kühlschrank mit Walliserwappen

Abschied von Jeronimo

Do 1.Feb. Oberá - Eldorado

Kurz vor Apostoles war die Strasse nicht so gut. Teilweise fehlte der Asphalt ganz, manchmal nur teilweise. In Oberá sagte uns Roque, habe es eine Schweizerkolonie. Also legten wir da einen Stop ein. Als wir vor dem Supermarkt parkten, kam schon einer und fing an auf Schweizerdeutsch zu reden. Alex Weber lebte während 8 Jahren in Örlikon und erklärte uns, dass in Oberá mindestens 500 Personen leben, die auch schon für längere Zeit in der Schweiz waren. Er gab uns den Tipp, dass wir auf einer Strasse mit 30 zusätzlichen Kilometern viel Urwald zu sehen bekommen. Auf dieser Strasse gab es wieder einmal eine Polizeikontrolle, die die Nase auch in unsere Taschen stecken wollten. Besonders Freude hatten sie an meinem GPS. Meinen Satz "existen mejores" (es gibt bessere) wiederholten sie und lachten dabei. Noch viel mehr lachten sie wahrscheinlich über diesen Satz, als sie uns etwa 50 Kilometer weiter von unserem halbstündigen Ausflug auf eine Naturstrasse zurückkommen sahen.

Fr 2.Feb. Iguazu

Als erstes wollten wir unseren Seitenspiegel reparieren, welcher sich während dem Fahren dauernd verstellt. In der VW Garage schickte man uns in eine andere Werkstatt. Ich wunderte mich noch, dass er auf dem Zettel mit der Wegbeschreibung das Logo und die Telefonnummer seiner Garage sorgfältig abtrennte. In der anderen Garage war der Chef zuerst nicht recht interessiert, und meinte solche Sachen mache er nicht. Erst als ich ihm sagte, dass man mir in der VW Garage sagte, dass er das könne, legte er mit vollem Eifer los, und löste das Problem mit Freude. Danach fuhren wir los Richtung Iguazu. In Puerto Iguazu fragten wir, wo es hier zum Wasserfall geht. Der Junge schickte uns geradeaus über die Brasilianische Grenze, dabei wäre die Argentinische Seite eigentlich genauso sehenswert. Der Grenzübertritt war einfacher als erwartet. Wir mussten nur Pass und Fahrzeugausweis zeigen, und schon waren wir durch. Was wir am Nachmittag zu sehen bekamen, lässt sich schwer in Worte fassen. Der Wasserfall ist wirklich wunderschön. Die Fälle sind 3 km breit und fallen in 3 Stufen bis zu 70 m in die Tiefe, was auch mit einer wahnsinnigen Lautstärke zu hören ist. Nachdem wir dieses absolute Naturphenomen bewundert hatten, entschlossen wir uns für eine geführte Motorboot-Spritztour, die uns über den Fluss vor dem Wasserfall hinüber bis zur argentinischen Seite und zurück brachte. Vor dem Einsteigen vergewisserten wir uns, dass das Boot zwei Motoren hatte. Während der Fahrt staunten wir, wie nahe der Kapitan an die immensen Wasserfälle ranfuhr. Sein Alter und das erfahrene Matrosengesicht liess unsere Bedenken jedoch rasch wieder schwinden. Während der Fahrt zwischen den kleinen Inseln bekamen wir eine atemberaubende tropische Pflanzen- und Tierwelt zu sehen, wie auch den Turkan mit seinem grossen orangen Schnabel, der sehr typisch für die Region ist. Heute machte uns die Hitze besonders zu schaffen. Kaum blieben wir stehen lief uns der Schweiss überall nur so runter. Nur schon der kleinste Windstoss war eine Erlösung. Als wir beim Steg auf halber Höhe des Wasserfalls so nahe rangehen konnten bis zur feuchten Gischt, waren wir von da fast nicht mehr wegzukriegen. Die Souvenierläden schauten wir nur an, weil es da Klimaanlagen hatte. Als wir zurück beim Büssli waren hatte dies im Schatten eine Innentemperatur von über 45°C.

Iguazu

Iguazu

Iguazu

Iguazu

Iguazu

Iguazu

Erfrischung für die Leute im Boot

Iguazu

Iguazu

Der Kapitan mit Deutschen Grosseltern

Mit dem Boot oberhalb des Wasserfalls

Sa 3.Feb. Fahrt auf der teuren Strasse

Heute fuhren wir von Medianeira in der Nähe der Wasserfälle bis kurz vor Curitiba. Wir wussten leider nicht im Voraus, dass es auf dieser Strasse an die 10 Zahlstellen gab, wobei man bei jeder zirka 6 Reais zu entrichten hatte. Die Strasse war in sehr gutem Zustand und bei jeder Zahlstelle warteten Abschleppwagen, Sanitäter und Polizisten darauf, etwas tun zu müssen. Das ist zwar schön zu wissen, uns wäre dieser Komfort  jedoch nicht soviel Wert gewesen. Am Abend kochten wir neben einer Zahlstelle und übernachteten daneben, da mit all dieser Sicherheit bestimmt auch für einen sicheren Schlafplatz gesorgt ist. Nicht vorausgeahnte Gesellschaft während unserer Mahlzeit leisteten uns wirklich fette Kakerlaken, die freundlicherweise keinen Besuch in unserem Bussji abstatteten. Da müsste jemand schon ein grosses Tierherz haben, um diesen ekelhaften glänzenden Geschöpfen von ihrem unzertrümmerlichen Panzer zurück auf die Beine helfen zu wollen.

Unsere Nachbarn in der Nacht

So 4.Feb. Bodysurfen am Traumstrand

Von Curitiba fuhren wir südlich Richtung Florianapolis. In der Nähe von Joinville besuchten wir eine Churasceria (Fleisch-Restaurant) und bedienten uns am leckeren und reichhaltigen Buffet. Für das Buffet mit Salat, Fleisch, Beilagen und Dessert und Getränk bezahlten wir zusammen 24 Reais (etwa 16 Fanken). Der Kellner schaute immer wieder interessiert zu unserem Bussji und fragte uns schlussendlich, ob er dieses einmal anschauen dürfe. Es stellte sich heraus, dass er auch Gleitschirm fliegt und demnächst einen Freund in der Schweiz besucht.
Auf der Weiterfahrt entdeckten wir in der Nähe von Itajai einen wunderschönen Strand, an dem wir den Nachmittag verbrachten. Der Sand fiel nicht ganz so flach wie üblich ins Meer ab, so dass die Wellen sehr nahe am Ufer brachen. Die Jungs mit den Surfbrettern sahen bald ein, dass es sich nicht lohnte. Aber zum Bodysurfen war es gerade richtig.Nachdem Mirella bei den ersten Versuchen etwas Wasser schluckte und ein paar Mal ein Bauchpeeling erhielt, fing es auch an ihr zu gefallen. Mirella: Bei Richi's Gelächter konnte ich meine Versuche leider nicht unbemerkt vornehmen.
Bevor wir weiterfuhren, schauten wir uns die Gegend bei einem Spaziergang am Strand noch etwas genauer an. Am Abend fuhren wir noch bis Florianapolis auf die Insel Santa Catarina. Wir staunten über die gepflegte Gegend, die bestimmt ebenbürtig mit der Schweiz ist.

Schöner See unterwegs

Büssli am Strand

Aussicht beim Spaziergang
Google Maps : Churasceria Strand

Mo 5.Feb. Praia Mole bei Florianapolis

Nachdem wir auf der Insel die Lagune suchten, bei der man fliegen kann, kamen wir bei einem herrlich schönen Strand vorbei. Also packten wir Badetuch und Surfbrett, und gingen die paar Schritte zur Praia Mole. Ich merkte schnell, dass ich seit mindestens drei Jahren nicht mehr auf einem Surfbrett gestanden habe (ausser Windsurf). Ein paar Mal konnte ich schnell aufstehen, doch dann konnte ich das Gleichgewicht nicht halten, und bin immer sofort wieder ins Wasser gefallen. Das ging früher besser, aber ich habe ja noch etwas Zeit, um wieder ein bisschen in Übung zu kommen. Mirella probierte es auch einmal, aber auch ihr erging es nicht besser. Nach ein paar verzweifelten Schreien, sagte sie, dass sie das nie wieder versuchen werde.
Als wir das Gefühl hatten, langsam an den Schatten zu müssen um uns nicht zu verbrennen, holten wir die T-Shirts aus dem Büssli und erkundeten die Gegend. Ganz nahe war eine Surfschule mit einem Gleitschirm - Tandempiloten. Er erklärte uns schnell die 3 Startmöglichkeiten die für NW bis SW Wind geeignet sind. Da wir Nordwind hatten, warteten wir mit ihm eine Weile, und fuhren schliesslich zum Startplatz. Nach etwas mehr Warten war den lokalen Piloten der Wind noch zu stark, und wir gingen wieder runter.
Ein paar Kilometer weiter nördlich fanden wir einen Campingplatz in einem Naturschutzgebiet ganz nahe am Strand. Der Camping gehörte einer Scout Organisation, die auch ein Zentrum in Kandersteg haben soll. Ich war mir nicht sicher, ob es sich dabei um Pfadfinder handelt. Nach einem ausgedehnten Spaziergang am Strand kurz vor Sonnenuntergang fanden wir eine Pizzeria. Dass die Pizzas in Brasilien nicht sehr italienisch sind wusste ich schon vorher, aber gut und preiswert war sie trotzdem.

Startplatz Praia Mole

Praia Mole

Surfer bei Praia Mole

Campingplatz exklusiv für Polizisten

Abendspaziergang

Gruss in die kalte Schweiz

Surfer kurz vor Sonnenuntergang

Die alte Brücke nach Florianapolis

Google Maps : Scout Camping Praia Mole

Di 6.Feb. SOL Gleitschirmfabrik in Jaraguá do sul

Wir hatten uns auf 10-11 Uhr mit dem Tandempiloten verabredet, aber dass der Wind zu stark und wieder zu nördlich ist sahen wir auch selber. Da wir uns gestern trotz Vorsicht etwas an der Sonne verbrannten, und uns selber lange Hosen und Schatten verordneten, entschieden wir uns gleich weiterzufahren, obwohl es uns hier sehr gut gefiel. Wir können uns gut vorstellen, hier nochmal vorbeizuschauen, wenn wir wieder in den Süden fahren. In Jaragua do Sul angekommen suchten wir die Fabrik des Gleitschirmhersteller SOL. Ganz so einfach wie man uns sagte war es nicht, und erschwerend kam noch die Hitze hinzu, die kaum auszuhalten war. Ary empfing uns herzlich und zeigte uns seine Firma. Wie das Tuch geschnitten wird, konnte er uns nur erklären, weil das immer bei gleichem Klima gemacht wird, und heute auch für die Einheimischen sehr heisses Wetter ist. Dann konnten wir aber sehen, wie die Gleitschirme genäht und zusammengesetzt werden. Ary spricht gut deutsch, und seine Frau kommt aus Deutschland. Den Designer Andre, der ursprünglich aus der Schweiz kommt sahen wir nur kurz. Morgen können wir mit den SOL Jungs zum Startplatz hochfahren, denn hier werde fast jeden Tag getestet, sagte man uns.
Nach der Besichtigung fuhren wir zu einem Park mit einem kleinen See in der Nähe. Hier erhofften wir uns etwas Abkühlung, doch wir konnten uns kaum bewegen, bis endlich ein Gewitter loslegte.
Am Abend besuchten wir das Breithaupt Einkaufszentrum. Allgemein gibt es in der Gegend, welche ein Textilzentrum ist,  viele Auswanderer aus Deutschland. Wieder einmal mehr übernachteten wir in einer Tankstelle, die in Brasilien normalerweise gratis und nicht weniger sauber als Campingplätze sind.
Seit wir in Brasilien sind, werden wir immer wieder auf unser Büssli angesprochen. In Brasilien ist ja auch eine VW Fabrik, aber das gleiche Modell gibt es in Südamerika nicht. Manche fahren neben uns her, hupen, und fragen während dem Fahren, woher wir sind, und wie wir das Büssli mitgenommen haben. Auch wenn wir eigentlich kein Wort Portugiesisch können wird einfach geplappert, bis wir ein Wort verstehen. Wir geben dann auf Spanisch Antwort, und schon kommt die Nächste Frage, die wir dann beim dritten Anlauf verstehen.

Hier werden die Gleitschirme zusammengenäht

Hier werden Notschirme zusammengesetzt

Richi und Ary (Chef von SOL)

Parque Malwee

Parque Malwee

Google Maps : Jaragua do Sul

Mi 7.Feb. Jaraguá do sul

Die Wäschereien im Ort haben sich gegen uns verschworen. Die wollen 95 Reais um unser Päcklein Wäsche zu waschen. Nach etwas suchen, mit Hilfe von ein paar Einheimischen die Deutsch sprechen, fanden wir eine Wäscherei die es für 37 Reais macht. Das ist immer noch 4 mal so viel wie in Argentinien, aber Ok.
Mit fliegen war leider nichts, es war ziehmlich bewölkt, und ab und zu regnete es. So warteten wir im Breithaupt Einkaufszentrum darauf, dass unsere Wäsche gewaschen wird. Da gab es Wireless Internet, das nicht mal etwas kostete. Man musste sich nur mit einem komplizierten Formular registrieren. Unter anderem musste man so eine komische Nummer eingeben, von der wir nichts wussten. Eine freundliche Einheimische sagte, das sei eine Passnummer, und trug auch gleich ihre Nummer ein. Ausserdem musste man eine Provinz und eine Stadt in Brasilien auswählen ;-)
Mit der frischen Wäsche fuhren wir los Richtung Norden. Kurz nach Curitiba durchquerten wir noch einen Nationalpark, und bei der ersten Tankstelle mit sauberen WC's (die dritte Tankstelle) stoppten wir, und schliefen zwischen ganz vielen LKW's.

Die Gänse auf dem Heimweg

Do 8.Feb. Fahrt durch den Regenwald nach Andradas

Kurz nachdem wir die Autobahn verliessen, fuhren wir durch einen dichten Regenwald und dies nicht nur weil es in Strömen regnete, als wir durch den Wald fuhren. Heute war der erste Tag auf unserer Reise, an dem es hauptsächlich regnete, was aber nicht heissen soll, dass wir die Sonne nicht gesehen hätten.
Bei einer kleinen Hütte neben der Strasse, wo Bananen verkauft werden stoppten wir. Der Bananenstrauss für 2 Reais mit ca 30 Bananen war uns doch etwas zu gross, und so fragten wir ob wir 5 kleine Bananen haben können. Obwohl er uns diese schenken wollte, gaben wir die 1.5 Reais, die wir gerade noch in Münzen hatten. Der Verkäufer schaute die Münzen an, und fragte, ob die nicht aus der Schweiz seien. Darauf suchten wir nach Schweizer Münzen und gaben ihm noch 15 Rappen. Darüber freute er sich ganz besonders, und sagte, er werde diese aufstellen und sich gerne daran erinnern, dass wir hier vorbeigefahren seien. Er erzählte dass seine Vorfahren aus Südfrankreich seien, und dass die Franzosen diese Gegend stark beeinflusst hätten. (So jedenfalls haben wir sein Portugiesisch interpretiert, das wir ja eigentlich nicht verstehen)
Auf der weiteren Fahrt kamen wir an einer Kleinstadt vorbei, bei der mehrere Strassen unter Wasser waren und auch wir mussten ein paar mal durch 20cm hohe Pfützen fahren.
Am Abend trafen wir in Andradas ca 200km nördlich von Sao Paulo ein, und fuhren gleich zur Pousada Pico do Gaviao, wo ich schon vor drei Jahren übernachtete. Der Besitzer Cesar konnte sich sogar an mich erinnern und stellte uns gerne eine Toilette und Dusche zur Verfügung, wo wir mit dem Büssli gleich daneben parkieren konnten. Endlich sank die Temperatur in der Nacht wieder einmal unter 20°C.

Fahrt durch den Regenwald

Abendessen im Büssli

Fr 9.Feb. Pico do Gaviao

Nachdem wir wieder mal bis halb zehn ausgeschlafen, gefrühstückt und geduscht hatten, schauten wir ob die anderen schon bald zum fliegen gehen wollten. Cesar sagte, dass sie um ca 12 Uhr zum Startplatz fahren würden. Also vertrieben wir uns die Zeit mit Internet, lesen und dergleichen. Um halb fünf war es dann endlich soweit, und auch die frisch eingetroffene Gruppe Italiener fuhr mit ihrem VW-Bus Richtung Startplatz. Die Strasse war nicht so gut wie normalerweise, da es in den letzten Tagen viel regnete, und wir mussten unserem armen Büssli einiges zumuten. Einmal stoppte der Landrover vor uns, um zu sagen dass wir nach der nächsten Kurve Geschwindigkeit aufnehmen sollen, damit wir die Schlammpartie meistern können. Wir schafften es beim ersten Mal, die Italiener brauchten zwei Anläufe. Nachdem wir noch einen Bach durchquerten, waren die letzten und steilsten Meter dann zum Glück geteert.
Den Startplatz kannte ich schon von der letzten Brasilienreise, und er ist immer noch unglaublich. Man kann fast in alle Richtungen starten, nach allen Seiten ist Englischer Rasen wie auf einem Golfplatz und daneben hat es ein Häuschen mit Wc's Duschen, einer Bar und einem Flieger-Shop.
Nach etwas Warten auf den richtigen Wind und etwas Aufziehübungen konnten wir gemeinsam am Tandemschirm abheben, und flogen eine Dreiviertelstunde vor dem Startplatz hin und her. Bei unserem ersten Tandemflug in Südamerika waren wir immer ganz vorsichtig darauf bedacht, nie unter Startplatzhöhe zu kommen, da wir sonst hätten hochlaufen müssen. Kurz vor der Dämmerung machte ich noch einen kurzen Flug am Soloschirm, und auch da landete ich lieber solange ich noch sicher war, toplanden zu können. Die Italiener flogen der Kette entlang zur Poussada.
Wir übernachteten gleich auf dem Berg beim Startplatz. Zum Znacht kochten wir Spaghetti al arrabiata und genossen diese bei einem Candle light Dinner in unserem Büssli. Da unsere mitgebrachte Schweizerschokolade schon so mitgenommen aussieht (und wirklich nur deshalb:-)) assen wir diese, da sie als Geschenk unser liebes Heimatland wohl nicht mehr ehrenwert hätte präsentieren können. Auf der eigentlich ganz sauberen Toilette entdeckten wir neben vielem anderen Ungeziefer eine handgrosse Spinne. Vor dem Schlafengehen bewunderten wir noch den dichten Sternenhimmel. Obwohl die Luft recht feucht ist, habe ich das Gefühl mehr Sterne zu sehen, als an anderen Orten auf 1600 Metern über Meer.

Aufziehübungen

Aufziehübungen

Aufziehübungen

Fliegen mit den Italienern am Tandem mit Mirella

Büssli von oben

Gutenachtflügli

Google Maps : Andradas

Sa 10.Feb. Pico do Gaviao

Als wir am Morgen erwachten wehte der Wind schon, so dass ich einen kurzen Flug schon vor dem Frühstück machen konnte. Auch nach dem Frühstück reichte der Wind noch um etwas vor dem Startplatz zu soaren. Aber am Mittag gab es nur kurz gute Thermik, und bald war alles abgeschattet. Da wir oben auf dem Berg Wireless Internet hatten (gratis) konnten wir uns die Zeit gut vertreiben. Mirella telefonierte stundenlang mit Skype in die Schweiz, und ich versuchte herauszufinden, wie ich den Frequenzbereich meines Funkgeräts wieder öffnen könnte. Auch am Abend besserte das Wetter nicht, aber einen Gleitflug gabs trotzdem. Der Weg zurück war zum Glück etwas besser als bei der Herfahrt. Die Italiener sind gestern auf der Rückfahrt mit dem VW-Bus im Schlamm steckengeblieben, und der Bus musste vom Landrover herausgezogen werden. Heute hat ein Bagger die Strasse etwas verbessert.

Gutenmorgenflügli vor dem Frühstück

weniger Wasser als bei der Herfahrt

So 11.Feb. Fahren bei Regen

Heute wollten wir nochmal in Andradas fliegen und am Abend weiterfahren. Das Wetter sah aber überhaupt nicht nach fliegen aus. Die Wolken waren etwa auf Startplatz höhe, und es regnete. Also entschieden wir uns, schon am Morgen in Richtung Belo Horizonte, der Hauptstadt der Provinz Minas Gerais loszufahren. Den ganzen Tag regnete es mehrheitlich und so war auch die Temperatur immer schön angenehm. Auf der Fahrt sahen wir viele Hügel, von denen einer zuoberst einen Steinbruch hatte. Die Erde ist hier aussschliesslich rot, man sieht immer wieder Felder und Erosionen und hat das Gefühl, dass diese rote Erde einfach weggespült wird, wenn keine Wurzeln drin sind. Einmal schien die Strasse von einem Bach unterspühlt und eingebrochen zu sein. Die Umleitung führte auf einem Schlammweg durch den Wald und über eine kleine Holzbrücke, die schon etwas wackelig aussah. Auf der Autobahn sahen wir einen Lastwagen, der so hoch und einseitig beladen war, dass es schien als ob er bei der nächsten Linkskurve umkippen würde. Auf manchen Abschnitten der Autobahn hatte es grosse tiefe Löcher, so dass man sehr konzentriert fahren musste. Wir wunderten uns, wie hier die Strassen gebaut werden. Wir sind der Meinung, dass sie bei uns auch nach 30 Jahren noch besser aussehen. Wir schafften es bis kurz vor Belo Horizonte, wo wir bei einer Tankstelle übernachteten. Kurz nachdem wir parkiert hatten, waren wir von Lastwagen ringsherum zuparkiert, so dass wir gar nicht mehr hätten rausfahren können. Als wir am Morgen aufwachten, waren alle schon wieder unterwegs.

Strasse weggespült

Schafkarren

Hügelige Landschaft

alter Bahnhof

Mo 12.Feb. von Belo Horizonte nach Ouro Preto

Als wir in Belo Horizonte ankamen, waren wir richtig hungrig, und suchten nach dem erstbesten Restaurant. Doch immer fanden wir entweder ein Restaurant, oder einen Parkplatz, aber nie beides nahe beieinander. So wühlten wir uns eine Stunde durch den dichten Grosstadtverkehr und der Hunger wurde immer grösser. Schliesslich fanden wir ein Chinesisches Restaurant, und einen Parkplatz nur ein paar hundert Meter weiter. Das Essen war gut, aber ganz anders als in schweizerischen China-Restaurants. Weiter gings in ein Quartier wo es nur Kleiderläden hatte, das meiste war sehr billig, so gab es T-Shirts für 3 Reais (2 Franken). In einem Kleiderladen sagte man uns, wenn wir Carneval suchen, seinen wir hier falsch, dann sollen wir nach Ouro Preto nur 60km südlich fahren. Um eventuelle Verständigungsprobleme auszuräumen riefen sie auch gleiche eine Kollegin an die Englisch spricht, und Mirella alles am Telefon erklärte. Als wir schon eine Weile aus der Stadt raus wahren sahen wir dann auch das Schild mit Ouro Preto 66km. Kurz vor der Ankunft nahmen wir noch zwei Teenager mit, die ebenfalls in den Karneval wollten. Wir bedauerten etwas, die portugiesische Sprache nicht zu beherrschen, unterhielten uns jedoch mit Händen und Füssen. Die Hügel wurden immer grösser, und Ouro Preto ist ein schönes Bergstädtchen mit sehr steilen Backsteinpflasterstrassen sowie 13 grossen Kirchen für die 24'000 Einwohner. Ouro Preto (Schwarzes Gold) ist ein alter Goldgräberort, wo während des Booms 1'200 Tonnen Gold gefördert wurden. Dank der Regierung die 1933 die ganze Stadt zum Nationaldenkmal erklärte, sind viele seiner Schätze erhalten, deren Zauber an die Blütezeit der Stadt erinnert.
Vom Carnaval fanden wir leider nichts. Der findet hier anscheinend nur am Wochenende statt. Als wir den Sambaklängen am Abend folgten, fanden wir nur eine Studentengruppe bei der Probe, und dies hinter verschlossenen Türen.

Ouro Preto

Ouro Preto

Google Maps : OuroPreto

Di 13.Feb. Besichtigung in Ouro Prêto

Da wir diese für ihr Gold bekannte Stadt besichtigen wollten, suchten wir als erstes ein Tourismusbüro auf, wo uns ein älterer schwarzer Brasilianer freundlich Auskunft gab. Wir bemerkten jedoch sofort, dass dieses Tourismusbüro nicht mit dem schweizerischen Standard mithalten konnte, da die hauptsächliche Arbeit wohl darin besteht, die jeweiligen Öffnungszeiten der Museen sowie die Standorte mitzuteilen. Dabei erfahren wir, dass die als Museen genutzte Kirchen auf der Ostsseite am Morgen und jene auf der Westseite am Nachmittag geöffntet sind. Auf die Frage, wann denn nun eigentlich Karneval seie, deutete er auf den nebenstehenden Plan. Schade, vor dem 16. Februar läuft hier leider nichts. Als dann Richi wissen wollte, ob es möglich seie, diese Berge mit dem Bussji hinaufzufahren, entgegnete er sehr bestimmt, dass man die 12 km nur zu Fuss gehen könne und dies bestimmt über 3-4 Stunden dauere. Wir alle kennen Richi's Enthusiasmus und die Bereitschaft etliche Kilometer mit noch mehr Kilos auf dem Rücken zu laufen, sofern er nur fliegen kann:-) Tja, deshalb hat er sich von den 12 steilen Kilometern noch nicht abschrecken lassen und fragte, ob es denn möglich seie, von dort aus zu fliegen. Das Lachen des Brasilianers war so herzlich und voller Lebensfreude, wie man sich die Einwohner hier so vorstellt. Ja, entgegnete er, es seie sicher möglich, aber gesehen hätte er noch nie jemanden. Wieder Lachen... die Winde seien hier leider nicht stark genug.
Danach nahmen wir ein sehr gutes jedoch leider genau so teures Mittagessen ein. Das sehr freundliche Personal hatte uns Brot mit Beilagegemüse serviert. Dass dies - obwohl nicht bestellt - dann so teuer zu stehen kam, hat uns den wohligen Magen wieder etwas flau gestimmt.
Am Nachmittag suchten wir dann durch die Strassen mit sicherlich 70 % Gefälle das Museum auf, das die Minenarbeit der Provinz Minas Gerais darstellen sollte. Nach einer sehr billigen Eintrittsgebühr bekamen wir die unendlich vielen Steine und auch die Werkzeuge zu sehen. Alles wäre wirklich sehr informativ gewesen, hätten die Brasilianer auch an ihre nicht-portugiesisch-sprechenden Touristen gedacht. Tja, so verliessen wir nach etwa über einer Stunde die ehemalige Kirche wieder und erinnterten uns an den Satz des Herrn vom Tourismusbüros, der seine Prospekte nur auf portugiesisch aushändigen konnte: schliesslich seien wir immer noch in Brasilien...
Ziemlich ermüdet vom guten Essen, dem vielen Laufen und der Museumsbesichtigung begaben wir uns wieder in das Bussji. Beide müssen wir mit einem Grinsen feststellen, dass wir wohl weniger müde wären, falls wir etwas mehr arbeiten müssten.. Hiermit senden wir liebe Grüsse in die Schweiz mit dem Hinweis auf EURE Vorteile;-) Nach zwei Schachspielen, oder nennt man es Schachspielunterricht von Mann zu Frau, kauften wir noch einige Lebensmittel und brateten eine der mitgebrachten Migros-Röschti. Im Gegensatz zu der selbstgemachten Röschti bei unserem Aufenthalt bei Gerardo und seiner Familie in Carlos Casares, schmeckte sie dieses Mal nicht mehr wie Kartoffelstock. Aber wie wir in der Zwischenzeit erfahren haben, ist dieses Malheur auch Richi's Cousine passiert, so dass wir nun gemeinsam die hiesigen Kartoffeln beschuldigen müssen.
Dieses Mal übernachten wir bei der Busstation und beim Nachtessen spekulierten wir darauf, ob sich unser Aufenthalt hier im Dorf wohl schon umhergesprochen hat. Zwei Einheimische bekundeten nämlich unser Bussji, einer hob den Finger in die Luft und sie machten sich kurz darauf wieder davon. Lächeln mussten wir tagsüber, wie die Leute hier auf unser Bussji reagieren. Die Gesichter erhellen sich und wir werden immer und immer wieder gefragt, woher wir denn kämen. Ob wir so den Brasilianern die Campingfreude doch noch ein bisschen schmackhaft machen können?

Mi 14.Feb. Valentinstag

Als wir heute um 10 Uhr zum ersten Mal aus dem Fenster schauten, regte das Wetter nicht gerade dazu an, das Bett schnell zu verlassen. Der Nebel war schon fast bis nach Ouro Preto abgesunken, und es nieselte. Den Rest des Morgens verbrachten wir mit lesen. Am Mittag machten wir uns auf die Suche nach einem Internetcafe, doch wir konnten im ganzen Ort keines finden, wo man mit dem Notebook aufs Internet konnte. Am Nachmittag erkundeten wir die Gegend noch etwas, und sahen dabei aus der Ferne ein paar Minen. Die rote Erde konnte man nicht nur bei den Minen sehen, der rote Schlamm war auch auf der Strasse, und färbte neben den Pflanzen und Verkehrschschildern allmählich auch unser Büssli ein. Schliesslich fuhren wir nach Sera da Moeda, zum Startplatz von Belo Horizonte. Beim Restaurant Topo do Mundo angekommen sahen wir auch schon das Hüttchen vom Gleitschirmclub Belo Horizonte. Der Wind war stark, und sowieso alles feucht, so hoffen wir auf morgen. Inzwischen sank die Temperatur auf 15°C, und wir kochten ein Fondue zum Abendessen. Wer hat schon mal ein Fondue im Schlafzimmer gegessen? Bin gespannt, wie lange wir den Geruch im Büssli riechen können. Vor dem Schlafengehen spielten wir noch eine Partie Schach auf unserem neuen Schachbrett aus Marmor von Ouro Preto. Der starke Wind wiegte unser Büssli und uns in den wohlverdienten Schlaf... :-)

Aussicht vom Startplatz nach Westen

Feuerwehrübung

Richi beim Fondue

Mirella beim Schach

Do 15.Feb. Sera da Moeda

Um 05:50 Uhr wurden wir geweckt. Als zuerst ein Motorrad neben uns auftauchte und hupte, reagierten wir nicht. Kurze Zeit später kam ein Auto mit Blinklicht und jemand klopfte an unsere Tür. Etwas verschrocken, zumindest fräulicherweise, öffneten wir die Tür. Es hiess, wir sollten das Areal des Restaurants verlassen. Um sieben Uhr würde das Areal wieder geöffnet. Mit der Bitte, uns dann nicht zu wecken, verbrachten wir den Rest der Nacht vor der geschlossenen Barriere. Als wir um 11  Uhr frisch geduscht zurückkamen, war die Barriere wirklich geöffnet, das Restaurant jedoch noch nicht. Der Startplatzchef (fiscal da rampa) erklärte uns das Fluggebiet und bot uns einen Kaffee an. Nach einigem Warten auf bessere Thermik startete Richi vor den Augen einer Holländerfamilie, sank jedoch recht schnell dem Landeplatz entgegen. Ich unterhielt mich mit den Holländern und sichtete Richi kurz vor dem Landeplatz. Nach einem kurzen Schwatz entschied ich mich, nun hinunter zu fahren. Als ich den Motor starten wollte, klopfte es an die Tür. Herbeigelaufen kam der Holländer, der mich darauf hinweisen wollte, dass sich Richi nicht unter sondern genau über mir befindet;-) Tja, Glück gehabt, denn normalerweise befindet sich der Pilot unten und nicht jene, die ihn abholt;-) Richi konnte nach seinem Höhenflug toplanden und die Rückholaktion konnten wir uns somit sparen. Als wir im Restaurant wieder einmal vergebens versucht hatten, ins Internet zu gelangen, lernten wir zwei einheimische Piloten kennen, wobei uns einer kurz darauf zu sich nach Hause einlud. Somit sei das Problem mit der Dusche gelöst. Wir folgten ihm in sein Wohnquartier (Base), in dem nur Gleitschirmpiloten wohnen. Die ganze Gegend war wunderschön und es sah so aus, als ob die Häuser von Regenwald umgeben sind. Orange backte eine Pizza und da ich etwas Fieber hatte, schoss ich grinsend das Foto von Richi, das Seltenheitswert hat (ich kriege ihn nämlich nur kochend vor Gesicht, wenn ich krank bin). Wir schauten den Jungs noch zu, wie sie mit Hilfe von Schablonen und Akryllfarben T-Shirts mit Gleitschirmmotiven bedruckten, die sie am Valadares-Open verkaufen werden.

Kurz vor dem Start

Kurz nach dem Start

Laranja und Chebrom beim T-Shirt bedrucken

Richi beim Spaghetti kochen

Fr 16.Feb. Carneval in Ouro Preto

Am Morgen schauten wir noch etwas bei der T-Shirt Produktion zu. Als wir beim Startplatz ankamen, waren schon ein paar Piloten in der Luft, die sofort wieder landeten, als die Thermik etwas nachliess. Nachdem mich ein Einheimischer davon überzeugen konnte, dass die Gewitterwolke hinter uns am gehen, und nicht gefährlich ist und dass die Bedingungen zuverlässig genug seien um bestimmt wieder toplanden zu können, startete ich für einen kurzen Flug. Danach machten wir uns auf nach Ouro Preto zum Carneval. Um 20 Uhr startete die Feier nur zögerlich. Zuerst eine Rede, und ab und zu eine Guggenmusig, die im Gegensatz zu den sonst so farbenfrohen Brasilianern recht unifarbig waren. Die Musik tönte nicht gerade sehr professionell und der Marsch war manchmal ein kunterbuntes Davoneilen. Trotz allem schafften sie es, die Fröhlichkeit hinüberzubringen. "Maschgini" waren kaum zu sehen und wir finden, dass die eigentliche Fasnacht in der Schweiz anders aber genauso gut ist. Es hatte viele Stände mit allen möglichen Drinks und Snacks. Die Eitelkeit der Brasilianer war auch dort zu spüren, da diese zum Teil recht gesund waren. Einen frisch gepressten Fruchtsaft zum Beispiel ist etwas wirklich erfrischendes und gibt einem wirklich das Gefühl in den Tropen zu sein.. Erst als um ca 22 Uhr auf der Hauptbühne eine Band auftrat, ging's richtig los und alle tanzten mit. Da endlich konnte man das Feuer der Brasiliander sehen und spüren. Die ganze Strasse verbreitete diese Freude und die Menge bewegte ihre Hüften, wenn auch nicht nur Samba;-)

T-Shirt Produktion

Carnival in Ouro Preto

Kleiner Teufel

Sa 17.Feb. Valadares Eröffnungszeremonie

Für einmal waren wir nicht die einzigen, die im Auto schliefen. Wir hatten den Eindruck, dass die meisten mehr oder weniger durchgemacht hatten. Am Morgen schliefen sie wo es gerade ging: ob im Auto, im Zelt, oder einfach in eine Blache gewickelt auf dem Rasen. Alle schienen sie jedoch gut gelaunt und nüchtern, doch haben sie da wohl einen kleinen Vorteil. Denn dunkle Augenränder machen sich auf etwas dunkleren Gesichtern halt nicht so bemerkbar.
Wir fuhren weiter Richtung Governador Valadares, wo am Abend die Eröffnungszeremonie des Valadares Opens stattfand. Dabei fuhren wir auf der Strada Real, einer historischen Strasse wo man viele Minen sieht, und jedes Dorf ein paar Denkmäler oder Museen hat. Manchmal sah es so aus, als ob hier ganze Berge abgetragen werden. In Valadares angekommen, fragten wir zuerst am Landeplatz nach dem Wann Wie und Wo. Bald hatten wir schon eine ganze Schar interessierter Leute um unser Büssli versamelt. Die Zeremonie selber war bedingt interessant, weder die Reden in Portugiesisch, noch die englische Übersetzung konnten wir gut verstehen. Aber die Drinks und Snacks waren lecker.

Der Berg ist bald abgetragen

Sieht aus wie ein guter Thermikspender

ich bin kein Fressack

Müde von der harten Arbeit

So 18.Feb. Valadares - kein Task

Um 9 Uhr sollten wir in der Nähe des Landeplatzes bereit sein für die Fahrt auf den Pico da Ibituruna. Bald darauf gings mit einem grossen aber nur halb gefüllten Bus hoch Richtung Startplatz. Als der Motor in einer sehr steilen Stelle plötzlich abstellte, hörte ich schon jemanden sagen : "somethings never change". Wir mussten alle aussteigen und zu Fuss weitergehen. Etwa eine halbe Stunde später kam ein anderer Bus, der uns dann alle wieder einsammelte. Am Startplatz angekommen, waren wir schon mitten in einer Wolke, und bald fing es zu regnen an. Um 14:30 fiel der Entscheid, dass es heute keinen Task gibt und wer wollte flog runter, die anderen fuhren mit dem Bus. Auch wenn's Thermik hatte, flogen wir schnell runter, denn der Regen kam von allen Seiten wieder näher. Mirella erkundete die Stadt etwas. Mit dem Stadtplan fand sie sich gut zuerecht, nur mit der Verständigung auf Portugiesisch gabs Probleme. Wir spazierten darauf noch etwas gemeinsam durch die Stadt, und suchten dann wieder mal einen Zugang ins Internet. Auf der kleinen Insel im Fluss wurden wir schliesslich fündig mit Wireless vor einem Mehrfamilienhaus.
Die ofizielle Seite des Veranstalters :  www.avvl.com.br
Google Maps : Valadares

Mo 19.Feb. Valadares

Heute hiess es wieder das sei nun der letzte Regentag. Ausser dass es regnete war es kalt, und es windete zügig am Startplatz. Heute fiel der Entscheid, dass es keinen Task gibt schon bald nach 14:00 Uhr, und wegen dem starken Wind und den häufigen Regenfronten flogen nur ein paar wenige runter. Ich fuhr mit dem Bus runter. Zu Abend assen wir mit ein paar Argentiniern und einem Kolumbianer. Wir unterhielten uns lange, und mussten viel lachen.

Di 20.Feb. Valadares

Der Regen legte heute schon richtig los, bevor alle überhaupt im Bus zum Startplatz waren, so wurden die Busse wieder zurückgepfiffen, und erst nach etwas Warten und ein paar Kaffees fuhren wir dann hoch. Heute kam Mirella auch zum Startplatz, und wir fuhren mit dem Bus der Association Valadarense Voo Libre hoch. Dass die Fahrt mit diesem Clubbus ein Erlebnis ist hat man uns schon vorher erzählt. Zuerst hielt er vor einer Bäckerei an, und sagte 20 Minuten Pause. In einer steilen Stelle, wo der andere Bus vorgestern aufgab, drehten die Räder durch, und wir mussten alle in den hinteren Teil des Busses stehen. Etwas später gab es einen lauten Knall, ein paar Passagiere gingen raus und sahen, dass ein Pneu geplatzt war. Da der Bus Doppelräder hatte, fuhren wir mit den verbleibenden Reifen zum Startplatz. Die Einheimischen hatten Trommeln und andere Instrumente dabei. Der Busfahrer sang mit einer frischen Blume hinter dem Ohr, und es tönte wirklich gut.
Nachdem sich der Regen eine Weile verzogen hatte, wurde ein Speedrun über 37km ausgeschrieben. Die eigentlich logische Taktik zuzuwarten, da sich das Wetter verbesserte ging nicht auf. Die Frühstarter hatten mehr Glück. Ich startete etwa in der Mitte, wartete aber eine Weile im Startzylinder. Als eine grosse Zirrenbank abschattete, war ich im falschen Moment am falschen Ort tief, und musste nach 15km landen. Nach meinen bisherigen Informationen hat es ein einziger Pilot ins Ziel geschafft, aber viele kamen so um die 30km, einige auch nur 7km.
Mirella unterhielt sich blendend mit ein paar Brasilianerinnen, mit denen sie dann auch runtergefahren ist. Die Stimmung am Startplatz erinnerte sie an ein Open-Air.

Mi 21.Feb. Valadares

Heute sah es endlich einmal von Anfang an gut aus. Es wurde ein Task über 51km ausgeschrieben. Ich erwischte einen schlechten Start, und konnte nicht mehr aufholen. Wenigstens kam ich ins Ziel, wenn auch nicht gerade schnell, ungefähr als 38ter. Im Endanflug durchflog ich plötzlich starkes Sinken, und es wurde sehr sehr knapp.Ich überflog die Ziellinie gerade noch mit 10 Metern Höhe. Die Bedingungen waren recht angenehm zu fliegen, und man fand immer wieder gut Anschluss.
Mirella: ich entschied mich, heute zum Friseur und in die Wäscherei zu gehen. Als erstes spazierte ich den Walking-Weg entlang.  Nur zu verständlich, dass die Brasilianer hauptsächlich walken statt zu joggen, bei dieser Hitze.... Der Weg war wunderschön mit Palmen und Laubbäumen neben dem braunen Rio Duce hatte es eine gewisse Regenwaldstimmung. Der Coiffeurladen und die Wäscherei hatten leider noch geschlossen und als mir bei einem weiteren Coiffeurladen von sämtlichen um mich versammelten Angestellten und Kunden versichert wurde, dass meine Haare zweifarbig herauskommen werden, verliess ich den Laden doch sicherheitshalber wieder. Am Abend als ich Richi am Landeplatz erwartete, hielt ich mich dort in der Nähe auf, um ihn nicht zu verpassen. Die Piloten landen zu sehen muss wohl ein ziemliches Ereignis sein, da sich ganze Familien, vor allem Schwarze herum versammeln. Tja, von den Mulatinnen, die sich ihr eigenes Goal erhoffen ganz zu schweigen... Am Abend übernachteten wir bei der Tankstelle, bei der wir aufgrund der Sauberkeit schon Stammkunde sind. Neben uns parkierte ein stinkender Lastwagen. Nach näherem Betrachten und Zuhören, konnte ich durch die Luftlöcher sehen, wie sich Tiere drinnen bewegen. Es muss sich wohl um Schweine oder so gehandelt haben. Bei solch einer Haltung wohl Richtung Metzgerei vergeht mir der Appetit auf Fleisch wieder ein wenig.
Flugdetails im XContest

Do 22.Feb. Geduldsprobe

Obwohl es am Morgen gut aussah, konnte man am Mittag plötzlich Regenfronten sehen. Eine kam direkt auf uns zu, und so packten viele Piloten ihre Schirme wieder zusammen. Es kam dann doch nicht so schlimm, und etwas später wurde ein Task über 51km ausgechrieben. Der Tag entpuppte sich als recht schwierig. Wenn man es mal wieder an die Basis geschafft hatte, konnte man fast sicher sein, losgleiten zu können, keinen guten Anschluss zu finden und eine Weile tief jeden Piepser mitzunehmen, bis es endlich mal wieder gescheit hochging. Am Schluss konnte ich noch ca 5 km auf 50 bis 100 Meter über Boden machen, doch ich schaffte es einfach nicht über die Hügelkette gegen den Wind ins Goal. Ich landete ca 5km nicht vor sondern neben dem Goal, und schaffte es auf den 8ten Tagesrang. Als ich im Dorf auf die Rückholer wartete kam ein ca 6 jähriges dunkles Mädchen mit einem Atlas und wollte dass ich ihr zeige wo Suiça ist. Dann sagte sie immer wieder "what's your name" und "one, two, three ... ten".
Mirella (ganz stolz): Ich hatte heute einen etwas erfolgreicheren Coiffeurbesuch und als ich dann mit pflatschnassen Haaren darauf aufmerksam gemacht wurde, dass er jetzt fertig war, wusste ich auch, was ich verhandelt hatte.. tja, wenigstens war es billig. Die Wäscherei war so teuer, dass ich die folgenden Stunden nach etwas besserem umzusehen versuchte. Jedoch ohne Erfolg. Leider können die meisten Brasilianer kein Englisch, nicht mal in Tourismusbüros, was mich heute ein bisschen wütend gemacht hat. Es ist frustrierend, von niemandem verstanden zu werden und bald den ganzen Tag zu schweigen... Als ich am Abend im Bus ein wenig Spanisch lernte kam eine Frau hinein und bewunderte unser kleines Wohmmobil. Danach kam ein weisser Junge und sagte etwas auf Portugiesisch, was ich jedoch nicht verstand. Kurz darauf kam er mit seiner Mutter, die ein wenig Englisch sprach. Auf einmal lachte sie auf die Frage ihres Jungen. Soweit ich es verstanden habe, wollte er wissen, ob ich die Sprache der Eingeborenen spreche. Sie wollte auch wissen, ob wir denn in der Schweiz leben oder überall. Ich glaube wir werden hier für Zigeuner gehalten, hihi. Als Richi nach seinem langen Rückweg zurückkam, haben wir noch schnell in einer Art Gartenbeiz etwas gegessen und Richi's nicht angerührten Kuchen einem Armen zum Essen gegeben. Es stimmt mich sehr traurig, wieviel Armut hier in Valadares herrscht. Es vergeht kein Tag, an dem nicht gebettelt wird und am Abend putzen schulpflichtige Kinder den Touristen ihre Schuhe. Richi und ich halten uns an unseren Vorsatz, keinem Kind einen Batzen zu geben, damit sie nicht von der Schule genommen werden. Valadares hat viele Schwarze, Mulatten und weniger Weisse. Es ist jedoch klar zu sehen, wie gross die sozialen Unterschiede sind. Vorher mussten wir jedoch lachen. Drei schwarze Jungs, die unseren Nacht-Standort bei der Tankstelle kennen, kamen vorbei und stellten viele Fragen. Natürlich fragten sie uns am Schluss, ob wir nicht ein paar Reals übrig hätten. Hatten wir nicht. Da meinte einer der Kleinen mit Pausbäckchen, Krausen und einem wohlgenährten Bäuchlein, ob wir uns waschen wollen. Wir verneinten und trotzdem hatten wir nach wenigen Minuten wieder Besuch. Kam der Knirps doch nicht mit einer Seife und einer Rasierklinge. Hihi. Dabei kamen wir beide gerade aus der Dusche und Richi ist fast frisch rasiert.
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Alles unter Kontrolle?

On Glide mit Matheo dem Römer

Fr 23.Feb. Task gecanceled

Heute gingen wir zusammen zum Startplatz und ich erhielt einen Batch, wo Organisatorin drauf stand. So konnte ich gratis mit zum Startplatz fahren. Am morgen haben wir auf der Rangliste gesehen, dass Richi nun im Gesamtdurchschnitt den 22. Platz belegt. Am Startplatz angekommen, war die Stimmung wieder wie bei einem Open-Air und die grauen Wolken konnten den Optmimismus der Piloten auch nicht trüben. Zusammen mit Ueli und Roli, zwei Schweizer-Piloten, die nicht am Wettkampf teilgenommen hatten, schaute ich Richi und den anderen zu. Diese kunterbunten Schirme am Himmel, die bei lauter Musik abhoben, waren total schön mitanzusehen. Kurze Zeit später mussten wir bei strömendem Regen im Restaurant Unterschlupf suchen..
Die Fahrt hinunter war lustig. Während die meisten Piloten, die nicht fliegen konnten und viele andere Leute oben vergebens auf die Abfahrt eines Busses hofften, rief Hecha, eine der Organisatorinnen, dass ich mit ihnen im Spitalauto hinunterfahren könne. Tja, Hecha meinte bloss, wenn da jemand liegen würde, wäre die Person bis unten nicht mehr lebendig. Der Fahrer hielt nämlich sein Tempo unbeirrt der vielen steilen Pflastersteinen bei. Wir waren wohl alle froh, endlich aussteigen zu dürfen.
Richi: Der erste Task musste direkt nach dem Briefing wieder abgesagt werden, da der Flughafen die Erlaubnis zum Überflug nicht erteilen konnte, weil am Nachmittag eine Maschine erwartet wurde. Dann wurde ein Task über 36km mit  zwei Turnpoints im Süden und Landung in Valadares ausgeschrieben. Endlich einmal erwischte ich einen guten Start, das heisst, ich war um 14Uhr beim Luftstart an der Basis und nahezu 2km entfernt vom Startplatz. Also konnte ich den 2km Startradius hoch überfliegen und gleich losdüsen. Aber schon ein paar Kilometer weiter im nächsten Schlauch hörten wir, dass der Task gecancelled wurde, da die Regenfront doch schnell näher kam und es am Startplatz wohl schon stark regnete. Wir drehten noch etwas weiter, und liessen es nach Süden ausgleiten. Dabei hatten wir manchmal beim Geradeausflug im Gas noch Steigen. Mit mir landeten noch ca 10 weitere Piloten auf dem Fusballfeld, alle schön sanft. Später hörte ich von weniger schönen Landungen zum Teil rückwärts. Ein Italiener stallte seinen Schirm 10 Meter über dem Boden und wartet im Krankenhaus auf die Behandlung, die er selber bezahlen muss (ca10'000 EUR), da er keine Unfallversicherung hat.

The window is open...

Richi ist gestartet

Zack zack wird gestartet

Zuerst gings noch zögerlich hoch

Richi beim vorbeifliegen

dann zog die Thermik immer besser

Und los geht das Rennen

Ueli und Roli

Sa 24.Feb. Valadares

Für den letzten Tag des Valadares Open wurde ein lokaler Task über 48km mit Landung in Valadares ausgeschrieben. Die ersten beiden Bojen waren ca 18 km im Süden, die letzte ganz in der Nähe des Startplatzes. So konnten die Zuschauer das Rennen richtig gut mitverfolgen. Ich startete gut, und war bis zur ersten Boje mit der Spitzengruppe unterwegs. Doch dann stiegen viele andere während ich weiter sank. Andere Piloten mussten da schon landen. Ich kam mit viel Geduld und Zeit wieder hoch, und flog den Rest dann etwas gemütlicher fertig. Ich kam als 19ter ins Goal, und verbesserte mich damit auf den 18ten Gesamtrang. Der Ungare mit dem Magus 5 der bis gestern in Führung war, hatte auf dem Rückflug beim Ibituruna einen grossen Klapper und landete kurz vor dem Goal. Gewonnen hat der Schweizer Michael Witschi, der heute den Task zu kontrollieren schien.
Mirella kam auch zum Startplatz und merkte nach der Talfahrt mit der Freundin eines brasilianischen Piloten, dass diese ebenfalls keine Orientierung hatte. Jede hat sich aus Gewohnheit auf die andere verlassen.. Am Abend sind wir noch zur Preisverleihung, an der nun etwas mehr Personen teilnahmen, da sich ein paar "glückliche Pärchen" zwischen Piloten und Mulatinnen zusammengetan hatten.
Als wir uns zum schlafen bereitmachen wollten, erhielten wir noch unsere Wäsche zurück. Die wurde tatsächlich von Hand gewaschen. Roli erklärte uns auch warum es in Brasilien nur wenige Waschmaschinen gibt. Die Waschmaschine wäre ja noch das eine, aber der Strom ist teurer als eine Arbeitskraft. Und je mehr Strom man braucht, umso teurer wird er. Das regt doch zum Stromsparen an, und genügend Leute, die für wenig Geld arbeiten gibt es in Brasilien wirklich.
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Die Girls vom Startplatz

Ein Caminhero beim Kochen

So 25.Feb. Weiter gehts

Als erstes suchten wir nochmals das Internet auf, bevor wir losfuhren Richtung Pancas. Für die 180 km Luftlinie brauchten wir bestimmt fünf Stunden. Die Strassen waren zwar meistens gut, aber der Weg war alles andere als direkt. In Pancas angekommen, suchten wir zuerst das Haus von Donna Alina, der Besitzerin der Kaffeeplantage auf der der Startplatz ist. Bei ihr waren wir schon beim letzten Mal, als ich hier war, und damals wurden wir herzlich empfangen. Kurz vor dem Haus kam ein Junge, und versuchte uns klarzumachen wir dürften hier nicht hochfahren, die Strasse sei nach 18Uhr gesperrt, Nachtflüge seien gefährlich. Nachdem wir nicht begriffen, was das mit Donna Alina zu tun hat, kamen ein paar etwas ältere Jungs, und sagten ihm recht deutlich, er solle keine Touristen verarschen. Das Haus der alten Dame schien verlassen, und ein Passant sagte uns, dass sie nicht mehr hier wohnt, sondern in Victoria. Wieder zurück in der Stadt liefen wir neben mindestens 5 Messen vorbei. Überall wurde geklatscht und gesungen und die halbe Stadt schien den Sonntag Abend der Religion zu widmen. Als Mirella in der ganzen Stadt kein sauberes WC fand, schauten wir noch schnell bei der Bar am Landeplatz vorbei, und da hatte es doch tatsächlich ein akzeptables WC. Als wir fragten, ob wir wohl daneben übernachten dürfen, zeigte uns der Wirt, der selber auch fliegt, viele Fotos und das Gästebuch, in dem ich mich auch selber wieder fand.
Als Mirella am Abend duschen wollte kam sie weinend wieder ins Büssli zurück. "Das isch so grüüsig, da inna gani sicher niä wider" - Sie war im WC auf eine Kröte getreten.

Pancas wir kommen

Überhängender Fels

Mo 26.Feb. Pancas

Mit den 4 Amerikanern, die wir gestern in der Stadt trafen, konnten wir 2 Taxis füllen, um an den Startplatz zu fahren. Kaum oben angekommen, konnten wir den Regen schon kommen sehen. 2 Piloten sind noch schnell geflogen, und wurden ein wenig nass. Wir warteten eine Weile, bis der Regen wieder verging, dann starteten auch wir. Da es wenig Wind hatte, und Mirella auf keinen Fall rennen oder gestossen werden wollte, war der Start recht schwierig. Schlussendlich sind wir als es dann ein wenig Wind hatte mit einem lauten Schrei über die Deltarampe abgehoben. Aus der Luft ist die Landschaft noch viel schöner, doch wir hatten den Fotoapparat leider nicht dabei, und es hatte auch keine Thermik. Nach der Landung gabs Mittagessen in der Bar beim Landeplatz. Danach suchten wir nochmals beide Banken im Ort auf. Wir liessen uns von den Angestellten bestätigen, dass man hier weder mit Cirrus, noch Plus, noch Visa noch Traveller Cheques zu Geld kommt. Dafür müssen wir 50 km nach Colatina fahren. Schade, wir wollten eigentlich länger in Pancas bleiben, doch Colatina liegt auf unserer weiteren Route, und wir fahren bestimmt nicht 100km, nur um Geld abzuheben.
Google Maps : Pancas

Di 27.Feb. Pancas ade

Am Morgen spazierten wir zu dem Wasserfall, den wir gestern aus der Luft gesehen haben. Der Weg führte uns in Flip Flops und Sandalen durch schlammige Strassen. Wir sahen etliche Bananenbäume sowie Kaffeestauden und es war ein himmlischer Anblick, wie sich die Palmen neben dem kleinen Fluss erhoben. Diesen tropischen Anblick haben wir uns jedoch durch einige Schweissperlen aufgrund der bereits starken Hitze auch wirklich verdient. Vor dem Eingang angekommen, sahen wir ein Schild, das den Weg zum Wasserfall verbot. Dasjenige daneben mit "Achtung Rotweiler" hielt uns dann doch davon ab, den tosenden Wasserfall von nahem zu betrachten. Wir machten uns zurück zur Dega's Bar, wobei Richi noch die angekommenen Gleitschirme fotografierte und ich einen kurzen Abstecher ins Internetkaffee machte. Dabei durfte ich dieses Mal nicht Zeugin einer Kröte sondern einer toten Vogelspinne sein, die schon von Ameisen befallen war. Am Abend machten wir uns dann auf den Weg Richtung Vila Velho bei Vitoria, wie es uns Dega empfohlen hatte. Wir suchten kurz darauf einen Übernachtungsplatz bei einer Tankstelle, den wir jedoch nach etlichlichen Kilometern nach Vila Velho noch nicht fanden. Als wir kurz vor Guarapari schon dabei waren, wieder umzukehren, zeigte uns ein vorbeifahrender Polizist, dass wir etwa 5 m hinter uns übernachten könnten. Die Männer, die bei der Ambulanzstelle arbeiteten, nahmen uns herzlich auf und lachten amüsiert, als sich herausstellte, dass wir ohne Portugiesischkenntnisse in Brasilien unterwegs waren. Tja, liebe Brasilianer etwas Englisch, Französisch oder Spanisch wäre auch ganz nett;-)
Mit dem Handy drehten sie einen kleinen Film vor unserem Büssli, wo einer erklärte wir seien beim Posten km50 und das hier sei ein Wolkswagen Kombi ähnliches Auto, mit dem die zwei Schweizer Richard und Mirella in Südamerika unterwegs seien...

Übernachtungsplatz bei Dega's Bar

Brasilianer beim Hag flicken

Startplatz links oben

Greg bei der Landung

Regenbogen und Marmortransport

Mi 28.Feb. Guarapari

Als erstes suchten wir eine Wäscherei. Als wir im Supermarkt fragten, brachte uns eine andere Kundin gleich zur preiswertesten Wäscherei in der Umgebung. Endlich wurde einmal pro Maschine verrechnet, und wir brachten unsere Riesensäcke, die zwei Maschinen für je 18 Reais zu füllen vermochten.
Nach etwas Suchen fanden wir die Firma Atlantes, die Tauchtouren zum Wrack vor der Küste und hoffentlich auch Schnorcheltouren anbietet. Leider war das Geschäft geschlossen, und die Homepage, die wir später noch besuchten, war nur in Portugiesisch und für uns schwer verständlich.
Am Abend spazierten wir fast die ganze Praia Morro hin und zurück, und wir übernachteten auch gleich bei der Strandpromenade. Als wir wieder beim Büssli waren, sagte uns ein etwas ungepflegter Brasilianer, wir könnten die Toilette und Dusche des nächsten Strandkioskes benutzen. Er sagte uns, er würde auf unser Büssli aufpassen, und nach einer Weile brachte er uns sogar einen Karton für über die Windschutzscheibe. Zuerst hatten wir den Eindruck, das sei ein Bettler, doch dann stellte sich heraus, dass er der Nachtwächter eines Strandkioskes war. Uns überraschte, wie willkommen wir an dieser Strandpromenade waren, wo Wildcampieren an manchem Strandort in Europa überhaupt nicht gerne gesehen wird.
Google Maps : Guarapari

Sauvage Attendance Usario (SAU)

Agua de Coco

Schöne Aussicht

Kaktusse auf schwarzem Fels

Do 1.März. Guarapari

Der Nachtwärter wischte in guter Laune den Platz und befestigte auf verschiedenen Windschutzscheiben Kartons gegen die Hitze. Leider verstanden wir ihn nicht genau, er war jedoch zufrieden, dass wir so dankbar um seine Hilfe waren. Er tat uns ein wenig leid, da er seit ca. 7 Uhr abends am arbeiten war und morgens um 9 Uhr immer noch keine Anstalten auf einen baldigen Feier"morgen" machte.
Eigentlich wollten wir heute mit dem lustigen Wasserfahrrad mit den grossen Rädern ins Meer hineinpadeln und schnorcheln, doch der Besitzer des Wasserfahrrads, so versicherten uns die Einheimischen, seie nur am Wochenende anwesend. Das Schnorcheln mussten wir auch aufgeben, da die Preise im Internet nicht gerade verlockend aussahen, obwohl wir keine Ahnung hatte, welcher Preis für was gedacht war.. Richtung Rio gibt es auch noch schöne Strände wo man sicherlich nur die Ausrüstung bezahlen muss. So spielten wir am Morgen im Strandrestaurant eine Partie Schach, um danach die Wäsche abzuholen und am Nachmittag eine einstündige Bootsfahrt zu machen. Als wir mit dem Zettel frühzeitig am kleinen Hafen ankamen, war weit und breit kein kleines Schiff zu sehen und wieder einmal erklärten uns die Einheimischen, dass zu wenig Leute angemeldet gewesen seien und die "tägliche" Bootsfahrt heute ausfalle. Obwohl ich es sehr schade fand, da wir all diese Dinge sehr gerne gemacht hätten, schaute ich dem restlichen Tag mit einer gewissen Erwartung entgegen. Es ist immer spannend, wenn etwas nicht so klappt, wie man es geplant hat, da man gewisse Dinge ohne diese Zufälle nie erlebt häte. So machten wir uns auf einen grösseren Spaziergang den kleinen Berg hinauf, der mit vielen Palmenu, Kakteen und anderen Pflanzen bewaldet ein wunderbares kleines Dschungelbild präsentierte. Obwohl wir heute nicht flogen, bekam ich den Gleitschirm auf unangenehme Weise zu spüren, da Richi es sich gewohnt ist, mit Sack und Pack einen Berg zu erklimmen...Auf der anderen Seite des Hügels unten angekommen, hatten wir einen himmlischen Ausblick. Vor uns tauchte nämlich ein herrlicher kleiner Strand auf, der links und rechts von riesigen Klippen umgeben war. Wir liefen rechts hinüber und sichteten zwei Urubus auf den Klippen oberhalb der herausragenden Kakteen. Hinten sah man mehrere Meter hohe Wellen auf die Klippen aufschlagen, ach so ein Anblick kann man nicht in Worten fassen... Danach liefen wir wieder zurück zum Strand und gingen den anderen Weg links entlang. Richi immer ein paar Schritte voraus und manchmal mit einem leicht gequälten Gesichtsausdruck, da ich nicht wie ein Steinbock über die Felsen hopsen konnte, nein, ganz im Gegenteil;-) Als wir wieder zurückkamen und den Hügel zurück zu unserem Büssli liefen, waren wir uns einig, dass dieses Erlebnis bestimmt schöner war als eine einstündige Bootsfahrt. Am ursprünglichen Strand angekommen, waren wir so durstig, dass wir Agua de Coco und andere Getränke nur so hinunterleerten. An diese enorme Hitze haben wir uns nämlich noch nicht so sehr gewöhnt. Richi lies noch im "Da Vinci Code" (auf Spanisch!!) und ich spazierte am Strand entlang und genoss es enorm. Dass ich eine Strecke davon joggte, sagt wohl alles über die schöne abendliche Stimmung, die dort herrschte. Danach fuhren wir mit unserem Bussji wieder weiter bepackt mit vielen schönen Erlebnissen.

Mirella mit Kaktus

Wir beide

Einsamer Strand

Urubu (Geier)

Brandung

Gischt vor einer Lagune

Sportunterricht am Strand

Fr 2.März. Alfredo Chaves

Den Tankdeckel fanden wir auch bei Tageslicht nicht, so kauften wir bei einer Tankstelle einen Neuen. Da wir für Castelo schon etwas spät dran waren, fuhren wir zum näher gelegenen Alfredo Chaves. Da trafen wir die zwei Franzosen und die vier Amerikaner, die wir in Pancas gesehen hatten wieder. Die Franzosen fuhren gleich mit der gleichen Navette zum Startplatz. Auf der Fahrt lernten wir auch den Brasilianischen Importeur von Mac Para kennen, der in Alfredo Chaves wohnt, und ab und zu in Europa Acro Wettkämpfe bestreitet. Oben angekommen mussten wir zuerst einmal zusehen wie der Regen näher kam. Als er dann durch war, warteten wir noch eine Weile, bis die Seebrise kam, und damit die Windrichtung und -stärke besser wurde. Wir starteten gleich als zweiter Tandem, und soarten eineinhalb Stunden in Startplatznähe über Wiesen und Wasserfällen, sowie vor einer schwarzen Felswand mit Jungel, wo wir Affen schreien hörten. Als wir der Felswand einmal sehr nahe waren, verjagte uns ein Hawk. Später sagte man uns, dass diese Vögel gerade Brutzeit haben. Am Abend fuhren wir nach Castelo, wo wir eine Pizza bestellten in der Hoffnung diese wäre Italian Style. Der Pizza nach zu urteilen ist es schon lange her, als sich die Italiener hier niederliessen...

Der Duplo startete mit uns

Da hörten wir Affen brüllen

Cashueira (Wasserfall)

Startplatz beim Vorbeiflug

Sa 3.März. Castelo

Die Amerikaner die wir in Pancas trafen, kamen schon vor uns in Castelo an, und wir konnten mit ihnen gemeinsam in einem Landcruiser Pilotentaxi zum Startplatz fahren. Die Fahrt ging durch kleine Bergtäler entlang von Kaffe- und Bananenplantagen. Nur schon die Landschaft ist einen Ausflug wert. Doch da kam der Wind kräftig von hinten, und auch langes Warten brachte nichts. So fuhren wir zu einem anderen Startplatz in der Nähe, und warteten auch da eine Weile. Schlussendlich konnten wir doch fliegen, und obwohl alle dachten, es gäbe nur einen Sinkflug, hatte es im Schatten kleine Thermikblasen mit denen wir den Flug auf eine halbe Stunde verlängern konnten. Am Abend fuhren wir zu David und Andrea, einem Paar aus Macae, das in Castelo in der Nähe des Startplatzes eine Ferienwohnung hat. Zum Abendessen gab es Lasagne und Reis. Die Lasagne war supergut, so haben wir in Castelo doch noch richtiges italienisches Essen gefunden. Beim Abendessen erfuhren wir von Andrea, dass die Analphabetenrate auch in Castelo hoch seie und dass oftmals Kinder ab 3-4 Jahren mitanpacken müssen. Der Staat versucht diesem grossen Problem jedoch entgegenzuwirken, indem er Kindern, die die Schule ohne grosses Fernbleiben besuchen, ein Schulgeld erhalten. Als wir nachher zum Büssli gingen, sahen wir gerade noch das Ende einer Mondfinsternis.
Google Maps : Castelo

Aussicht vom Startplatz

Bergtal

Kaffe- und Bananenplantagen

So 4.März. Castelo

Nach einem riesigen Zmorgen fuhren wir zu einem weiteren Startplatz, der direkt vor dem Wochenendhaus des Bürgermeisters ist. Die Fahrt war eine echte Probe für unser Büssli. Auf den Naturstrassen ging es steil bergauf und unser Büssli hat sich tapfer geschlagen, bis es leicht anfing zu regnen. Da wurde die rote Erde glatt wie Seife, und die Räder drehten durch. Beim rückwärts runterfahren kam es wie es kommen musste, und wir steckten im Schlamm fest. Für die Schneeketten war es schon zu spät, doch bevor wir Spaten und Sandbleche verdrecken mussten, kam uns David zu Hilfe und zog uns mit seinem Geländewagen aus dem Dreck. Der Boden war schnell wieder trocken, und den Rest schaffte unser Büssli dann wieder alleine. Beim Bürgermeister waren wir zum Mittagessen eingeladen, und es gab Curasco (Grillfleisch) und Salat. Ein paar Piloten starteten, darunter auch der 14 jährige Sohn des Bürgermeisters. Wir warteten etwas zu lange, denn eine grosse Regenfront kam langsam näher. So entschieden wir uns unverrichteter Dinge schnell runterzufahren, bevor die Strasse nass wurde, denn die Einheimischen sagten uns, dass die Strasse gefährlich wäre, nachdem es richtig geregnet hätte. Wir kamen am Regen vorbei, aber David sagte uns später es habe oben wirklich stark geregnet. Am Abend fuhren wir weiter Richtung Süden, wo wir kurz vor Campos dos Goitacazes übernachteten.

Seil befestigt

Aus dem Schlamm gezogen

Steile Naturstrasse

Bananenstaude
 

Mo 5.März. Macaé

Als erstes putzte Mirella heute das Büssli innen wieder mal auf Hochglanz. Dann brachen wir auf Richtung Macae, wo David und Andrea zu Hause sind. Ihrem Anschein nach gab es in Macae zwar nicht viel zu sehen. Vom Ufer aus sahen wir eine Bohrinsel, die vor allem Richi gerne besichtigt hätte. Leider kamen wir jedoch nicht so einfach dazu und so besuchten wir kurz das Städtchen. Beide nicht unbedingt Fans von grösseren Städten trieb uns die Neugier weiter südlich zu Rio dos Ostras, das auch am Meer gelegen ist. Andrea und David schwärmten uns in Castello von der schönen Gegend mit den glasklaren Stränden vor und wir hatten denselben Eindruck. Da uns Andrea mehrmals ans Herz gelegt hatte, Buzios zu besuchen, da man dort gut schnorcheln kann und der Ort einfach hinreissend sei, fuhren wir die paar Kilometer von Rio dos Ostros südlich. Leider wurden wir jedoch an einer Baustelle angehalten und man versicherte uns, dass unser Bussji für die Durchfahrt nach Buzios mit gemessenen 2,95 m etwa 15 cm zu hoch sei. Man schlug uns vor, unsere Dachbox zu demontieren, aber diese Herren waren bei der Montage nicht dabei und unser kleiner Wohnraum hätte wohl nach einer 1-stündigen Demontage wieder einer Art Besenkammer geähnelt. Dies hiess nun für uns, dass wir einen 3-stündigen Umweg in Kauf nehmen mussten. Da unser Weg fast über Macae zurück ging, entschlossen wir uns, das Angebot von Andrea und Davi anzunehmen und bei Ihnen zu übernachten. Nach etlichen Fragen an mehr oder weniger ortskundige Einheimische fanden wir die kleine Insel, die zur Stadt Macae gehört. Die Gegend ist ein Nobelviertel und wir bestaunten die wunderschönen Häuschen. Auch wenn wir nach unserer Rückkehr bestimmt nicht daran denken dürfen, so ein Häuschen würde uns schon gefallen. Man darf ja immer träumen.... Bei ihrem Häuschen angekommen, wurden wir sehr herzlich aufgenommen und sassen noch lange zu zusammen. Neben der so symphatischen Gesellschaft ist es ein hochgeschätzter Luxus, so ein sauberes Badezimmer benutzen zu dürfen. Wir freuen uns jetzt schon darüber, dass uns Andrea und Davi das nächste Jahr wahrscheinlich in der Schweiz besuchen kommen.
Google Maps : Macaé

Di 6.März. Buzios

Wieder gab es ein grosses Frühstück, bei dem auch der Papagei dabei war. Dieser ass fleissig mit, sei es aus der Hand, oder direkt aus Davi's Mund. Wenn er gerade Lust hatte, etwas bessere Aussicht zu haben, kletterte er auf die Schulter. Er ist der König im Haus und ist sich dessen auch vollumfänglich bewusst. Ach, amüsierten wir uns, wenn er einen Unsinn machte und danach wie ein Kind lachte. Das Telefon ahmte er so gut nach, dass wir immer wieder das Gefühl hatten, dass es läutete. Andrea erzählte uns, dass er manchmal das Telefon nachahme und sobald man dann nachschauen geht, fängt er an zu lachen, was er ausserdem auch macht, wenn er jemanden beisst und diese bedauernswerte Person daraufhin zurückzuckt. Er stieg auch auf Richi's Schulter, der wohl jedes Tier ausser Kröten, Spinnen und Kätzchen anzieht.
Davi rief seinen Kumpel in Buzios an, der uns dort helfen sollte, uns einzuquartieren. Nach dem Frühstück fuhren wir nach 9 Uhr los und hatten schon langsam ein schlechtes Gewissen, als Andrea mehrmals von ihrer Sekretärin angerufen wurde und  uns noch  jenste Tipps und  Bilder für unsere bevorstehende Reise zeigte. Die saunaartige Fahrt endlich hinter uns gebracht, empfing uns Capelloni und zeigte uns den Flugberg. Aufgrund des starken Nordostwindes war es jedoch nicht möglich zu fliegen. Wir staunten nicht schlecht, als er uns erzählte, dass es hier in Brasilien Flugschulen gibt, bei denen man nach 10 Stunden schon ausgewiesener Pilot ist und dabei den Schirm noch nicht mal am Boden im Griff hat. Nachdem Capelloni seinen Verpflichtungen nachging, spielte Richi noch ein bisschen mit seinem Kite und ich las am Strand. Danach genossen wir einen langen Spaziergang am Strand, wobei manche Spuren auf Richi zurückzuführen sind, denn wer ist schon so fies und rennt im Kreise neben einem her, voller Spass auf eine nachrennende aber niemals aufzuholen vermögende Freundin;-) Wieder einmal kochten wir unsere mitgebrachte Schweizerrösti und das arme halb verhungerte Kätzchen, das uns in den Bus folgte, kriegte auch eine kräftige Portion ab.

Gesunkener Kutter

Papagei beim Frühstück

Richi am Strand

Krebs beim Höhle buddeln
Google Maps : Buzios

Mi 7.März. Buzios - Cabo Frio

Da wir direkt am Strand übernachteten, spazierten wir am Morgen eine Weile, bevor wir uns in die Fluten stürzten. Heute sollte gut zum fliegen sein, doch der Wind stimmte mich am Morgen schon skeptisch. Capelloni war da anderer Meinung und erklärte mir, dass der Wind vor dem Startplatz die Richtung ändert und so schön gerade auf diesen zufliesst. So machten wir uns auf den Weg. Um an den Startplatz zu kommen muss man in ca 20 Minuten den Berg zu Fuss erklimmen. Die erste Hälfte kann man als Wanderweg bezeichnen, während die Zweite eher ein Trampelpfad durch die Büsche ist. Mirella drehte nach der ersten Hälfte um und ging am Strand laufen. Ich wurde im oberen Teil immer schön von Büschen und Kakteen gestreichelt zwischen denen der Weg durchging. Oben angekommen schätzte Capelloni den Wind auf 40 - 50 km/h. Wenigstens war die Aussicht schön, und wir konnten uns vom Wind etwas trocknen lassen, bevor wir die Säcke wieder runterschleppten. Capelloni und auch der deutsche Deltapilot, der vor 10 Jahren hierher ausgewandert ist, versicherten uns, dass man morgen ganz sicher fliegen kann. Doch wir verabschiedeten uns und fuhren weiter über Cabo Frio nach Areal do Cabo, wo wir herrlich weissen Sand sahen. Auf der weiteren Fahrt nach Rio der Küste entlang sahen wir auch, wie hier aus Meerwasser Salz gewonnen wird. Kurz vor Rio sahen wir einen Waldbrand direkt neben der Strasse.
In Rio wartete Indy, unser Tourguide auf der letzten Brasilienreise, schon auf uns und zeigte uns einen bewachten Parkplatz, wo wir übernachten konnten. Wir konnten bei seiner Freundin die Dusche benutzen, was für uns nach der heissen Fahrt eine grosse Erlösung war. Danach gingen wir zu viert eine Pizza essen. Als Mirella in der Nacht auf die Toilette ging, hatte sie nicht mehr das Gefühl, der Parkplatz sei gut bewacht, denn der Sicherheitsmann schlief in seinem Häuschen am Boden...

beim Strandkiosk

Sicht vom Startplatz nach Cabo Frio

Sicht vom Startplatz nach Buzios

Capelloni am Startplatz

Capelloni und Richi

Idealer Landeplatz

Weisser Sand in Areal do Cabo

Salzgewinnung

Do 8.März. Rio de Janeiro - fliegen in Sao Conrado

Den Corcovado, den Christus, das Wahrzeichen von Rio wollten wir heute Morgen besuchen. Indy malte uns eine Karte mit Wegbeschreibung mit der wir den Weg finden sollten. Er sagte uns, dass bei einer Brücke Jungs warteten, die Guides sein wollen, und dass wir da einfach weiter fahren sollen. Das machten wir auch, doch die Jungs rannten uns hinterher, und riefen stop. Nach etwas Diskutieren und einem Telefon mit Indy, glaubten sie uns, dass wir selber hochfahren wollen und liessen uns ziehen, doch etwas weiter oben kamen wir an eine Barriere, und es kamen wieder ein paar Möchtegern Führer gerannt, die uns erklärten, man brauche einen Führer um hochzufahren, es habe problematische Quartiere auf dem Weg. Da hatten wir genug und sagten, wenn es wirklich so problematisch sei, dann gingen wir halt an den Strand.
Etwas gefrustet assen wir das Mittagessen bei einem Amerikanischen Restaurant und warteten auf Indy. Mit ihm fuhren wir allen bekannten Stränden (Copacabana, Ipanema, Leblon ... ) entlang nach Sao Conrado, dem Fluggebiet wo man über Rio fliegen kann. Wir staunten nicht schlecht, dass die Millionenstadt Rio de Janeiro mit Gleitschirmen und Deltas um Touristen wirbt. Mirella hatte recht Angst vor dem Start an diesem Startplatz, und als wir beim Start kurz ausgehebelt wurden, bekam ich das auch zu hören. Wir konnten eine Weile über dem Startplatz soaren, und auch an der hohen schwarzen Felswand südlich davon. Mit diesem Wind ist es leider nicht möglich zum Christus rüberzufliegen, aber von weitem sehen konnten wir ihn, und wir genossen die Aussicht auch so.
Am Abend trafen wir Bruna, die ich vor 3 Jahren in Rio kennengelernt habe. Auf dem Weg dahin wären wir beinahe in eine Strasse gefahren, die uns nicht so gefiel. Bei Tageslicht sah die Strasse jedoch nicht mehr so schlimm aus.

Delta beim Start in Sao Conrado

Der Startplatz aus der Luft

Aussicht aus der Luft

Fr 9.März. Rio de Janeiro - Botanischer Garten, Christus

Nachdem wir wieder ein Bad an der Praia Flamengo nahmen, und etwas durch die Strassen im Quartier Flamengo schlenderten, machten wir uns auf, den Botanischen Garten von Rio zu besuchen. Das soll der älteste und kompletteste in ganz Südamerika sein. Wirklich sahen wir eine Vielfalt von Bäumen, Sträuchern und Blumen.
Nachher holten wir mit ein paar kleinen Umwegen Indy ab und fuhren zusammen mit ihm zum Corcovado hoch, wo wir nochmals den Gang zum Christ, DEM Wahrzeichen in Rio gehen wollten. Er zog extra sein gelbes SOL T-Shirt an, und damit ging er wirklich als Guide durch, und musste keinen Eintritt bezahlen. Er wusste oben auch, wie man die besten Fotos macht. Wir blieben beim Christus bis kurz nach Sonnenuntergang und bestaunten die Aussicht. Danach zeigte er uns einen kleinen Wasserfall, bei dem wir uns mit einer Dusche abkühlen konnten. Nun ja, Wasserfall ist wohl etwas übertrieben, aber es hat hier seit zwei Monaten nicht mehr geregnet, und der Wasserfall ist auch recht hoch gelegen. Beim Runterfahren machten wir noch bei einem anderen Aussichtspunkt halt und bewunderten Rio by Night.
Nachdem wir Indy wieder nch Hause brachten und uns verabschiedeten, fuhren wir aus der Stadt raus, und suchten nach einer Übernachtungsmöglichkeit. Diese fanden wir erst in Angra dos Reis.

Kleiner Wasserfall

Regenwald

dieser Ort ist aus einer Soap Opera bekannt

Der Japanische Teil des Gartens

Mirella und Richi vor dem Sugar Loaf (Zuckerhut)

Mit Indy unterwegs

Aussicht zum Zuckerhut

Aussicht nach Sao Conrado

Das können wir auch

Corcovado bei Sonnenuntergang

Indy unter dem Wasserfall

Richi unter dem Wasserfall

Mirella unter dem Wasserfall

Rio by Night

Jesus by Night

Sa 10.März. Angra dos Reis - Parati

Von Angra dos Reis selber haben wir nicht viel gesehen, aber die Fahrt um die Halbinsel war sehr schön. Ein paar Mal sahen wir einen schönen Strand, stoppten und nahmen ein kuzes Bad, bevor es wieder weiter ging. Am Mittag sahen wir auf einem Wegweiser einen Strand - Kioskes eine Deutsche und eine Schweizerfahne. Wir sahen ein paar Deutsche beim Biertrinken, die Schweizer seien auf Reisen. Wir schwammen ein bisschen und kühlten uns im kleinen Bach ab, der zum Strand führte. Die Fahrt von Angra dos Reis nach Parati war einfach traumhaft. Tropische Bäume und kleine Strände mit wenig Leuten. In Parati angekommen, erkundigten wir uns im Tourismusbüro, ob es möglich sei, am darauffolgenden Tag mit dem Schiff zur Isla Grande zu fahren und zu schnorcheln. Leider war dies aufgrund der Distanz  nicht möglich, wir buchten jedoch ein Angebot einer 5-stündigen Schiffahrt inklusive Schnorchelausrüstung und Halt an 4 Inseln.
Danach fuhren wir mit unserem Bussji zu den Wasserfällen, die wir auf den Fotos sahen. Dort angekommen, blieb einem fast der Atem stehen. Vor uns befand sich ein Fels, auf dessen ein Wasserfall hinunter lief. Einheimische Jungs surften auf dem Fels auf ihren Füssen hinunter, was mehr als halsbrecherisch aussah. Natürlich hat Richi nicht zugeschaut und plantschte somit mit den anderen ins Wasser. Unten und oben konnte man baden, nachdem man die kleineren und mittleren Steine überquert hatte. Ringsherum tropischer Wald, ein Bild, wie man es aus kitschigen Postkarten kennt. Wir tranken noch etwas an der kleinen Bar, wo Pärchen zu Sambamusik ihre Hüfte schwingten. Es war wunderschön, ein unvergesslicher Nachmittag. Zurück in Parati, wollten wir einmal die einheimische Küche ausprobieren und waren uns einig, dass wir wohl weniger Karten gelesen hätten, falls wir nur in Kurzferien befänden. Als wir dann in einem billigeren Restaurant nach Spaghetti Carbonara und Pasta mit Meeresfrüchten die Rechnung sahen, freuten wir uns weniger. Der Betrag war höher, als wir ihn ausgerechnet hatten. Die 10 % Trinkgeld, die noch zusätzlich daraufgeschlagen wurden, konnten wir noch verstehen, der Zusatzbetrag pro Person (30 % des Gesamtbetrages) für die Sängerin haben wir jedoch ganz spontan nicht bezahlt. Schliesslich wurde davon nichts erwähnt.
Der Spaziergang auf dem steingepflasterten Gehsteig war sehr schön, es gab viele kleine Shops, die sehr gepflegt aussahen. Vom Tourismusbüro erfuhren wir, dass Parati vor vielen Jahren ein wichtiger Hafen war, da dort das Gold aus den Minas Gerais nach Portugal verfrachtet wurde. Später wurde dieser Exportpunkt auf Rio de Janeiro verlegt, weshalb die Einwohnerzahl der Stadt von 60'000 auf 600 Einwohner sank. Wir übernachteten einmal mehr bei einer Tankstelle mit Vorfreude auf die Schnorcheltour am nächsten Tag.

Insellandschaft

Insellandschaft

Büssli aus dem Sand befreien

Strand beim Schweizer Kiosk

Coole Rutschbahn

Richi beim spielen

Der obere Tümpel beim Kiosk

Wir zwei beim Wasserfall

Google Maps : Parati

So 11.März. Parati

Am Morgen liefen wir zum Hafen, wo unsere Tour begann. Wir waren etwa 40 Leute und das Schiff legte an 4 Inseln an, wo man schnorcheln konnte. Es war wunderschön, den farbigen Fischen zuzusehen, die alle sehr klein waren. Das Wasser bei der ersten Insel war so klar, dass man vom Schiff aus etwa 5 Meter hinunter auf den Meeresgrund sah. Wir genossen die Mahlzeit an Bord, als sie endlich serviert wurde, vor der teuersten Insel in Brasilien, die (soweit wir der Übersetzung einer anderen Passagierin folgen konnten) dem FIAT Chef von Brasilien gehört. Die kleinen Inseln hatten keine Strassen und es gibt dort bestimmt viele giftige Schlangen und Vogelspinnen. Etwas enttäuscht waren wir, dass diese Tour, die uns auf Englisch verkauft wurde, wieder einmal nur in Portugiesisch war. Wir empfehlen allen, die nach Brasilien reisen, vorher einen Portugiesisch-Kurs zu besuchen, da oftmals nicht mal Tourismusorte oder Angestellte in Tourismusbüros eine anderen Sprache neben Portugiesisch sprechen.
Nach der Tour machten wir uns auf zum Internet-Café und übernachteten bei derselben Tankstelle wie am Vorabend.

Bewohnte Insel

Bewohnte Insel

Mit einem ähnlichen Schiff sind wir unterwegs

Fütterung der 10cm Fische

Richi on the ground

Noch ein Platz zum schnorcheln

Bucht ohne Strasse am Festland

Die letzte Insel des Ausfluges

Der Hafen von Parati

Mo 12.März. Fahren

Heute sind wir praktisch den ganzen Tag gefahren. Am Morgen ging es noch der Küste entlang mit schöner Aussicht auf Strände und Buchten. Wir hielten kurz an einem grösseren Strand an, um zu Frühstücken und staunten nicht schlecht, als sich dort ein kleiner Aquapark im Meer erhob. Bei Santos wurde es etwas schwierig, den richtigen Weg zu finden. Als wir endlich den Weg durch Santos fanden, fuhren wir auf der anderen Seite durch eine düstere Gegend. Da wir schon Polizisten sahen, fragten wir diese gleich nach dem Weg. Die netten Kerle begleiteten uns daraufhin bis zur nahen Autobahn. Als wir uns bedankten, sahen wir wie einer der Polizisten im Auto mit seinem Revolver spielte. "Dein Freund und Helfer" trifft hier wirklich zu... Der Rest war dann Autobahn mit mehr oder weniger Löchern. Am Abend gönnten wir uns ein Essen in einer Churasceria mit allen Sorten Fleisch so viel man wollte. Das Dessertbuffet war so gut, dass Mirella es gleich zweimal besuchte. Zu ihrer Entschuldigung muss ich allerdings erwähnen, dass sie vom Kellner eine Mini-Schale erhielt, als ich den grossen Teller schon beladen hatte.

Die einen haben Sprungtürme, die Brasilianer haben...

Di 13.März. Fahren

Wieder fuhren wir lange Stunden durch Brasiliens Strassen, die heute wieder einmal zu wünschen übrig liessen. Auf den Autobahnen breiteten sich über lange Strecken unzählige Schlaglöcher aus und wir durften nicht daran denken, wie gut dies unserem Bussji bekam. Und wenn die Strassen mal besser waren, liess die nächste Zahlstelle nicht lange auf sich warten, obwohl wir in Erinnerung an unsere letzte Route extra eine Strasse ohne eingezeichnete Zahlstellen auswählten. Wir haben vor allem heute oft an unsere Schweizer Strassenarbeiter gedacht, die professionnelle Arbeit leisten. Auf unseren Autobahnen ist es undenkbar aber auf Brasilianischen kam es nicht selten vor, dass jemand darauf joggte. Sogar Fussgängerstreifen und Tore durch die hohen Mauern, die den Gegenverkehr absperrten, sind normal! Wie bitte soll man über 100 km/h fahren, indem man fast über Schlaglöcher schanzt und auch noch auf Fussgänger achten soll? Wahrscheinlich einfach die brasilianische Leichtigkeit bewahren und die vielen Gomerias (Pneuhandlungen) vor Augen haben, die es in jeder Ecke gibt.

Das Hochland von Paranà

Mi 14.März. Eldorado

Bis zur Grenze schafften wir es noch am Vormittag, und wieder war das Zollhäuschen auf der brasilianischen Seite leer, und wir konnten einfach durchfahren. Die Abfertigung auf der argentinischen Seite dauerte ca. eine halbe Stunde. Die Beamten füllten ein paar Formulare aus, wollten Dokumente sehen, machten ein paar Stempel und  waren erstaunlich freundlich und motiviert. Nachdem wir die Frage, ob sie unser Büssli untersuchen dürfen mit "si claro" beantworteten, steckte die Beamtin ihren Kopf durch die Türe, zog ihn wieder raus und die Inspektion war überstanden. Bis kurz nach Mittag schafften wir es nach Eldorado, wo wir unsere Gasflasche endlich wieder nachfüllen lassen wollten. In Brasilien fanden wir keine Möglichkeit dazu aber in Argentinien ist das viel einfacher. In Brasilien kocht man mit Butan, und die Flaschen werden industriell nachgefüllt. Propan fanden wir erst gar nicht. In Argentinien kocht man mit Propan, und fast in jeder Stadt gibt es jemanden, der die Flaschen nachfüllt. Das Problem ist nur der Anschluss. Um das Adapterset, das ich letzten September in der Schweiz bestellte, aber nie erhalten habe, wären wir jetzt froh gewesen. Aber nachdem wir eine Dreherei und zwei Elektro- und Gasläden besuchten, hatten wir unseren Adapter aus 5 Einzelteilen beisammen, und die Flasche konnte gefüllt werden. Endlich läuft der Kühlschrank wieder richtig, und wir können im Büssli kochen. Den Benzinkocher benutzen wir jeweils nur ausserhalb.
Die Fahrt auf argentinischem Boden unterscheidete sich sofort vom brasilianischen. Die Bananenstauden wurden weniger, die Hügel verminderten sich und wir sahen wieder mehr und mehr Tannenbäume. Statt der Hügel gibt es hier vermehrt Sümpfe. Da Argentinien dünner besiedelt ist, müssen wir wieder eher volltanken, während wir in Brasilien oft nur für 20Reais tankten in der Hoffnung, bald eine billigere Tankstelle zu finden. Ausserdem reiteten ab und zu Gauchos vorbei. Die Pampa in Argentinien, die ja sehr flach ist, war lange besitzlos und nur von herrenlosen Rindern bewohnt. Als jedoch ein neues Kühlsystem erfunden wurde, das es ermöglichte, das Fleisch aus Argentinien über den Atlantik zu exportieren, boomte ein neuer Wirtschaftszweig. Das Land wurde mit Stacheldraht durchzogen und die bis dahin nomadisierenden Gauchos mussten fortan die Rinder ihrer Herren, der Viehbarone zähmen. Dafür verwenden sie ihre Arbeitspferde, die sie ebenfalls zuerst zähmen müssen.
Ebenfalls sahen wir an den Strassenrändern wieder die bekannten kleinen Gedenkstätten an die Difunta. Diese wird in Argentinien als Heilige verehrt, obwohl sie die katholische Kirche (noch) nicht anerkennt. Die Difunta ist Mitte des 19. Jahrhunderts ohne Wasser und Proviant losgezogen, um ihren Mann, der aus dem Heer der berüchtigten Facundo Quiroga, das gegen die Spanier kämpfte, zu befreien. Als Gauchos die Difunta fanden, war sie längst tot, ihr Kind jedoch lebte, da ihre Brust noch Milch hatte. Die Difunta wird vor allem von den Camioneros verehrt, die einmal jährlich nach San Juan, dem Wallfahrtsort der Schutzheiligen fahren, um ihrer zu gedenken. Ihr bringen sie ihre Bitten dar und hoffen auf ihren Schutz während den langen und oft auch gefährlichen Fahrten. Die Gedenkstätten bestehen meistens aus roten Fahnen und etlichen Wasserflaschen. Letztere waren ursprünglich dafür gedacht, dass Reisende immer genügend Wasser zu trinken hatten und nicht wie die Difunta verdursten mussten. Nun bleiben die Wasserflaschen meist liegen, bis sie jemand wegräumt. Die Camioneros sind sehr religiös und haben in Argentinien wie auch in Brasilien oft Glaubensbilder auf ihren Camions.

Do 15.März. San Ignazio & Staudamm

Nach einer kurzen Fahrt am Morgen besuchten wir die Ruinen einer Jesuitensiedlung und hatten dabei das Glück, einen Führer für uns zwei zu erhalten. Ich war sehr dankbar, dass mir Richi das Spanisch gesagte immer gleich übersetzte, da alles hoch interessant war. Die Jesuiten bauten Anfang des 17ten Jahrhunderts Missionen unter anderem in San Ignacio auf. Zu ihrer Blütezeit im 18. Jahrhundert zählten die Jesuiten-Kommunen gut 100'000 Guarani-Indianer. Das Ziel war nicht Profit und Ausbeutung sondern das friedliche Zusammenleben im christlichen Glauben und das gegenseitige Lernen. Die Mönche profitierten vom Wissen der Indianer in Naturheilkunde und Ackerbau, diese wiederum lernten das Lesen, Schreiben und europäische Handwerkstechniken. Die Lebensweise änderte sich auch insofern die Indianer vorher in Polygamie lebten. Jedes Dorf erhielt dieselbe Einrichtung mit einer Kirche und politisch-militärischen Institutionen, in denen auch Jungs im Alter von 14-17 Jahren untergebracht waren. Es gibt tatsächlich noch 4 km entfernt von San Ignacio ein Dorf, das im Wald noch ähnlich lebt wie früher. In der Provinz Missiones leben zur Zeit ca 3'500 Guaranis in solchen Reservaten. Alle sprechen neben Guarani auch spanisch. Leider hat man durch die Kolonialmacht ihr Territorium so eingeengt, dass sie dort nicht mehr vom Fischfang und der Jagd leben können. Die Tiere sind nämlich ausgestorben. Daher bringen sie ihre Kunsthandwerke unters Volk, um vom Verdienst zu leben. Kinder gehen dort 6 Jahre zur Schule und helfen später bei der Bewirtschaftung der Felder mit. Musik und Tanz gehören zur Kultur der Guarani Indianer. Wir hatten die Wahl, dieses Dorf mit unserem Führer zu besuchen, der Preis liess uns diesen äusserst interessanten Vorschlag jedoch von selbst wieder abschlagen. Die Ruinen waren noch äusserst gut erhalten, wir sahen auch einen Altar sowie die Ruhestätte von 7 Jesuiten. Der Führer zeigte uns einen Baum, der seine Wurzeln über eine mannshohe Steinmauer geworfen hatte. Vor 100 Jahren habe ein Vogel die giftige Frucht dieses Baumes auf der Steinmauer ausgeschieden, worauf dieser gewachsen sei. Der einheimische Tourguide, der für uns typisch indianisch aussah, erklärte uns, dass er nur Guarani spreche, jedoch wie ein Europäer aussehe. Indianer hätten keinen Bartwuchs und viel derbere Haut. Ausserdem seie ihre Nase platt und nicht schmal gezogen. In 70 % der Argentinier fliesse indianisches Blut, was diese jedoch oft nicht wissen oder wie die Porteños ins Buenos Aires nicht wahrhaben wollen.
Am Schluss sahen wir noch eine eingepflanzte Ananas, die stachelige Blätter hatte und süsser schmecke, als die meist verkaufte Pinha (wir nennen diese wohl auch Ananas), die weniger Geschmack habe.
Am Nachmittag besichteten wir die "Repressa Hydroelectrica de Yacyreta" an der Argentinisch  Paraguayanischen Grenze. Dieses Monument der Technik wird oft auch als Monument der Korruption bezeichnet. Das ganze Unterfangen wird auf 12 Milliarden US$ geschätzt. Der Bau begann 1984, und ist beim Damm selber eigentlich abgeschlossen. Der Höhenunterschied des Wassers beträgt im Moment 18 Meter, soll aber auf 23 Meter steigen, sobald alle Dämme in der Umgebung fertig sind. Manche Dämme sind über 80 km lang. Mit dem jetzigen Höhenunterschied läuft die Anlage auf 75%. Im Endausbau sollen die Generatoren so viel Strom produzieren dass sie 25% des gesammten argentinischen Stromverbrauches abdecken könnten. Neben der Schläuse wo die Schiffe den Damm passieren können (gleiches System wie in Panama), gibt es einen speziellen Aufzug für die Fische, die stromaufwärts schwimmen wollen.
Bei der weiteren Fahrt am Abend fing die Kühlwasserwarnlampe an zu blinken. Beim erstem Mal konnte ich Kühlwasser nachfüllen, beim nächsten Mal hatte es noch genügend Wasser. Hoffen wir dass das kein grösseres Problem wird...

Anordnung der Jesuitenmissionen

Unser Führer mit vielen interessanten Informationen

Ein über hundert jähriger Kaktus

Baum mit Herz aus Stein

Jetzt wissen wir wo Ananas wachsen

Ein Junger Gautcho

20 Turbinen auf 800 Meter

Die untere Seite des Dammes

Die Schleuse

Fr 16.März. Corrientes

Die Kühlwasserlampe noch im Kopf, räumte ich alles Gepäck nach vorne, um den Motordeckel öffnen zu können. Im Expansionsgefäss hatte es genug Wasser und die Wasserpumpe sieht von aussen noch gut aus. Nachdem ich die ganzen Insekten vom Kühler geputzt hatte, funktionierte das Kühlwassersystem wieder ordnungsgemäss, und wir konnten uns aufs Fahren konzentrieren. Wir sind auf unserer Reise schon ca 14'000 km gefahren, wobei dies der erste technische Zwischenfall war. Weiter fuhren wir nach Corrientes und da über die Brücke. Nach Resistencia gings ins Hinterland auf der Ruta Nacional 16, die praktisch kerzengerade durch die Ebene führt. Mirella: Die Schlaglöcher betrugen nicht selten über 20 cm Tiefe und waren über ein Meter lang. Tja, und das nächste war manchmal 5 cm entfernt. Dies war eine echte Geduldsprobe für mich als ich am Steuer war, aber der Tag hatte schon gut begonnen, als ich erst in die 3. aufgesuchte Dusche gehen konnte. Dabei kamen wir in die Razia, als ich noch im Pyjama war. Aber bitte, welche durchschnittliche Schweizer Frau kann sich duschen, wenn es dunkel ist und überall Spinnen umhergramen, auch an der Decke? Daneben fand ich den Gang über den Asphalt neben den toten Kakerlaken nicht halb so ekelerregend. Wätsch... In Anbetracht, dass ich hier einige beleidigen könnte und alles teils zu Unrecht verallgemeinere, muss ich doch sagen, dass die Brasilianer in öffentlichen Sanitäranlagen wesentlich sauberer waren. Sogar Richi hat sich heute das 1. Mal seit dem Beginn unserer Reise geweigert, in die erste Dusche zu gehen. Und er war ein langjähriger und treuer Jungwachtler;-))

Sa 17.März. Fahren nach Tucuman

Da wir mit der Zeit nicht schlecht drinliegen beschlossen wir nicht direkt nach Famatina, sondern zuerst noch nach Tucuman zu fahren. Carlos, den wir in Carlos Casares und in Valadares getroffen haben, ist aus Tucuman und sagte, wir sollen ihn doch besuchen. Leider versäumten wir es die Kontaktdaten auszutauschen und so suchten wir in Tucuman angekommen als erstes den Landeplatz, um eventuell andere Piloten zu treffen, die Carlos kennen. Bei der Einfahrt in Tucuman hatte es ein paar Jungs, die sich etwas Geld mit Autowaschen verdienten. Für uns war das eine gute Gelegenheit, endlich die rote Erde von Minas Gerais abzuwaschen, die wir für Rio absichtlich noch drangelassen haben. Für 10 Pesos putzten 4 Jungs bestimmt eine halbe Stunde lang, bis das Büssli fast wieder wie neu aussah. Am Landeplatz war niemand, und so fuhren wir zum Aeroclub. Da war tatsächlich auch ein Gleitschirmpilot, und der rief Carlos sofort an. Doch genau dieses Wochenende war er in Buenos Aires zu einem Pink Floyd Konzert. Der Gleitschirmpilot zeigte uns die Bar Kilometer 12 gleich beim Landeplatz, wo sich die Piloten jeweils treffen. Der Besitzer, ein Chilene (www.parapentes.cl) spricht gut Englisch, und erklärte uns einiges über die Region. In seiner Einfahrt konnten wir auch übernachten und sein Bad benutzen.

Die Jungs beim Büssli waschen

So 18.März. Fliegen in Tucuman

Das Morgenessen gabs gleich in der Bar, und um 11 Uhr kamen die ersten Piloten, mit denen wir zum Startplatz hochfahren konnten. Die Thermik war schwach, und die Basis ca. 250 Meter über dem Startplatz. Die beste Saison für Tucuman ist zwischen August und November, und man sagte mir, für März sei das ein guter Tag. Im nächsten Oktober wird hier der letzte Weltcup der Saison stattfinden. So machte ich zwei Flüge in der Nähe des Startplatzes mit Toplandung und einen am Abend runter, der einiges länger wurde als ich dachte. Über dem untersten kleinen Hügel gabs auch schwache Thermik mit deren Hilfe ich ein Stück in die Vorstadt und wieder zurück fliegen konnte. Mirella hatte heute keine Lust zu fliegen, aber sie kam mit zum Startplatz, um die Aussicht zu geniessen.

Mo 19.März. Amaicha del Valle - Quilmes Ruinen

Da wir in unserem Reiseführer gelesen haben, dass oberhalb von Tucuman Indianerruinen existieren, entschieden wir uns, den Weg nach Famatina über diese Sehenswürdigkeiten zu erreichen. Wir fuhren als erstes nach Tafi del Valle, das auf  2'100 m liegt. Als wir nach unendlich vielen Kurven durch eine wunderschöne Gegend in Tafi del Valle angekommen sind, haben wir das erste Mal einen Blick auf die Voranden werfen können. Die Strasse führte nach dem Dorf weiter hinauf über einen Pass, der auf fast 3'100 m liegt. Unterwegs trafen wir ein deutsches Paar, das seinen Landcruiser ebenfalls verschiffen liess.
Wir haben erfahren, dass in Amaicha del Valle ein Museum zu besichtigen ist, das das Leben der Calchaqui-Indianer zeigt, die vor 2'000 Jahren eine Kultstädte mit zahlreichen steinernden Menhiren entrichteten. So machten wir uns auf, dieses Dorf nördlich von Tafi del Valle zu besuchen. Die Fahrt war atemberaubend, da die Hügel sehr viele Kakteen zeigten, die etwa 3 m hoch waren. Daneben sahen wir Tannen- und Laubbäume sowie grasgrüne Felder. Wir sahen Nachkommen der Indios, die mit mehreren Pferden unterwegs waren, um diese zu zügeln und Lamas, die uns neugierig anstarrten und höflicherweise ihre Spucke für sich behielten. Diese Bilder zeigten das typische Südamerika, wie wir es uns vor unserer Reise vorstellten. Auf den Strassen gab es auch viele Hütten, vor denen Indianerkunstwerke zum Verkauf angeboten wurden.
Das Museum in Amaicha del Valle zeigte das Leben der Calchaqui-Indianer, die von der Jagd lebten. Vor ihnen war die Gegend jedoch von Höhlenmenschen bewohnt. Vor dem Museum sahen wir einige nachgebaute Ruinen, die beispielsweise den Sonnengott zeigten, der in der Mitte Wasser und die Sonnenstrahlen aus Kakteen hatte.
Unser drittes und letztes Ziel für heute war Quilmes, das noch gut erhaltene Überreste einer pukará, einer präkolumbischen Indianerfestung, enthält. Auf dem Weg dorthin nahmen wir Monica, eine Österreicherin mit. Als wir in Quilmes ankamen, sahen wir einige Instrumente aus der Indianerzeit, die sich jedoch nicht gross vom vorigen Museum unterschieden. Was jedoch einzigartig war, waren die Ruinen, die wirklich die Reise wert waren. Wir sahen wie diese viereckigen Ruinen den Hügel hinauf reichten und waren oben erstaunt, wie weit sie sich ebenfalls auf der Ebene erstreckten. Die Aussicht oben war einfach wunderbar und auch die kleine Schwitztour wert, die ich hinter mich brachte, da Richi wieder mal alles halb hinauf hopste. Wir sahen vor uns die Ruinen und die vielen hohen Kakteen. Unten zeigte sich das Tal und hintendran die Voranden... Einfach traumhaft! Unten angekommen, kamen uns Lamas entgegen, die jedoch nicht auf ein gemeinsames Foto wollten.

Difunta Tempel

Tafi del Valle

Gauchos

2 Lamas auf der Passhöhe

Patchamama Museum in Amaicha del Valle

Richi mit Gaucho Hut

Mirella mit Kaktus in Quilmes

Ruinen in Quilmes

Ruinen in Quilmes

Landschaft im Hochtal

Di 20.März. Fahren nach Famatina

Am Morgen fuhren wir noch das letzte Stuck alphaltierte Strasse, bevor das Abenteuer losging. Dann folgten beinahe hundert Kilometer Naturstrasse mit teilweise starken Rillen. Obwohl wir eigentlich langsam unterwegs waren, wurden wir mit unserem Büssli regelrecht durchgeschüttelt.  Wir überquerten viele Bachbette, wobei die meisten ausgetrocknet waren. Die Landschaft entschädigte jedoch für die Strapazen. Das Hochtal, das auf durchschnittlich 2000 Metern lag war sehr breit, und auf beiden Seiten hatte es hohe Berge. Zum Teil waren sie rötlich, und ein paar waren ganz oben auch schneebedeckt. Wir sahen verschiedene Arten von Kakteen, und auch diese ganz speziellen Bäume mit dem hellgrünen Stamm, der selber auch assimiliert (Fotosynthese, sonst nur in den Blättern). Neben Pferden und Eseln sahen wir auch wilde Tiere, wie braune Füchse. Die beiden Pferde, die am Hals aneinandergebunden waren, beschäftigen Mirella immer noch. Als die Naturstrasse endlich zu Ende war, war es mit unserem Benzin auch schon fast soweit. Man sagte uns, es seien noch ca 13 Kilometer bis Belen, wo die nächste Tankstelle sei. Zum Glück ging es runter durch eine Schlucht mit Steinschlag. Mirella hatte schon Panik, doch das Benzin reichte genau bis zur Tankstelle. Die letzten paar Meter konnten wir noch ausrollen. Mirella: Das habe ich auch gerade jetzt erfahren, ich kann Euch jedoch entwarnen, Richi's Hals hat seine Grösse nach ziemlicher Überwindung behalten.. Als wir am Abend in Famatina eingetroffen sind, sind wir noch hinauf zum Startplatz gefahren, wo wir auch Frederic, einen Unterwalliser aus Haute-Nendaz trafen, mit dem wir die folgenden Tage viel Zeit verbrachten. So nahmen am Wettkampf fast ausschliesslich Argentinier, ein Kolumbianer, ein Schweizer mit Argentinier-Pass, ein Schwyzer sowie ein Walliser teil.
Google Maps: Famatina

Berge

Wildi Ross

Rote Felsen

Weisse Felsen

Mi 21.März. Famatina - Argentinische Meisterschaft

Heute war der erste Task der letzten Station der Argentinischen Meisterschaft. Am Morgen mussten wir eine Weile warten. Als es dann hochging, wehte der Wind am Startplatz schon kräftig. Es wurde ein Task über 47 Kilometer ausgeschrieben. Der Start verlief problemlos, man musste einfach eine Flaute abwarten und dann schnell starten bevor der Wind wieder zulegte. In der Luft hatte es oft Turbulenzen. Zuerst dachte ich, die kämen vom starken Wind, dann sah ich aber auf dem GPS, dass der Wind weniger als 20km/h betrug. Die Turbulenzen waren auch weit im Tal draussen zu spüren. Ich denke, dass der Temp zu gut war, so dass kleine Warmluftblasen hochschossen, ohne richtige Thermikschläuche zu bilden. Das erklärt auch, warum es den Schirm manchmal wie wild hochriss, und ich danach nichts zentrieren konnte. Da ich dachte, im Tal sei es etwas angenehmer zu fliegen, bin ich zwei Schirmen ins Flache gefolgt. Zusammen machten wir ein paar Kilometer, doch nach ca. 13 km stand ich bereits am Boden. Circa 10 Piloten schafften es ins Goal, doch auch guten Piloten erging es noch schlechter als mir. In der Tageswertung wurde ich 23ter von 35.
Mirella ging zur Post, schrieb viele Karten und holte unsere Wäsche ab wo sie sich sehr ärgern musste. Die Kleider riechen nach Rauch und wurden unfachmännisch gebügelt. Für das Bügeln das wir gar nicht wollten, verlangte die gute Frau noch extra.

Do 22.März. Famatina - Tagessieg

Heute war ich auf die Bedingungen vorbereitet, und es machte richtig Spass zu fliegen. Manchmal vereinten sich die Warmluftblasen zu richtig schön starken engen Schläuchen. Da der Wind am Startplatz wieder recht stark war, konnte ich erst etwas später starten, doch es gab einen Speedrun über 57km  mit 3 Startzeitpunkten, jeweils um 15min versetzt. Beim ersten Start gingen Hernan Pitoco und Andy Hediger, die die ganze Strecke zu zweit den Anderen weit vorausflogen. Die Bojen waren draussen im Tal, doch bis zur Ersten war es ein rechtes Stück, das wir in den Bergen fliegen konnten. Bei der Boje angekommen, hatte es einen schönen 4Meter Schlauch auf über 3'000 Meter. Zur zweiten Boje flog ich hoch im Flachen, und hatte das Gefühl eine schwache Konvergenzlinie gefunden zu haben. Bei der zweiten Boje angekommen, sah ich die beiden Vorflieger ein letztes Mal aufdrehen, bevor sie aufs Goal losgleiteten. Ich machte es ihnen gleich, und erreichte das Goal als erster der Verfolgergruppe. Dank meinem späteren Start hatte ich die beste Zeit, und konnte den Tag für mich entscheiden. Obwohl die Organisatoren schon bald nach der Landung vor Ort waren, dauerte es eine Weile, bis wir wieder zurück in Famatina waren. Mirella versuchte unten mit ihren Büchern ihre Spanischkenntnisse aufzubessern und verbrachte den Tag im kleinen Dorf. Die Einheimischen bekommen hier nicht viele Touristen zu sehen und freuen sich besonders, wenn sie jemanden treffen. Momentan protestieren sie über die Minenarbeiten, die neulich in der Region aufgenommen wurden und Flüsse verschmutzen.
Flugdetails im XContest

Der Startplatz von links

Der Startplatz von rechts

Aussicht vom Startplatz

Fr 23.März. Famatina - Task verblasen

Der Wetterbericht für heute sah recht schlecht aus, für die Region wurde Regen vorausgesagt. In Famatina regnet im Durchschnitt 5 Tage im Jahr, an denen dafür richtig. Und auch wenn es nur in der Nähe regnet, sei der Wind nicht gut zum fliegen. Obwohl es bewölkt war und die meisten Piloten nicht an einen Task glaubten, fuhren wir zum Startplatz. Da war der Wind noch stärker als die Tage zuvor, und es wurde ein Task über mehr als 60km ausgeschrieben. Den Piloten beim Starten zuzuschauen war nicht so schön, den Andy Hediger hätte es fast nach hinten weggewindet. Auch andere Piloten starteten senkrecht rückwärts. Nachdem die nächsten Flauten nicht schwach genug waren, um sicher starten zu können, stiegen einige Piloten wieder aus ihren Gurtzeugen, darunter auch ich. Nach einer Weile wurde das Startfenster wieder geschlossen, und nachdem ich meinen Schirm schon zusammengelegt hatte, wurde auch der Task abgesagt. Wir sind dann mit den Autos runtergefahren. Sicherheit geht vor. Mirella kam heute mit zum Startplatz und genoss die Gesellschaft.

Sa 24.März. Famatina - Villa Union

Auch heute sah das Wetter nicht gerade toll aus. Der Nebel reichte tiefer als gestern, so dass wir gar nicht zum Startplatz hochfuhren.Also wurde die Rangverkündigung schon am Mittag gemacht, und anschliessend gab es das Mittagessen. Da Famatina die 6te und letzte Etappe der Argentinischen Meisterschaft war, war die Rangverkündigung auch gleich für die ganze Meisterschaft. Endlich konnten wir Wolfgang's alten Schirm verkaufen, den Hektor aus Buenos Aires mitbrachte, wo ihn anscheinend niemand wollte. Der komische Kolumbianer konnte sich einfach nicht entscheiden, und wir wollten auch keine weissen Pulver als Zahlungsmittel akzeptieren. Da schlugen zwei lustige Einheimische zu, von denen einer einen 10 Jahre alten Edel Atlas fliegt, durch den man angeblich schon durchsehen kann... Vor allem Mirella ist froh, dass wir nicht noch einen Schirm mehr im Büssli dabeihaben.
Wir staunten selber wie verweichlicht wir schon sind: bei 21°C haben wir gefrohren. Am Abend fuhren wir über einen schönen Pass bis nach Villa Union.
Die Seite des Veranstalters : Asociation Mar y Sierras de Parapente

Rangverkündigung

Aussicht von der Passtrasse

Strassenschlucht

Berg mit Wolke

Berg mit Wolke

Berg mit Wolke

Berg mit Wolke

So 25.März. Villa Union

Ausgeschlafen und frisch (kalt) geduscht machten wir uns auf, in Villa Union ein Internetcafe zu suchen. Da zwei, die wir gefunden haben, bis um 1 Uhr geschlossen waren, liefen wir noch ein bisschen umher und genossen den schönen Park, der in jedem argentinischen Dorf das Zentrum darstellt. Nachdem wir zu Hause angerufen hatten, machten wir uns auf den Weg zum Nationalpark Talampaya. Da dort am Eingang niemand mehr arbeitete, kamen wir um das Eintrittsgeld, was uns natürlich nicht weiter störte:-) Noch nie hatten wir solch einen sauberen Platz gefunden wie hier und das für CHF 1.50 pro Person und Nacht. Das Panorama der Voranden, die beim Sonnenuntergang erst recht rot erhellten, war einfach traumhaft schön. Die rote Erde, die unser Bussji nach Minas Gerais gekennzeichnet hatte, hatte uns wieder eingeholt.

Mo 26.März. Talampaya - Valle de la luna

Am Morgen meldeten wir uns bei der Reçeption für eine Velotour in den Nationalpark Talampaya an. Die ersten paar Kilometer fuhren wir mit unserem Bussji. Mit von der Partie war eine Delegation des MG-Clubs von Argentinien (Automarke;-) Mit zwei Oldtimern von 1947 bzw. 1950 folgten sie unserem Bussji. Danach fuhr die ganze Reisegruppe auf Fahrrädern weiter, wobei wir die einzigen Ausländer waren.  Der Weg führte über holprige Gegenden und war manchmal sehr mit Sand beschichtet. Was sich jedoch hier präsentierte war einfach wunderschön. Wir bestaunten die verschiedenen Canyons, die zum Teil Spitzen zeigten, die sich wie ein auf dem Kopf gestandenen Dreieck nach oben erstreckten. Der Führer erklärte uns, dass die Ureinwohner vor ca. 2000 Jahren Zeichnungen in die Felsen geritzt hatten, die ihr Leben zeigten. So sah man Zeichnungen, die die Jagd, den Tanz, die Tierhaltung usw. darstellten. Die Felswände erstreckten sich bis zu 120 m Höhe und wir sahen sogar eine Öffnung in solch einem Felsen, der innen hohl und rund war. Als wir alle da standen und etwas ruften, erklomm ein lautes Echo, das sicher weit weg noch hörbar war. Nach den drei Stopps, die wir bei unserer Fahrt einlegten, fuhren wir auf unseren Fahrrädern wieder zurück zum Bussji und dann zum Restaurant, wo wir etwas assen.
Danach fuhren wir zum zweiten Nationalpark "Valle de la luna" (Tal des Mondes), wo wir rasch ins Museum hineinschauten, bevor wir eine 3-stündige Führung mitmachten. Eine Reisegruppe von etwa 15 Personen machte sich mit den Autos davon und bei den verschiedenen Halten erklärte uns der Führer viel über die Gegend. Diese war zwar nicht ganz so schön, wie jene im ca. 40 km entfernten Talampaya, dafür war es sehr interessant und die Felsen waren sehr speziell. Wir erfuhren, dass die roten Felsen sich nach der Verschiebung der Tektonischen Platten weit von den restlichen Bergen entfernt hatte. Vorher bildeten sie die Bergspitzen. Die rote Erde entstammt aus der Oxydation. Die gelbe Erde ebenfalls, die schwarze Erde war noch von den Vulkanabsonderungen, die graue Sand. All diese Farben bildeten ein prächtiges Panorama.
Wir standen zudem vor einer Felswand, die ohne eine Führung nicht eine besondere Aufmerksamkeit erweckt hätte. Bald  wussten wir jedoch, dass dieser Fels zusammen mit umstehenden eine Einzigartigkeit auf der Welt bedeutet, da dies der einzige Ort auf der Erde ist, wo die ganze Trias Epoche (200 - 250 Millionen Jahre vor der Gegenwart) ersichtlich ist. Die Sedimentierung sieht man gut und auf dieser Höhe sind sogar damalige Pflanzen abgedruckt. Wir sahen ausserdem einen Fels, der wie die Sphynx (Statue in Ägypten, die eine Katze darstellt) ausschaute und einen wie ein U-Boot.
Nach der interessanten Führung und dem Ausstausch mit anderen Touristen übernachteten wir wiederum in einem Campingplatz des Nationalparks "Valle de la luna".
Google Maps: Valle de la luna

Mit den Velos in den Canyon

alte Felszeichnung

Eingang zur Schlucht

In der Schlucht

Da gab es ein Echo

Canyon Wand

Sedimente von Millionen Jahren

Mondlandschaft

Mit dem Büssli auf dem Mond

Sphynx

Runde Steine

Vor dem U-Boot

Der Stein heisst Champignon

Di 27. März. Bettelnde Polizisten

Am Morgen machten wir noch die Führung im Museum mit, das wir gestern nur kurz besuchten. Wir sahen echte ausgegrabene Dinosaurierknochen und Rekonstruktionen von ganzen Dinosaurierkörpern und Skeletten. Man erklärte uns, wie die Fossilien gefunden, ausgegraben, aus dem Stein gekratzt und zusammengesetzt werden. Ausserdem erklärte die Archäologiestudentin, wie man aus den fossilen Knochen Replikationen herstellt und daraus wiederum komplette Skelette. Besonders interessant war, dass die Knochen bei der Versteinerung durch den Druck und Feuchtigkeitsentzug auf 20% der Originalgrösse schrumpfen.
Anschliessend machten wir uns auf den Weg nach La Cumbre. Unterwegs passierten wir wie gewohnt mehrere Polizeikontrollen. Wir sind uns schon gewohnt, dass die manchmal die Pässe, Führerausweis, Fahrzeugausweis oder andere Dokumente sehen wollen. Jeder Polizist sucht sich selber aus, was er sehen will. Manche schauen die Dokumente nur an, die sie sowieso nicht verstehen, doch manche stellen Fragen, zum Beispiel wo das Nummernschild steht, und dann vergleichen sie es mit dem Nummernschild. Auch dass die Polizisten mit touristischen Prospekten kommen und uns manchmal Prospekte mitgeben, haben wir schon erlebt. Doch heute erlebten wir etwas neues: Nach ein paar Frage- und Antwortspielen fragten sie uns, ob wir eine Spende für den Polizeiposten geben, für Benzin und so... Darauf waren wir wirklich nicht vorbereitet, doch sie waren mit 50 Centavos schon einigermassen zufrieden. Bis ganz nach La Cumbre schafften wir es nicht. Kurz vorher hielten wir bei einer Tankstelle an, wo wir ein Abendessen wie in der Schweiz genossen. Ein Steak mir frischen Pilzen und einer herrlichen Sauce, und ein Risotto ebenfalls mit frischen Pilzen. Dazu einen Rotwein aus der Gegend von Famatina in der Provinz "La Rioja". Sogar der Expresso war wie in Italien, nachdem wir in Südamerika schon übelsten Kaffee serviert bekamen. Der ganze Spass kostete pro Person umgerechnet CHF 12.50.

Dinosaurierknochen

Ausgestopfte Dinosaurier

Mi 28. März. La Cumbre mit Standheizung

Die Petrobas-Tankstelle bedankte sich nach unserem Abendessen, der teuren Dusche und den Ausgaben fürs Frühstück damit, dass sie uns darauf hinwiesen, unser VW-Bussji woanders zu parkieren. Einer der Angestellten fügte beinahe entschuldigend dazu, dass sein Chef dies so wolle. Tja, hätten sie uns das vor dem Abendessen gesagt, hätte uns danach nicht jeder Peso gereut, den wir in diese unfreundliche Institution steckten.
Da uns von vielen Seiten von La Cumbre vorgeschwärmt wurde, machten wir uns auf, diesen Ort zu erkunden. Da unser Bussji immer wieder ein Alarmsignal wegen des Kühlwassers sendete, suchten wir als erstes Andy Hediger auf, den wir in Famatina kennengelernt hatten. Er empfiehl uns seinen persönlichen Mechaniker und so konnte er dies mit Richi zusammen regeln. Wie Richi schon vermutet hatte, befand sich zuviel Luft im Kühler, die sie nun rausliessen. Richi nutzte auch das schlechte Wetter und installierte den elektrischen Teil unserer Standheizung. Inzwischen haben wir solch kühle Nächte, dass wir sehr dankbar um diese sind. Am Abend übernachteten wir in der Nähe der Busstation und hofften auf besseres Wetter für den folgenden Tag.
Google Maps: la Cumbre Aeroclub

Do 29. März. Herbst in La Cumbre

Es war kalt, es regnete und wir waren dankbar um unsere Standheizung, die Richi heute noch fertig installierte. Während er dieser nun leider nötigen Arbeit nachging, notierte ich aus dem Kochbuch die Zutaten für ein Rahmschnitzel und übersetzte diese dann ins Spanische. Im Einkaufszentrum hatte ich wohl 10 Mal so lange wie ich in der Schweiz gehabt hätte, doch ging ich mit kaum weniger Geld, vielen Zutaten und etwa 17 cm grossen Schnitzeln zurück ins Bussji. Wenn man selber kocht, kann man ziemlich etwas sparen. Danach spielten wir eine Partie Schach und mit ein bisschen schummeln, konnte ich heute das erste Mal gewinnen;-) Zum Spass wollten wir danach einen Champagner kaufen. Die Siesta der Argentinier dauert jedoch bis 17 Uhr Nachmittags und so fuhren wir zum nahe gelegenen See "San Jeronimo", der sich als Stausee entpuppte, jedoch trotzdem schön war. Für eine Stunde erhellte sich der Himmel und wir dachten uns schon, für eine Stunde reiten zu gehen, doch die Wolken liessen nicht lange auf sich warten und liessen unsere Alternative weniger attraktiv werden.
Nach der Rückfahrt entdeckten wir einen Übungshang und schauten den tourirstischen Gleitschirmschülern zu. Es sah gar nicht so schwierig aus, aber ich bin trotz aller Versuche nicht zu überzeugen, das Fliegen zu erlernen. Danach gingen wir ins Refugio des Gleitschirmclubs, wo wir die Dusche benutzen konnten und übernachteten. Dort trafen wir die Österreicherin Barbara wieder, die wir schon in Valadares kennengelernt haben. Auch andere Piloten hausen momentan dort und die Stimmung ist lässig. Das Rahmschnitzel war mit Hilfe des Kochbuchs sogar richtig gut! Wir lernen dazu und schätzen bestimmt mehrere Herdplatten und einen Geschirrspüler nach unserer Rückreise.

Ablauf des Stausees

Fr 30.März. Fauler Tag

Heute brauchten wir lange, bis wir aus dem Bett, und dann aus dem Büssli krochen. Für eine warme Dusche mussten wir das Wasser mit einem Holzfeuer aufwärmen. Am Nachmittag fuhren wir ins Dorf zum einkaufen. Wir staunten nicht schlecht über das Total an der Kasse von 110 Pesos (ca. CHF 55). Doch das Eingekaufte müsste für mindestens 3 Tage reichen, und ausserdem war ein Champagner dabei. Am Abend kochten wir Eier an einer selbergemachten Currysauce. Wir haben uns beide für diese Reise vorgenommen, besser kochen zu lernen, und erst jetzt setzen wir es langsam in die Tat um.

Richi bei der Currysauce

Sa 31.März. La Cumbre

Da der Wind aus Süd kam, fuhren wir zuerst zum Aeroclub, wo ich mal mit einem Paramotor und Barbara mit der Winde fliegen wollte. Der Paramotor war gerade nicht verfügbar, und für die Winde war die Piste noch zu nass, doch es sah so aus, als ob es am Nachmittag am Cuchi Corral gehen müsste. Dort angekommen warteten wir eine Weile, und lernten den Engländer Russel kennen, der nach Argentinien auswandern will. Alles Warten half nichts, und so fuhren wir zurück. Beim Aeroclub sahen wir gerade wie ein Gleitschirm in die Höhe geschleppt wurde. Wir wollten auch, und beinahe hätte uns Andi auch geschleppt, wenn nicht gerade der Starter des Jeeps, der sowieso kein Standgas hatte, kapputt gegangen wäre. Mirella unterhielt sich eine Weile mit Lili, Andi's Freundin, und anderen Leuten bevor sie etwas spazieren ging. Später schauten wir zu, wie Andi das Ultralite Trike nach der Revision einflog. Barbara spielte mit Andis Kindern "El Tigre" auf dem Trampolin, und Pitocco zeigte ein paar Saltos vorwärts sowie rückwärts. Am Abend kochten wir Zwiebelsuppe und Knoblauchbrot. Die Ausdünstungen und sonstigen Gerüche hielten sich in Grenzen, oder vielleicht haben wir sie einfach beide nicht gerochen.

Mirella bei der Zwiebelsuppe

So 1.April. Fliegen in La Cumbre

Das Warten hat sich gelohnt, heute stimmte endlich der Wind, und auch die Sonne zeigte sich wieder. Mirella brachte mich an den Startplatz, und fuhr dann ins Dorf zum Internet. Ich flog eine Stunde in Startplatznähe herum, und wollte eigentlich schon bald wieder toplanden, als die Thermik plötzlich abstellte und ich unten landen musste. Das passiert hier oft, dass auf einmal alle absaufen, und fünf Minuten später kann man wieder starten und für eine Stunde fliegen. Als Mirella zurückkam, machten wir einen Tandemflug, der wahrscheinlich auch eine Stunde dauerte. Sie konnte auch die herrliche Aussicht geniessen. Als sie einen Tandem am Startplatz einschlagen sah, durfte ich nicht mehr am Startplatz toplanden. Nachdem uns ein anderer Tandem fast gerammt hätte, machten wir uns langsam auf, den unteren Landeplatz aufzusuchen. Die Landung war dann eher nach unserem Geschmack. Am Abend kochten wir Spaghetti Carbonara und Maissalat, alle Saucen selbergemacht :-) Wir waren überrascht, wie einfach das eigentlich ist.

Mo 2.April. Reiten und fliegen in La Cumbre

Da wir mal reiten wollten, machten wir uns auf, die Ranch zu suchen, die uns empfohlen wurde. Dort angekommen machten wir aus, dass wir in 2 Stunden zum Fluss und zurück reiten werden und dies für 20 Peso pro Person. Am Anfang ging's recht langsam voran und der Führer, der mit uns kam, fragte immer wieder, ob wir nicht schneller voran gehen möchten. Danach hatten wir uns gut gewöhnt und die Pferde liefen etwas schneller die wunderschöne Gegend entlang. La Cumbre ähnelt von der Landschaft her den Schweizer Alpen und hat viel zu bieten, weshalb wir uns hier mehrere Tage aufhielten. Als wir dann dachten, dass unser in der Zwischenzeit verkürzter Gang bis zum Startplatz in 2 Stunden nur noch knapp drinliegen würde, fragten wir den Führer, ob wir umkehren können. Er bejahte und liess uns eine längere Weile vorausreiten, während er noch zum Startplatz ritt und danach zurück galopierte. Am Schluss kamen wir recht schneller voran und es machte richtig Spass, bis auf das Zurückfedern auf den Sitz. Bei der Ranch angekommen, wollten sie 45 Peso pro Person, da wir 4 1/2 Stunden geritten sind. In ehrlicher Überzeugung, dass wir kaum 2 Stunden unterwegs waren, weigerten wir uns, dieses Geld zu bezahlen, da wir 2 Stunden ausgemacht hatten. Somit gaben sich die Argentinier mal geschlagen, da wir keine Swisswatch trugen;-)
Danach fuhren wir noch zum Startplatz, wo Richi einen Tandemflug mit mir machen wollte, doch ich zog es vor, ihm mit meinen Gesässschmerzen von unten zuzuschauen. Ich wartete dort mit anderen Piloten und Passagieren und war richtig stolz als wieder mal alle absoffen, nur Richi konnte immer wieder einen Schlauch finden, um sich in der Höhe zu halten. Nach einer Weile das Luftgeschehen mitanzusehen, machte ich mich auf den etwas holprigen Weg zum Landeplatz hinunterzufahren. Während der Fahrt fuhr ich mehrmals durch kleine Flüsse, die die Strasse überquerten und es war einfach eine traumhafte Landschaft, so dass ich ab und zu anhielt, um ein Foto zu knipsen. Unten angekommen, war Richi gerade dabei seinen Schirm zusammen zu packen, was nun wirklich Timig war. Nachdem er ein erfrischendes Bad im ziemlich kalten Fluss nahm, liess ich mich nach einiger Überwindung auch dazu hinreissen und es war einfach unheimlich erfrischend. Nachdem wir uns von Barbara, der österreichischen Mitbewohnerin vom Refugio und den anderen verabschiedet hatten, fuhren wir ein Stück weit weg vom Fluss, wo wir Spiegeleier und Wienerli kochten und übernachteten.

Zwei Gaucho Anfänger

Richi beim reiten

Richi beim Leinen sortieren

Nach dem Start

Startplatz überhöht

Immer höher...

Blick nach Capiche del Monte

Blick nach la Cumbre

Startplatz Cuchi Corral

Start- und Landeplatz

Fluss beim Landeplatz

Abendstimmung

Richi im Fluss

Flussdurchquerung

Di 3.April. Fahren

Nachdem wir vom Fluss die steile Strasse zum Cucci Corral hochgefahren waren, durften wir wieder einmal richtig stolz auf unser Büssli sein. Anschliessend besuchten wir in la Cumbre ein Internetcafe. Danach machten wir uns auf den Weg nach Süden. Wir wählten den Weg der Hochebene entlang, doch da überraschte uns ein zweitausender Pass. Kurz nach dem Pass rannte ein kleiner süsser Hund über die Strasse. Ich versuchte zu bremsen und auszuweichen so gut ich konnte und es der Verkehr zuliess. Doch der arme Kerl lief genau da hin wo ich auszuweichen versuchte und knallte gegen die Stosstange. Das konnte er wohl nicht überleben. Er tut uns immer noch leid. Auch die Vögel flogen heute besonders nahe, kamen aber im letzten Moment noch davon. Ob das mit dem Vollmond zusammenhängt? Beim runterfahren sah ich einen Gleitschirm in der Nähe der Strasse fliegen, und da der Landeplatz gleich bei der Strasse war, wollte ich auch. Doch ich kam ein paar Minuten zu spät, der Wind drehte auf Bergwind, und der lokale Pilot erklärte mir, dass man in Mina Clavero zwischen 11 und 15 Uhr gut fliegen kann. Wir übernachteten in der Nähe von Merlo, einem guten Streckenfluggebiet bei einer Tankstelle.

Mi 4.April. Fahren nach Mendoza

Die kalte Dusche am Morgen war mir etwas zu erfrischend und zu hören dass auf der Frauendusche warmes Wasser kam, machte es noch schlimmer. Die Strasse führte uns über San Luis nach Mendoza. Dabei fuhren wir durch zwei Kaltfronten. Die erste passierten wir in San Luis, wo wir den Hagel kanpp verpassten, aber den starken Regen und viel Wasser auf der Strasse nahmen auch wir wahr. Die Zweite streiften wir nur in der Nähe von Mendoza. Zweimal waren wir etwas knapp mit dem Benzin. Das erste Mal fuhren wir in ein kleines Dorf und fragten die Einheimischen. Die schickten uns zum Gemeindehaus, wo wir nach Maria fragten. Die fuhr mit dem Fahrrad nach Hause, wo sie einen 10 Liter Kanister holte und mit einem Schlauch in unseren Tank füllte. Da es in dem Dorf keine Tankstelle gab, war das Benzin natürlich recht teuer. Das zweite Mal fragten wir kurz vor la Paz bei der Zahlstelle, wo denn die nächste Tankstelle sei. Von der Antwort, die käme erst in 40 Kilometer etwas entmutigt, fuhren wir trotzdem ins Zentrum von La Paz (weniger als 5 km nach der Zahlstelle), und fanden da eine Tankstelle wo wir den Tank endlich wieder füllen konnten. In Mendoza angekommen machten wir eine Stunde auf Tourist und irrten durch eine Einkaufsstrasse. In einer Apotheke fanden wir eine Waage... Richi ist 1.5 Kilo unter dem Normalgewicht, und Mirella 1.5 kg darüber. Wir einigten uns darauf, dass es am fliegen liegt und nicht an den Biscuits, die jeweils spurlos verschwinden... Nachher fanden wir etwas ausserhalb einen Camping, wo wir die Nacht verbrachten.

Do 5.April. Mendoza

Als wir am Morgen abfahren wollten, mussten wir wie gestern schon das Büssli anstossen. Der Anlasser funktioniert seit gestern nur noch manchmal. Mit dem schlauen VW-Büssli-Buch und einem Voltmeter fand ich heraus, dass beim Anlasser-Magnetschalter noch genügend Spannung kommt, so dass es wahrscheinlich dieser Magnetschalter ist. Die Autowerkstätten die wir sahen, waren entweder schon zu oder sagten, sie könnten sich frühestens am Montag darum kümmern, da Feiertage und das Osterwochenende vor der Tür stehen. Die Anden werden wir auch so überqueren können. Man muss nur schauen, wo man parkiert, wenn man den Motor abschaltet. Auch die Wäschereien wollten nichts mehr vor Montag waschen. Bei der Post schickten wir ein paar Karten ab, doch die zwei Ordner, die ich in die Schweiz schicken wollte, behaltete ich noch. Der Versand hätte so um die CHF 100 gekostet. Danach fuhren wir an einem schönen Reichenviertel vorbei zum Landeplatz. Auf meine Frage, ob die 4x4 Fahrzeuge zum Cerro Arco von hier abfahren, erklärte mir die herausgeputzte Frau, wenn man hier fliegen wolle, daure das drei Stunden und koste 160 Pesos. Zuerst konnte ich das gar nicht glauben, bis ich fragte, ob sie damit einen Tandemflug meinte. Wir merkten schnell, dass das Klima unter den Piloten in Mendoza nicht so familiär wie anderswo ist. Der Mann der Tandemflugverkäuferin war im gleichen Jeep zum Startplatz und hatte die grösste Klappe von allen. Er fragte mich, ob ich eine Lizenz und Versicherung habe, falls sie mich nachher bergen müssten. Um so mehr musste ich schmunzeln, als er seine Passagierin bei idealen Bedinungen mit seinem zehn Jahre alten Schirm mehrmals über den steinigen Startplatz schleifte. Nicht umsonst kriegen hier alle Passagiere Knieschoner. Der Himmel war bedeckt, und obwohl man oben ganz kurz soaren konnte, dauerte der Flug nur zehn Minuten. Am Abend trafen wir Frederic und gingen mit ihm und Daniela, einer Schweizerin aus dem gleichen Hostel zum Abendessen. Da die bestellte Pasta auch nach eineinhalb Stunden noch nicht kam, sagten wir "tschüss" und genossen ein Haus weiter ein Gelatti das fast noch besser als in Italien war.
Google Maps: Mendoza

Fr 6.April. Karfreitag Mendoza - Uspallata

Am Morgen fuhren wir von der Tankstelle zum Landeplatz, wo Richi zum Startplatz fuhr und einen kurzen Flug machte. Ich las dabei und beobachtete das bunte Treiben im Himmel. Jedes Mal als wir irgendwo losfahren mussten, mussten wir unser armes Bussji den Weg hinunter stossen, um seine mangelnde Motivation aufgrund des kaputten Magnetschalters wieder ein bisschen herbeizurufen. Zum Glück lassen sich immer irgendwelche Argentinier finden, die uns dabei zur Hilfe kommen. Noch die Fahrt über die Anden und dann hoffen wir auf ein geeignetes Ersatzteil in Chile.
Danach wollten wir eigentlich in den Aquapark, doch die Karte, die ich in den Händen hielt war leider verkehrt und wir hatten da ein kleines Missverständnis in verschiedene Himmelsrichtungen;-) Wir fuhren also ein Stück Richtung Anden, wie wir dachten, um dann in einem kleinen Indianerdorf zu erfahren, dass die Strasse nicht mehr weiterfahre. Solche Sonderfahrten wären noch weitaus angenehmer, wenn sich nicht die Anzeigenadel des Benzinstandes schon bald ausserhalb des Feldes bewegen möchte... wenn sie könnte.... In weiser Voraussicht haben wir dann vor einem Abhang das Benzin nachgefüllt, wobei Richi auf's Dach klettern und die schwere Kanne hinunterschleppen musste. Tja, Optmisten kommen mit den Nerven vielleicht besser voran aber auch sonst nicht immer weiter;-) Als wir dann die Bergstrasse Richtung Voranden losfuhren packte uns die glatte Freude, dieses wunderbare Abenteuer zu erleben, wenn auch auf geteerten Strassen. Die Berge erstreckten sich in voller Pracht und verschiedenen Farben, ab und zu kamen sie Canyons gleich, die etwa 200 m in die Höhe rangten. Bald schon sahen wir schneebedeckte Berge und es war ein wunderbares Gefühl, den Anden entgegenzufahren.
In Uspallata angekommen, entschieden wir uns auf 1'900 m, in einem Camping zu übernachten und anzuhalten, bevor es dunkel wird. Einerseits um die schöne Aussicht nur bei Tageslicht zu geniessen und andererseits weil weiter oben in der Nacht Glatteis herrscht. Kaum angekommen, machten wir uns auf auf einen Spaziergang. Aber wie ich in der Zwischenzeit gelernt habe, gibt es gemütliche Spaziergänge mit Richi nur sehr beschränkt. Zwei Hunde begleiteten uns und Richi's Idee, einen Bach zu überqueren fanden die genauso aufregend. Sie liefen uns immer wieder erwartungsvoll vor und wir überquerten den Bach... nicht nur einmal. Als wir uns durch den Dickicht gewurstelt hatten und den Bach mehrmals von beiden Seiten betreten hatten kamen wir langsam im Dorf an. Dort bellten ein Windhund und noch viele andere furchterregend. So liefen wir durch ca. 10 bellende Hunde vorbei, Richi strahlend, ich panikerregend. Ich fand wenigstens einen Leidensgenossen, einer der zwei begleitenden Hunde, der sich voller Angst vor den anderen Hunden auf die Rückreise machte. Als wir ins Restaurant gingen, um etwas zu trinken, folgte uns der zweite Hund und setzte sich unter unseren Tisch, so als ob er zu uns gehörte. Als ein anderer Hund unsere Aufmerksamkeit und Streicheleinheiten erlangen wollte, knurrte er ihn besitzergreifend an. Mendoza, woher wir gerade kamen, ist bekannt für Erdbeben und Richi hat heute Abend auch tatsächlich eines gespürt. Als wir kurz darauf wieder gehen wollten, döste unser vierbeiniger Begleiter friedlich vor sich hin un war auch nicht wieder wach zu kriegen. Da Richi gerne einen Hund und ich Katzen möchte, hege ich so langsam den Verdacht, dass er einen Pakt mit sämtlichen Hunden Südamerikas geschlossen hat. Wo immer wir auch auftauchen beschützen sie unser Bussji in der Nacht und laufen vor allem Richi nur so nach. ... ja sie sind treu und süss, aber nein ich lasse mich nicht umkriegen;-)

Richi beim Endanflug

Stausee

farbige Felsen

Mirella im Bach

Sa 7.April. Andenüberquerung

Eigentlich wollten wir um 7:00 Uhr abfahren, doch Richi vergass seine Uhr zu stellen und machte dann trotz der 7 Grad umso mehr Druck, als er erwachte. Unser treuer vierbeiniger Begleiter von gestern Abend, der Angst vor den anderen Hunden bekam, spielte noch mit Richi und schmeichelte auch mir, bevor wir abfuhren. Na ja besser gesagt,  als unser Motor mit 4 MS (Menschenstärken) angesprungen ist:-) Die Fahrt zu und über die Anden war einfach prächtig. Wir haben uns entschieden, die erste Fahrt über die Anden über den einfachsten Weg zu fahren. Die Strasse war asphaltiert und der Pass lag auf nur 3'200 m Höhe. Dabei fuhren wir jedoch an einer Verzweigung vorbei, die zum argentinischen Gipfel Aconcagua führte, dem höchsten Berg Südamerikas, der auf 6'959 m liegt.Wir waren beide froh, früh losgefahren zu sein, da die Berge rötlich schienen und der Verkehr im Gegensatz zu gestern recht minder war. Bei der Fahrt konnten wir auch eine alte Eisenbahnstrecke erkennen, die jedoch teilweise zugeschüttet war, da immense Felsbrocken immer wieder abfallen. Die Felsen sind nicht so fest wie bei uns, da auch die Erde lockerer sitzt. Links von uns sahen wir ein riesiges Flussbett, das zum Teil ausgetrocknet war, jedoch eine Höhe von ca. 30 m hatte. Oberhalb dieses Flussbettes hatte es grüne Grasflächen, die wiederum rötliche Felsen und Berge überragten. Dahinter kamen nach und nach die teilweise schneebedeckten Anden in voller Pracht zum Vorschein. Wir hatten Glück und erwischten einen wunderschönen Tag, ohne ein Wölkchen am Himmel zu sichten. Diese Sicht raubte uns fast den Atem. Kurz vor dem Pass assen wir in einem kleinen Restaurant noch zu Frühstück und waren froh um unsere warmen Jacken, denn es war langsam aber sicher etwas kälter. Dort füllten wir die 3 Formulare aus, die wir vorher erhalten hatten.
Danach durchfuhren wir einen mehreren Kilometer langen Tunnel und erreichten die Landesgrenze. Diese sah mit ihren vielen kleinen Häuschen ehrlich gesagt etwas schlicht aus. Die Leute waren jedoch sehr freundlich und dies liess uns auch darüber hinweg schauen, dass wir das erste Mal für eine Grenzüberquerung bezahlen mussten. Nachdem wir also eine Dollarnote in chilenische Pesos umgetauscht hatten, fuhren wir zum nächsten kleinen Kontrollhäuschen. Leider leider ist ein ausgefülltes Formular spurlos verschwunden, wir nahmen an, dass es sich immer noch im Restaurant befand. Da dies anscheinend nicht so oft vorkommt, mussten wir wieder zurückfahren. Bevor sich Richi geduldig aufmachte, das erwünschte Büro aufzusuchen, blieb mir leider der Motor beim Rückwärtsfahren stehen und so stossten wir unser Auto vor den Grenzwärtern an.. Ich konnte mich danach auch nützlich machen, indem ich meinen Fuss immer wieder auf's Gaspedal setzte, da wir unser Bussji nicht wieder abstellen wollten. Schliesslich macht sich das über-die-Grenze-schieben noch schlechter bemerkbar als verlorene Formulare. Als Richi endlich wieder kam und die Dame am Schalter gelernt hatte, solch ein Formular zu bearbeiten und auszudrucken, machten wir uns weiter zum nächsten Häuschen. Generalinspektion;-) Im Gegenzug zu den Argentiniern und den Brasilianern nehmen es die Chilenen sehr genau. Man sagt ihnen auch nach, dass sie sehr korrekt, arbeitsam und ehrlich sind. Die freundlichen Gesichter kontrollierten unser Bussji ziemlich genau. Sogar die Toilette interessierte sie und Richi musste mit einem Mann auf das Dach steigen, um dort die Box zu öffnen. Da dieser wohl etwas schwach und nicht so ganz höhensicher war, stieg er vor dem Schliessen wieder hinunter, wobei ihm ein Kollege half. Auf die Frage, ob wir Drogen mitfuhren, antworteten wir lachend, dass wir doch Schweizer und keine Kolumbianer sind. Bevor wir weiterfahren durften, mussten wir noch unsere Banane und den Apfel essen, die wir nicht wegwerfen wollten. Beim nächsten Häuschen erklärte man uns, dass noch zwei Stempel fehlen, die wir wieder beim ersten Häuschen einholten. Und endlich, endlich die chilenische Grenze war auch für uns geöffnet.
Wir legten in Los Andes einen kurzen Zwischenstopp ein, wo wir zu Mittag assen und einkauften. Die Währung, 1 CHF = 370 CHP, machte diese Tour zu einem Rechenspiel. Obwohl wir es eigentlich nicht geplant hatten, erreichten wir schon bald Santiago de Chile. Da wir keinen Übernachtungsplatz mit Dusche fanden, wollten wir zum Startplatz fahren, um Piloten zu treffen. Auf dem Berg Pyramide kann man jedoch am Wochenende nicht fliegen und so fuhren wir auf der Autobahn, bis wir endlich eine Tankstelle fanden. Wir sind gespannt auf Chile und hoffen nun auf ein geeignetes Ersatzteil. Es ist nämlich nicht immer einfach so zu parkieren, dass niemand vorne ansteht und der Weg etwas nach unten führt;-)

Unser Büssli - Bewacher

Schneebedeckte Gipfel

verschüttete Strasse

Passtrasse

Passtrasse

So 8.April. Ostersonntag in Santiago de Chile

Nachdem wir bei der Tankstelle für die Übernachtung und die Dusche separat bezahlen mussten, machten wir uns auf in die Stadt. Die Strassen waren wie ausgestorben, und alle Läden geschlossen. Trotzdem fanden wir bald ein Internetcafe. Nachher fragte Mirella nach einem kleinen Stadtplan. Eine Frau, die das gehört hatte, begleitete uns zu einem Kiosk wo man Stadtpläne kaufen konnte, und schenkte uns einen. Sie war sehr nett und wollte uns sogar zum Nachtessen einladen. Wir wollten als nächstes das Instituto Chileno Suizo suchen, welches ein ausgewanderter Schweizer betreibt, der Coucousin einer Kollegin von Mirella ist. Das Institut war schnell gefunden, doch natürlich war es am Ostersonntag geschlossen. Also machten wir uns auf, die Gegend etwas zu erkunden. Wir sahen, dass der Christobal Hügel gar nicht weit weg war und wollten herausfinden ob man rauflaufen kann. Da angekommen, besuchten wir den Zoo, und anschliessend fuhren wir doch mit der Drahtseilbahn auf den Hügel. Dort sahen wir einen Altar, bei dem Lautsprecher Lieder abspielten, die sich um Maria handelten. Mit dem Blick auf die wunderschöne Maria-Statue, zu der eine Treppe führte, war dies eine sehr ergreifende Stimmung. Wir kauften gleich ein Kombiticket mit der Gondelbahn in der Hoffnung mehr von der Stadt zu sehen. Leider verpassten wir den Sonnenuntergang mit Anstehen für die Gondelbahn, doch auch das Lichtermeer der Grosstadt war sehenswert.
Google Maps: Santiago de Chile

Lars, was sollen wir abschrauben?

Affenkäfig

Maria auf dem Christobal

Santiago by night

Mo 9.April. Santiago de Chile

Da die Chilenen ja so fleissig sein sollen, dachten wir, dass die Läden wie bei uns um 8 Uhr öffnen, doch weit gefehlt. Wie in Südamerika üblich, öffnen Wäschereien, Coiffeure und auch Sprachschulen erst zwischen 10 und 11 Uhr. Im Institut fanden wir nun Armin, dessen Vater aus dem Wallis nach Basel ausgewandert ist. Wir durften seine Waschmaschine füllen, und er brachte uns zu einer Strasse wo Autos repariert werden. Wir staunten nicht schlecht als der Mechaniker auf offener Strasse unter unser Büssli kroch und den Anlasser ausbaute. Das Werkzeug holte er aus dem Kofferraum seines Autos, das daneben parkiert war. Den Magnetschalter hätte man in der Schweiz vermutlich billiger erhalten, dafür hätte die Arbeit das zehnfache gekostet. Alles in allem bezahlten wir für den neuen Magnetschalter und die Revision des Startermotors 48'000 Pesos, umgerechnet ca CHF 130.-  Daneben verkaufte uns ein weniger ehrlicher Strassenverkäufer neue Scheibenwischergummis. Armin begleitete uns auch in einen Baumarkt wo wir eine grössere Zweitbatterie kaufen wollten, da die Standheizung am Morgen manchmal nicht mehr genug Strom kriegt, wenn wir am Abend länger das Notebook benützen. Der Verkäufer kam mit zum Büssli und testete beide Batterien. Er sagte, die Batterien seien beide gut, aber sie würden nicht voll geladen, da der Alternator für die zwei Batterien zu wenig Strom liefere. Also müssen wir dafür eine andere Lösung finden. Am Abend zeigte uns Armin ein typisch chilenisches Restaurant. Die Chilenische Küche ist sehr reichhaltig und gut. Auch der Chilenische Wein schmeckte mir gut. Eigentlich wollten wir anschliessend noch tanzen gehen, doch dafür waren wir zu müde.

Reparatur auf offener Strasse

Di 10.April. Fliegen in Santiago

Wir durften in der Studentenwohnung von Armin's Institut die Dusche benutzen. Anschliessend besuchten wir die Höhle im Santa Lucia Hügel gleich nebenan, wo Indios typische Artikel ihrer Kulturen verkaufen und gerne bereit sind über die Geschichte ihrer Stämme zu erzählen. Besondere Freude fanden wir an kleinen runden Tonpfeifen, die ähnlich klingen wie Blockpfeifen, aber weniger als halb so lang sind.
Das Wetter sah eigentlich nicht so toll aus, aber trotzdem konnte mir Mario von www.parachile.de die Telefonnummer eines lokalen Fluglehrers geben, der nach Batuco im Norden von Santiago zum fliegen fuhr. Er fuhr mich schnell zum Startplatz hoch und machte dann mit seinem Schüler unten Groundhandling. Der Wind war recht schräg, so machte ich auch etwas Groundhandling bis die Richtung etwas besser wurde. Kaum in der Luft wurde die Windrichtung wieder schlechter und das hiess kein Steigen mehr. Gerade noch schaffte ich es am Startplatz topzulanden, um wieder ein wenig zu warten. Als der Wind wieder besser wurde, mischte sich auch etwas Thermik in die Luft, und ich konnte den Startplatz um ca 300 Meter überhöhen. Dort konnte ich eine halbe Stunde thermodynamisch oder dynamothermisch fliegen, bis es langweilig wurde, denn das Aufwindband war sehr begrenzt. Die Luft war sehr feucht, und die Sicht bestimmt weniger als 2km. Mirella bereitete in der Zwischenzeit ihre Bewerbungsunterlagen vor.
Am Abend besuchten wir zusammen mit Armin ein baskisches Restaurant. Das Essen war wieder sehr gut, und eigentlich wollten wir Armin einladen für die Hilfe gestern, doch da schaffte er es, uns einzuladen.

Mi 11.April. Präkolumbianisches Museum in Santiago

Das Präkolumbianische Museum sei ein Muss wenn man Santiago besucht, hiess es in Mirella's Reiseführer, und so wollten wir uns das nicht entgehen lassen. Ausgestellt waren viele Kunstwerke aus Thon, Gold, Silber und Stoffe von allen möglichen Indio Kulturen von Süd- Mittel- und Nordamerika. Man konnte dabei auch etwas über die Geschichte dieser Völker lernen. Nach einem typisch Chilenischen Mittagessen fand Mirella doch noch einen Coiffeur. Die Coiffeusen schauten während der Arbeit eine Soap Opera, und eine ist danach sogar eingeschlafen. Wir verabschiedeten uns von Armin und seiner Truppe, und fuhren Richtung Valparaiso, wo wir in der Nähe zu einem Nationalpark wollten. Die Fahrt aus der Stadt war etwas komplizierter als erwartet, da wir die kostenpflichtige Autobahn meiden wollten. Unterwegs fanden wir heraus, dass diese Autobahn direkt nach Valparaiso führt, und der Nationalpark weiter nördlich ist. Dann besuchen wir diesen eben nach Valparaiso. Mirella, wo ist die Landkarte?

Do 12.April. Viña del Mar & Valparaiso

Bei der Autobahn von Santjago nach Valparaiso übernachteten wir auf einem Rastplatz für Lastwagen. Das Häuschen mit den Sanitäranlagen war sehr sauber und kostete nicht mal etwas. Wahrscheinlich wird das über die Autobahngebühren finanziert. Wir schafften es gerade noch Flavia und Serafino in Viña del Mar zu treffen, bevor sie mit dem Bus weiterfuhren. Wir schauten uns die beiden Städte die schon zusammengewachsen sind an. Zu Mittag hatten wir einen Completo, einen typisch chilenischen HotDog mit viel Inhalt (kaltes Würstchen, Avocadomousse, Salat, Mayonaise, Ketchup). In Valparaiso benutzten wir zwei der bekanntesten Ascensores. Die Aufzüge vom Ende des 19ten Jarhunderts stehen unter Unesco Schutz. Wir haben sie uns allerdings etwas grösser vorgestellt. In eine Kabine so einer kleinen Drahtseilbahn passen höchstens 10 Personen, und die Höhendifferenz, die überwunden wird, ist wahrscheinlich etwa 30 Meter. Beeindruckend ist es trotzdem, wie die über hundertjährige Technik immer noch funktioniert.
Am Abend fuhren wir zu der Düne in Reiña, auf die wir ein rechtes Stück im Sand hochliefen. Oben genossen wir ein kleines Picknick, und warteten auf den Sonnenuntergang. Da die Sonne hier im Meer versinkt, mussten wir uns das natürlich schon bei der ersten Gelegenheit anschauen, nachdem alle Versuche an der Atlantikküste den Sonnenaufgang anzuschauen, gescheitert sind.

Übersichtliche Elektroinstallationen

Der Hafen von Valparaiso

Für Carmen's 30ten

Aufzug Peral

Bunte Hügel von Valparaiso

Mohamed wartet oben

Bald geht sie unter

Schattentheater

Runter damit

Die Gans die goldene Eier legt

Fr 13.April. Viña del Mar  - Olmoe

Da wir direkt am Strand übernachteten, ging am Morgen die Suche nach einer Dusche los. Die Tankstellen hatten keine, doch sie sagten uns, dass es am Strand Salina und bei der Busstation welche hat. Beim Strand zeigte uns eine recht ungepflegte Frau die kalten Duschen ohne Vorhänge. Bei der Busstation fanden wir die saubersten öffentlichen Duschen, die wir bisher in Südamerika gesehen haben. Doch die hatten auch ihren Preis: umgerechnet ca CHF 5. Wir staunten ganz schön, als wir darauf im Kaffeeklatsch die beiden Kanadier, die wir im Valle de la luna kennengelernt hatten, wiedersahen.

Meer bei Viña del Mar

Meer bei Viña del Mar

Sa 14.April. Parque nacional La Campaña

Am Morgen ging es für Richi's Vorstellungen nach etwas Anlauf und nach meinen Vorstellungen direkt los. Der Nationalpark glich am Anfang sehr den Wäldern in der Schweiz und viele Wanderlustige begaben sich auf den Weg. Während Richi die Wanderung als locker empfand, raubte es mir immer wieder den Atem, na ja wenigstens zweideutig, denn die Sicht war auch bewundernswert. Oben angekommen, hatten wir eine schöne Aussicht auf die Berge, die bewaldet waren und auch viele Kakteen hatten. Dort sahen wir auch einige Wanderer und Velofahrer wieder, die uns überholt hatten. Obwohl wir gehört haben, dass die reservierten Chilenen lieber Barbecues halten, statt sich fortzubewegen, gibt es anscheinend noch topfite Komplizen. Auf unserem Rückweg konnte ich Richi noch gerade davor bewahren, kurz neben einer Vogelspinne hinzutreten. Wir blieben stehen und bewunderten das grausige behaarte Wesen jeder auf seine Art. Wir wanderten so zirka 5 Stunden und verliessen den Nationalpark erst gegen den Abend. Trotz (meiner) Anstrengung war es ein sehr schöner Tag.

Aussicht vom Wanderweg

Herbstliche Landschaft

Das Wandern ist der Mirella Lust...

Vogelspinne auf dem Weg

Kakteen am Hang

So 15.April. Fliegen in Maitencillo

Als wir in Maitencillo ankamen, spazierten wir zuerst etwas am Strand und schauten uns die schicken Häuschen und Bungalows an. Die Wellen sehen herrlich aus, und laden richtig zum surfen ein, wenn das Wasser nur etwas wärmer wäre. Laut den Locals ist die Wassertemperatur irgendwo zwischen 10 und 13°C. Da wäre mein Neoprenanzug deutlich zu dünn. Später fanden wir den Startplatz von einer der zwei Schulen, die von Arturo, Fluglehrer mit der Lizenz Nr 4 geführt wird. Zuerst machte ich zwei kurze Flüge am Soloschirm. Der Wind war wirklich ganz knapp stark genug zum soaren. Beim zweiten Flug war er so kanpp, dass zwei Schirme zu viel waren. Da wir einander ausweichen mussten, sanken wir beide und mussten am Strand landen. Nachdem der Wind wieder ein wenig besser wurde, machten Mirella und ich einen Flug zusammen. Da der Wind jedoch immernoch sehr knapp war, musste ich sehr nahe am Gelände und somit vielen Kakteen fliegen, etwas zu nahe für Mirella... Später machte ich einen Flug alleine am Tandem. Und mit der grossen Fläche konnte ich mich gerade noch knapp oben halten und toplanden. Alleine am Tandem ist nicht wirklich cool, aber wenn man sonst garantiert absaufen würde...
Beim Sonnenuntergang spazierten wir wieder etwas am Strand, und ärgerten uns über die Millionen von Strandläusen, die um unsere Füsse wimmelten.

FerienhE4uschen

Brandung

Brandung

Brandung

Am Startplatz

Toplandung

Alleine am Tandem

Fenster im Fels

Abendstimmung

Mo 16.April. Paramotor in Maitencillo

Der lokale Fluglehrer sagte, er werde mir einen kurzen Intensiv Kurs für den Paramotor geben, und tatsächlich war heute der ideale Tag zum Motorschirm fliegen. Der Wind war parallel zur Küste so dass man eh nicht soaren konnte, und gerade stark genug um den Start mit 30kg auf dem Rücken zu erleichtern. Wie Arturo schon sagte, ist fliegen mit dem Motor wirklich nicht schwierig. Die einzige kleine Schwierigkeit ist, dass man beim Start den Schirm über dem Kopf nicht vergessen darf, während man den Motor startet. Vor der Landung muss man den Motor wieder ausschalten, damit der Propeller nirgens anschlagen kann, und auch keine Leinen trennen könnte. Beim ersten Flug schaltete der Motor nach einer halben Stunde selber aus, da er kein Benzin mehr hatte. Mehr Benzin heisst auch mehr Gewicht beim Starten. Ich flog eine Weile der Küste entlang hin und her, und dann stieg ich mal auf 400 Meter. Ist schon cool zu fliegen wo man ohne Motor nicht könnte, doch der Lärm und die Vibrationen, und dann der ölige Motor beim Transport verderben die Freude ein Wenig. Sicher kein Ersatz für das normale Gleitschirmfliegen, aber eine Ergänzung. Beim zweiten Flug stieg ich hoch, schaltete den Motor aus, schraubte mich mit ein paar assymmetrischen Spiralen in die Tiefe, und wollte den Motor wieder starten. Doch shit, der Motor sprang nicht mehr an, und ich musste am Strand landen. Später fanden wir mit Voltmeter und Überbrückungskabel heraus, dass die Starterbatterie schon leer war, und der Rest einwandfrei funktionierte. Arturo erzählte mir, dass er seit 15 Jahren Motorschirm fliegt, aber nur für die Arbeit, se das für Luftaufnahmen oder Werbebanner zu schleppen. Er fliegt viel lieber ohne Motor. Vor 15 Jahren sei er mit den Werbebannern so kanpp über den Strand geflogen, dass die Leute in Deckung gehen mussten. Das gehe jetzt nicht mehr, aber das sei in etwa die einzige Beschränkung für Motorschirme, die es in Chile gibt.

Hunde mit Mirella's Schuh

Vorbereitungen

Vor dem Start

Motor starten...

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Steigflug

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brum brum brum

brum brum brum

Di 17.April. Fahrt nach La Serena

Am Morgen fanden wir eine super Tankstelle, bei der wir nun gratis im Wireless sind, unsere gesamte Wäsche für etwa 3 CHF erledigen konnten und somit konsumieren wir hier nach dem Frühstück auch schon das Mittagessen. Wir haben uns unseren Eindruck über die Chilenen gemacht. Man kann sie wirklich zuerst als etwas steif einschätzen, als sehr fleissig und etwas zurückhaltend. Wenn man jedoch länger mit ihnen spricht, öffnen sie sich mehr und kriegen so doch noch das ersehnte Lächeln über die Lippen. Dies ist unsere Meinung aus unseren Erfahrungen, doch sieht man deutlich, dass das südamerikanische Temperament hier weniger zum Zug kommt. Dafür sind die Leute ehrlicher.
Bei der Fahrt nach La Serena führte die Autobahn über hunderte von Kilometern nahe der Küste entlang. Wir sahen kilometerweit unberührte Klippen und Strände. Die Wellen die sich davor brachen, sahen herrlich aus, richtig einladend, wenn das Wasser nur nicht so kalt wäre. Die Landschaft wurde immer wüstenartiger. Es hatte viele Kakteen und Sanddünen.

Mi 18.April. Pisco Elqui - Astronomie in Vicuña

Die Kanadier gaben uns den Tipp, nach Pisco Elqui zu fahren. Neben dem Haus der Literaturnobelbreisträgerin Gabriela Mistral gäbe es da auch Observatorien zu sehen. Tatsächlich sind in der Region viele Observatorien, da hier die Bedingungen ideal sind, um in die Sternen zu schauen. Das Elqui Tal ist unten grün und intensiv bewirtschaftet, das Wasser kommt aus den Gletschern der Anden. Hauptsächlich werden Trauben angebaut, um daraus Pisco, der ähnlich ist wie Grappe,  zu brennen. Doch die Hänge sind trocken und karg. In Pisco Elqui sahen wir ein VW Büssli mit Westfalia Klappdach stehen, und parkierten direkt daneben. Die Besitzer liessen nicht lange auf sich warten. Es waren zwei junge Amis aus Utah und Kalifornien. Sie hatten mindestens genauso Freude, ein anderes VW Büssli zu sehen. Die beiden sind die ganze Strecke von den USA bis hier gefahren. Ihr liebstes Land bisher sei Kolumbien. Wie uns schon der Kolumbianer Juan, den wir in Valadares und Famatina sahen versicherte, sagten auch die beiden, dass man in Kolumbien heutzutage völlig gefahrlos reisen könne, und dass die Leute superfreundlich seien. Sie gaben uns den Tipp beim Observatorium Mamalluca in Vicuña am Abend vorbeizuschauen. Normalerweise gibt es da Touristen-Touren, doch im Moment hat eine Gruppe von Hobbyastronomen aus Brasilien das ganze Observatorium gemietet. So fuhren wir am Abend mit Standlicht zum Observatorium wo wir freundlich empfangen wurden. Die Gruppe kommt alle zwei Jahre nach Vicuña, und sucht sich immer eine Woche mit möglichst wenig Mondlicht aus. Das Wetter war bisher nie ein Problem, nur genau in der Nacht als wir kamen zog Nebel auf, und verschleierte die Sterne etwas. Im Teleskop eines Cariocas (aus Rio) konnten wir den Saturn mit seinen Ringen und ein paar Sterne wie Alpha Centauri  bewundern. Auf den Computern von anderen konnten wir Bilder der letzten Nacht anschauen, wo sie das einfallende Licht über drei Stunden kummulierten. Damit kann man die Sterne und kosmischen Nebel viel besser sehen. Die Teleskope und Ausrüstungen haben sie von zu Hause mitgenommen und beobachten hier eine Woche lang jede Nacht den Himmel. Wir lernten viel über Sterne, Sonnensysteme, kosmische Nebel, Sternencluster, Kometen, Sternschnuppen, Supernovas und Schwarze Löcher. Gelbe, blaue und weisse Sterne sind heisser als Rote, sind dafür schneller verbrannt. Es gibt kosmische Nebel die Licht absorbieren, solche die es reflektieren und andere die von der Strahlung zum Schwingen gebracht werden, so dass sie selber leuchten. Es gibt eine Theorie, dass das Universum zuerst nur aus Wasserstoff bestand. Die restlichen Elemente entstanden erst, wenn eine Sonne ausgebrannt ist und explodiert. So gibt es verschiedene Generationen von Sonnensystemen...

Elqui Tal

Zwei VW Camper BFCssli

Mittagessen in Pisco Elqui

Eigenwilliger Kaktus

Do 19.April. Paso del agua negra

Am Morgen fuhren wir los mit der Erwartung, dass sich der Pass zwischen 2'000 und 3'000 m befindet. Die Besitzer des Westfalias lasen dies aus ihrer Landkarte heraus. Etwas enttäuscht waren wir schon, denn dachten wir vorerst, dass diese Passüberquerung nun deutlich höher zu stehen kommt. Am Anfang der Route bot sich uns ein stetiges Bild mit den Bergen aus Sand und Steinen und dem Fluss im Tal, um dessen herum grüne Pflanzen wucherten. Die Berge wurden dann länger je farbiger, was uns natürlich freute. Dieses Mal wählten wir eine Naturstrasse, die sehr wenig befahren war, auf der wir jedoch auch sehr langsam vorwärts kamen. 100 km vor dem Pass auf 2'000 m befand sich bereits die chilenische Zollabfertigung. Einer der Angestellten sagte uns, dass momentan nur etwa 5 Autos pro Tag über den Pass fahren und dass sie sich mit dem argentinischen Zoll am Abend absprechen, ob alle Autos auch dort angekommen sind. Falls nicht, machen sie sich auf eine Suchaktion, was bei 200 km Distanz auf Schotterstrasse nicht gerade ein Spazierweg ist. Wir hatten Glück, da der Pass nur von Dezember bis Ende April geöffnet ist. Nach dem Zoll dachten wir, dass wir nun bald den Pass erreichen und die Höhendistanz nicht mehr so extrem zunimmt. Weit gefehlt, zu unserer Freude! Der Naturweg führte uns durch eine immer fantastischer werdende Natur und auf 3'200 m sahen wir einen grossen Stausee, der blau leuchtete. Die Berge waren nun nicht mehr grau sondern rot, grün und braun. Es war herrlich, all diese Farben zu sehen, fast für sich alleine zu sein und zu allem Überfluss nach langem Nebel endlich auf der Sonnenseite zu stehen. Langsam sahen wir auch kurze Flecken mit Schnee und auf einmal sogar 2 Gletscher. Kurz nach dem Stausee sahen wir einen Töfffahrer, der allein unterwegs war. Ein Blick auf das Nummernschild hatte einen Grinser zur Folge, denn begegnete uns auf diesem einsamen Weg doch nicht ein Zürcher! Wir tauschten kurz die Reiseerlebnisse aus und fuhren dann wieder weiter. Auf 4500 m machten sich langsam die ersten Zeichen von Höhenkrankheit bemerkbar. Wir fühlten beide, dass wir rascher ausser Atem waren, obwohl wir nur kurz draussen waren, um ein paar Fotos zu knipsen. Ausserdem war uns beiden etwas schwindlig. Tja, man soll sich immer an die Gewohnheiten von anderen Ländern anpassen, was wir daraufhin auch machten und artig die mitgenommenen Kokoablätter kauten. Wir können unsere Mamis jedoch beruhigen, für ein Gramm Kokain benötigt man eine Tonne Kokablätter. So haben wir die Anden nicht mal high überquert;-) 
Kurz vor der Passhöhe wollten wir den Schnee von nahem anschauen, und stiegen aus. Die Eisberge waren für uns sensationell, da sie mitten aus den wüstenartigen Bergen hochschossen. Plötzlich kam eine Megaböhe und windete unsere Landkarte vom Armaturenbrett ins Freie und davon. Dabei waren auch unsere Kokablätter. Wir hatten keine Chance, diese wieder zurückzuholen, so stark war der Wind. Wir konnten uns selber kaum wieder im Bussji einschliessen. Auf der Passhöhe angekommen zeigte unser GPS eine Höhe von 4800 Meter, und der Luftdruck betrug noch 574Millibar, was jedoch die Armbanduhr mit Höhenmesser gar nicht mehr anzeigen konnte. Es war für uns beide ein geniales Gefühl, so hoch gekommen zu sein, wie in unserem Leben bis jetzt noch nie. Auch unser Büssli spürte die Höhe und fuhr viel langsamer als sonst üblich. Ein paar Mal mussten wir sogar in den ersten Gang schalten, um kleine Steigungen zu überwinden. Als wir nach dem Pass den argentinischen Zoll erreichten und in das Haus laufen wollten, war der Wind so stark, dass wir nur noch mit Mühe die Türen von unserem Bussji schliessen konnten. Postkarten, die wir von Santiago gekauft hatten, hat es einfach aus dem Kästchen des Amaturenbretts gewindet. Es war fast schon tornadoartig und wir dachten, dass der schwere Töff des Zürchers vor uns umkippt. In den Zoll hinein gekommen, mussten wir schmunzeln, so deutlich war der Unterschied zum chilenischen. Während beim chilenischen, wie es im Land üblich ist, alles fein sauber und ordentlich war, herrschte im argentinischen ein familiäres Chaos. Wir wussten, dass wir wieder bei den freundlicheren Leuten aber der dreckigeren Umgebung waren. Einer der zwei Polizisten, der bestimmt 50 Jahre alt war, war total angeheitert. Er erklärte uns wohl 10 Mal den Weg, den wir nun nehmen mussten. Und da er es so lustig fand, nahm er auch immer wieder meine linke Hand und sagte izquierda. Alle lachten und am Schluss gab er Richi die Hand und sagte ciao Papa und mir gab er 2 Küsschen und sagte ciao Mama. Die Argentinier sind sehr viel lockerer und lustiger, während die Chilenen sehr reserviert sein können. Aber dies innerhalb von 200 km so stark zu spüren, war schon amüsant. Etwa 40 km weiter bei der argentinischen Zahlstation genügte auch ein kurzer Blick in unser Bussji, ganz anders als bei der letzten Überquerung nach Chile. Am Abend hatten wir einen riesigen Hunger und gönnten uns ein Nachtessen in einem argentinischen Restaurant.


Dem Pass entgegen

Stausee auf 3200 MFCM

Rote Steine

Passtrasse

Passtrasse

Farbiger Berg

zwei Gletscher

Passtrasse

BFCssli auf der Passtrasse

Kokablätter kauen

Schnee und Eis

Schnee vom Wind geformt

Mondlandschaft in Tucun

Aufgewirbelter Staub

Abendstimmung

Fr 20.April. Fahrt Rodeo - Villa Union - Cilecito - La Rioja - Catamarca

Heute fuhren wir den ganzen Tag bei nebligem Novemberwetter. Ab und zu nieselte es sogar ein wenig. Als wir in Villa Union angekommen waren, führte der Weg über einen Pass nach Chilecito,den wir vor einem Monat auch schon gefahren sind. Doch in Cilecito zweigten wir wieder auf eine noch unbekannte Strasse Richtung La Rioja ab. In Catamarca folgten wir den Wegweisern nach Tucuman, und erwischten eine Umfahrung ohne Tankstelle, die wir eigentlich gebraucht hätten. Der Landstrasse entlang sahen wir ungewöhnlich viele Fussgänger, die mit Taschenlampen unterwegs waren. Erst am nächsten Morgen erfuhren wir, dass das Pilgerer waren. Ungefähr einen Kilometer nachdem wir wieder mal den Reservekanister vom Dach holten, erreichten wir die Tankstelle, bei der wir übernachteten.

Farbige HFCgel

Grosser Stein

Sa 21.April. Fahrt Catamarca - Tucuman - Jujui.

Am Morgen schon das gleiche Bild: Neblig und ab und zu Nieselregen. Heute sahen wir auch Pilgerer auf Fahrrädern und Motorrädern, die sich bei diesem Wetter eingepackt mit Müllsäcken über den kleinen Pass nach Catamarca quälten. Ein älterer Mann erklärte uns, dass er seit 26 Jahren immer hierher pilgert. Früher kam er immer zu Fuss von Santiage del Estero, was ungefähr 2 Wochen dauerte. Seitdem seine Beine nicht mehr so fit sind, fährt er im Begleitfahrzeug und unterstützt so die anderen. Seine Pilgerergruppe trägt den Namen eines 22 jährigen Jungen, der auf dem Heimweg einer der letzten Pilgerfahrten mit dem Motorrad tödlich verunglückte. Unsere Fahrt ging weiter nach Tucuman, von da nach Jujui nahmen wir einen Autostöppler mit. Der junge Mann kommt aus Mar del Plata  und reiste letzten Montag los auf unbestimmte Zeit. Zuerst will er nach Bolivien, Peru, Equador, Kolumbien und Costa Rica. Weiter will er mit dem Schiff nach Asien. Er war vor zehn Jahren mal in der Schweiz als er ein halbes Jahr zum Schüleraustausch in Deutschland war. Auf unsere Bemerkung, St. Moritz sei doch teuer meinte er, damals sei Argentinien noch teurer gewesen als die Schweiz. Er ist Tierarzt, und will unterwegs auch ab und zu arbeiten. Nach etwa 9 Stunden Fahrt, übernachteten wir wieder einmal mehr bei einer Tankstelle.

Mit Marco beim Mate trinken

So 22.April. Jujui

Heute trieben wir uns etwas im Stadtkern von Jujui herum. Die meisten Geschäfter hatten geschlossen. Man merkt gut, dass man hier nahe an Bolivien ist. Alles ist ärmlicher als im Süden, und die Leute haben indianische Gesichter, und sind sehr freundlich. Als wir in einem Geschäft waren, bedankte sich der Inhaber sogar dafür dass wir die Region besuchen.

Mo 23.April. Paso Jama

Bevor wir losfuhren Richtung Jama Pass, liessen wir noch unsere Gasflasche füllen, und machten einen Grosseinkauf im Wissen dass in Chile alles doppelt so teuer ist. Da in Chile auch das Benzin doppelt so teuer ist, besuchten wir alle Tankstellen auf dem Weg, denn jede könnte die letzte sein auf der argentinischen Seite. Heute war das Wetter in Jujui endlich etwas besser, so zeigten sich die grün bewachsenen Berge, die sich gestern in Nebel hüllten. Nach einer halben Stunde Fahrt wechselte das Landschaftsbild plötzlich schlagartig, und anstelle der grün bewachsenen Hänge war alles dürr und karg. Auf der anderen Seite des Flussbetts konnten wir eine seltsame Canyon Wand sehen, die wir auch von weit oben noch ausmachen konnten. Auf dem ersten kleinen Pass von 4'200 Metern sahen wir einen Vicuña (Lamaartgenosse) von ganz nahe, doch das scheue Tier suchte schnell das Weite. Da sahen wir auch schon, dass dieser Pass anders ist als die bisherigen. Bisher fuhren wir einmal rauf und dann wieder runter und das ganze war jeweils in einem mehr oder weniger engen Tal. Diesmal erreichten wir mit dem ersten Pass das Altiplano, die Hochebene zwischen Peru, Bolivien, Chile und Argentinien. Auf der Hochebene pendelten wir nun zwischen 3'800 und 4'300 Meter hin und her. Man hatte eine weite Sicht auf Ebene und Berge. Bald durchquerten wir den ersten Salzsee, die Salinas Grandes, in deren Mitte ein Haus aus Salz stand. Dass es Häuser aus Lebkuchen gibt haben wir schon gehört, aber ganz aus Salz??? Kurz nach Sonnenuntergang erreichten wir die Argentinische Zollstation kurz vor dem Paso de Jama, bei der wir gleich übernachteten. Die Zöllner hätten unsere Papiere auch am Abend noch erledigt, doch uns war es auch noch am Morgen recht. Dafür wollten sie viel wissen über die Schweiz und unsere Reise. Bei etwa 5 Grad Kälte eilten wir schnell nach draussen, um den durch die trockene Luft sternenklaren Himmel zu sehen. Gewaltig, wie viele Sternen man hier von blossem Auge sehen kann. Wie trocken die Luft hier ist, bemerkte ich auch in der Nacht. Als ich mich unter der Wolldecke drehte, entluden sich statische Ladungen in Form von kleinen Blitzen.

Berg mit 7 Farben

Ach da kommen die her...

Interessante Abbruchkante

VicuF1a

SouvenierverkE4ufer

Salinas Grandes

Haus aus Salz

Lamas

Strasse in weissen HFCgeln

Abendstimmung

Sternenhimmel

Di 24.April. 5'000 Meter über Meer

Wir hatten damit gerechnet, dass wir auf 4'200 Metern nicht gut schlafen würden. Zur dünnen Luft kam auch noch die Temperatur, welche in der Nacht stetig fiel, und am Morgen bei -3°C ihren Tiefpunkt fand. Die Innentemperatur hinkte dem etwas hinterher, und sank in der Nacht von 22°C auf 4°C. Waren wir froh um unsere Standheizung, die bei der Höhe aber erst beim zweiten Mal startete. Da ich eh nicht mehr schlafen konnte, stieg ich auf einen kleinen Hügel, um den Sonnenaufgang mitzuverfolgen. Da aber eine höhere Bergkette vorgelagert war, fiel dieser leider nur halb so spektakulär aus. Mirella konnte sich bei der Kälte nich überwinden, aus dem Bett zu kriechen. Mit dem Paso de Jama war der Höhepunkt aber noch lange nicht erreicht. Mal ging's runter, mal rauf, mal im fünften Gang, mal im Ersten. Den höchsten Punkt der Strasse erreichten wir bei 4'880 Metern über dem Meer an einem Punkt, der nicht mal bezeichnet war. Auf 4'600 Metern sahen wir auf einem halb zugefrohrenen Salztümpel neben anderen Vögeln zwei Flamingos. Als wir sie näher anschauen wollten, flogen sie eine Runde, und landeten wieder in etwa gleich weit weg. Als wir nochmal auf 4'800 hochfuhren sahen wir, dass es nachher lange runtergeht. Da packten wir die Gelegenheit, verliessen die Strasse und fuhren auf der Steinwüste in die Nähe eines Berges. Da kämpften wir uns die fehlenden Höhenmeter zu Fuss hoch. Dabei merkten wir die Höhe gut. Für die hundert Höhenmeter brauchten wir bestimmt eine Stunde. Die Temperatur war noch nicht höher als 3 Grad und dazu wehte ein Wind von bestimmt mehr als 100 km/h. Als das GPS endlich 5'000 anzeigte, öffneten wir den mitgebrachten Champagner. Wir rechneten damit, dass der Korken bestimmt hundert Meter wegfliegt, doch mit einem leisen "Plopp" schoss der Korken zwei Centimeter aus meiner Hand, und landete im Sand. Die Höhe machte sich dafür beim trinken bemerkbar. Kaum war der Champagner im Mund, dehnte er sich explosionsartig aus. Wieder beim Büssli folgte dann die lange fast gerade Abfahrt nach San Pedro de Atacama. Es hatte viele Notfallbremspisten. Doch da könnte man sich auf etwas gefasst machen. Das Kies ist nicht wie normal flach, sondern fein säuberlich zu halbmetrigen Wellen geformt. San Pedro sieht ganz anders aus, als wir uns dies vorgestellt hatten. Anstelle von grossen Gebäuden gibt es hier nur einstöckige Lehmhäuser. Am Zoll mussten wir wieder mal beteuern, keine Frückte, Gemüse, Fleisch oder sonstiges mitzunehmen. Die Büchsen, die wir bereitwillig zeigten, durften wir behalten. Damit konnten wir erfolgreich vom Kühlschrank ablenken. In San Pedro suchten wir eine Karte der Umgebung, damit wir selber zu den Geysieren fahren können. Die Touranbieter wollen mit solchen Informationen natürlich nicht oder nur gegen Geld rausrücken. Im Tourismusinformationsbüro fanden wir zwar nur eine einfache Karte, dafür erklärte uns der freundliche Herr alles was wir wissen wollten. Auf den Fotos sahen wir, dass man in einem kleinen Tümpel des Salars im sehr salzhaltigen Wasser baden kann. Der Salar de Atacama ist ungefähr so gross wie der Bodensee und hat zum grössten Teil eine feste Oberfläche aus Salz oder Schlamm. Wir suchten die Badestelle nach der Beschreibung, doch nach 14 statt der besagten 10 km Holperpiste quer über den Salzsee drehten wir um, da wir nicht sicher waren, ob wir auf dem richtigen Weg waren. In der Nähe fanden wir ein schönes Plätzchen wo wir uns abduschen und übernachten konnten. Die Campingplätze im Ort haben auch nur kalte Duschen, und wollen dafür noch USD 6 pro Person.

Sonnenaufgang und Steimandli

Zollstation bei Sonnenaufgang

kleine Salzablagerungen

dunkler Berg

farbiger Berg

zwei Flamingos

unser BFCssli in der SteinwFCste

Auf 5'000 Meter FCber Meer

San Pedro de Atacama

rechtes vom Vulkan sind wir runtergefahren

Mi 25.April. San Pedro de Atacama

Zuerst holten wir mal etwas Schlaf nach, dann erkundeten wir San Pedro, das auf etwa 2'300 Metern über Meer liegt. Bevor wir uns auf den Weg zu den Geysieren machten, spiesen wir in einem schick auf Indiander gestylten Touri Restaurant fettig zu Mittag. Die Strasse führte mehr oder weniger gerade dem nur schwach geneigten Hang entlang nach oben, bis es mal etwas steiler wurde. An der steilsten Stelle, auf 4'000 Metern musste unser Büssli zum ersten Mal kapitulieren. Es fehlten nur etwa zehn Meter, bis es wieder etwas flacher wurde. Also luden wir schnell die Gleitschirme, Koffern und Mirella aus, und ich versuchte es mit etwas Anlauf und schieben von Mirella nochmal, und siehe da diesmal gings. Dann folgten ein paar Stunden auf dem Altiplano zwischen 4'000 und 4'500 Meter über übles Ripio. Das ist Landstrasse mit Wellenmuster wo man entweder ganz langsam oder ganz schnell fahren muss. Bei normaler Geschwindigkeit wird man extrem durchgerüttelt, bei grosser Geschwindigkeit mässig und bei kleiner Geschwindigkeit braucht man einfach sehr lange. Da wir halt viel Ausrüstung wie Kühlschrank, Kochherd und so haben, entscheiden wir uns normalerweise für die langsame, autoschonende Variante. So brauchten wir für die 98km mehr als vier Stunden. Doch der Weg führte durch interessante Landschaft, und wir sahen neben vielen Vicuñas auch zwei Straussen. Kurz nach Sonnenuntergang erreichten wir die höchsten Geysiere der Welt. Seit letztem Jahr muss man hier Eintritt bezahlen, und darf nicht mehr in unmittelbarer Nähe übernachten. Wir schauten uns ein paar Geysiere kurz an, und suchten dann ein Plätzchen zum übernachten nahe bei der Strasse.
Mirella: "Welcher Touri abends mit Temperaturen unter dem Gefrierpunkt mit einem Badetuch umherspazierte und eine Stelle zum Baden suchte, muss ich glaub ich nicht näher beschreiben. Leider haben wir in der Dämmerung keine gefunden, was dieser Touri sehr bedauernswert fand. Die Frage, ob man um diese Zeit noch baden konnte, bejahten die in dicken Jacken und Kappen bekleideten Angestellten, falls man es aushält, hineinzusteigen."
Da man uns in San Pedro sagte, dass wir in der Nacht mit -6°C rechnen müssen, holten wir die warmen Schlafsäcke aus der Dachbox. Diesmal war auch nicht die Temperatur, die sogar bis -9°C fiel das Problem, sondern die dünne Luft auf 4'300 MüM. Wir waren wohl zu schnell ohne Zwischenhalt aufgestiegen, und der Rotwein am Abend war auch nicht gerade förderlich. Wir konnten fast nicht einschlafen, litten an leichten Kopfschmerzen, Übelkeit und Atemnot. Morgens um vier suchten wir dann zuunterst unter der Sitzbank die Sauerstofflasche, mit der wir eine Weile inhalierten. Schlussendlich konnten wir dann doch einschlafen. Später erfuhren wir, dass das fettige Essen vor dem Anstieg hätte vermieden werden müssen. Das nächste Mal machen wir einen Zwischenstopp mit Übernachtung auf 3'500 MüM, trinken weder Rotwein, Kaffee oder Tee, nehmen leichtere Kost zu uns und trinken mehr Wasser, wenn wir in die Höhe fahren.

DCbernachtungsplatz auf dem Salar de Atacama

Strauss in der WFCste

VicuF1a auf FCber 4000 m

Auf dem Altiplano

WFCstengegend

Do 26.April. Geysiere el Tatio

Etwas mitgenommen von der Nacht besuchten wir bei Sonnenaufgang die Geysiere, die jeweils am Morgen früh am eindrücklichsten sind. Das Wasser schoss zwar nicht so hoch wie ich das erwartet hatte, aber der Dampf, der aus den Löchern herausgedrückt wurde, stieg kerzengrade sicher 20m in den Himmel. Als sich die Busse der Touristentouren wieder verzogen hatten, betrachteten wir die Geysiere, die sich auf etwa einer Hektar ausdehnen. Die Berge leuchteten zum Teil noch rötlich und es war wunderschön, diesem Geschehen zuzusehen. Nach einem kleinen Frühstück überwindeten wir uns und wärmten uns im Wasser auf.
Das Wasser eines unterirdischen Flusses wärmt sich durch die Berührung mit dem Magma der Vulkane auf, sucht sich einen Weg durch die verschieden grossen Löcher im Boden und tritt als 85 Grad heisses Wasser oder Wasserdampf aus. Man konnte nur in einem grossen Tümpel baden, in dem das Wasser genug abkühlte. Das Wasser war leider nicht ganz so gleichmässig, wie wir es erwatet und von der Alpentherme in Leukerbad gewohnt sind. Entweder befanden wir uns im lauwarmen Tümpel oder einer fast siedend heissen Strömung.
Einsteigen ins wohlig warme Wasser war bedeutend einfacher, als nachher bei Temperaturen um den Gefrierpunkt wieder aus dem Wasser zu steigen. Als wir uns endlich überwinden konnten, in die eisige Kälte auszusteigen, schnell abtrocknen und ins Büssli zu rennen, fuhren wir weiter. Anstatt zurück nach San Pedro, fuhren wir direkt nach Calama. Dabei fuhren wir bald mal runter auf 3'000 und dann kam eine riesige Ebene auf der es nur Sand und Steine gab. Es war wieder richtig heiss. Dabei begegnete uns ein Paar aus Freiburg, die uns einen Camping in Calama empfohlen, wo sich viele Globetrotter herumtreiben. Tatsächlich übernachteten da mit uns die Besatzungen von 4 deutschen und enem italienischen Fahrzeug. Das meiste waren Geländewagen mit Wohnaufbau, eines sogar ein richtiger Expeditionslastwagen. Doch ein Fahrzeug war auch ein VW-Bus mit Hochdach fast wie unserer. Nur hatte der die Westfalia Club Joker Ausstattug von 1984, die beste Ausstattung, die wir bei einem VW-Bus bisher gesehen haben. Wir hatten etwas Schlaf nachzuholen, und gingen nach einer geselligen Runde mit den Deutschen und Italienern früh ins Bett.

FrFCher Morgen auf den Geysiren el Tatio

Touristen auf den Geysiren

Meterhoher Wasserdampf

Beeindruckende Geysiren

Berge, WFCste und Geysire

Oase in der NE4he von Calama

EuropE4er mit gemeinsamer Leidenschaft

Fr 27.April. Globetrotter in Calama

Nachdem wir etwa 12 Stunden geschlafen und dabei nicht mal so gefroren haben, nahmen wir es etwas gemütlich und tauschten Reiseerlebnisse mit den Deutschen aus. Wir erfuhren, dass das Pärchen, das mit dem Expeditionslastwagen schon in Afrika war, noch nach Nordamerika, Russland und Australien reisen wird. Gesamte geschätzte Reisedauer; 5 Jahre. Tja, DA fragen wir uns auch, ob die wohl im Lotto gewonnen haben und freuen uns für sie. Das Pärchen, das den VW-Bus besitzt, gab uns noch viele nützliche Tipps, die Innenausstattung geräumig zu nutzen.
Danach gings Richtung Iquique, wobei wir lange durch die Wüste fuhren. Ich stellte mir die Wüste immer ebenmässig und ohne Berge vor. Stattdessen ist einfach alles aus Sand und Land und sieht ziemlich öde aus. Als wir uns dem Meer näherten, sahen wir von weitem einen Feuchtigkeitsnebel und genossen das tiefe Einatmen, das endlich nicht mehr so staubig wirkte. Schliesslich kamen wir aus der trockensten Wüste der Welt. Als unser Benzin wieder einmal mehr den Weg bis zum Auspuff nicht mehr für lange zu schaffen schien, entschieden wir uns, auf einem Abstellplatz mit Sicht auf's Meer zu übernachten. Richi wird morgen wohl den Benzinkanister wieder holen müssen. Heute musste das nun wirklich nicht sein, schliesslich haben wir Ferien und brauchen den Schlaf davor;-)

DCbernachtungsplatz beim Meer

Sa 28.April. Iquique

Nachdem wir den Reservekanister in den Tank geschüttet und Iquique erreicht hatten, mussten wir uns schon zum ersten Mal ärgern. An einer Tankstelle fragten sie, ob sie das Motoröl auch gleich kontrollieren sollen. Als ich nach dem Preis des Oels fragte, schaute der Angestellte etwas herum und schüttete das Oel in den Motor. Wir staunten ganz schön, als das Oel drei mal so viel wie in der Schweiz, und sechs mal so viel wie in Argentinien kostete. Weiter gings zu einem Supermarkt. Als wir wieder rauskamen, sah ich wie ein Junge einen dreckigen Lappen um unser Büssli rieb. Ich sagte ihm, er soll das nicht machen, und er war sogar noch sauer dass ich ihm nichts für's putzen bezahlen wollte. Er versuchte es sogar noch mit lügen und sagte, dass Mirella ihn gebeten habe, das Büssli zu waschen. Als Mirella dann dringend aufs Klo musste und in allen Restaurants fragte, hatte keines der Restaurants ein Klo. Die zweite Tageshälfte wendete sich dann zum Glück zum Besseren. Am Startplatz waren auch die Tandempiloten und Fluglehrer sehr freundlich und hilfsbereit. Sie erklärten uns, wo Philip's Flightpark ist, und wie man da hinfliegen und fahren kann. Mirella konnte mit dem Büssli dem Fluglehrer folgen, und ich flog runter. Es hatte fast keinen Wind, und die Thermik reichte nur für halbe Kreise im schwachen Steigen. Die Vögel verzogen sich immer, wenn ich zu ihnen in den Schlauch kommen wollte, es war aber jeweils auch nichts mehr übrig. Im Flightpark gelandet, traf ich auch gleich Philip, einen ausgewanderten Schweizer. Er ist sehr nett, und erklärte uns wo wir alles finden, was wir brauchen. Als Mirella dann auch kam, gingen wir mit dem Ortsbus nochmals hinauf zum Startplatz, um einen Tandemflug zu machen. Da der Wind jedoch genau dann nachliess und sie nicht rennen wollte, fuhren wir kurze Zeit später wieder hinunter, wo wir dann auch Barbara und Fréderic trafen, die wir schon je zwei Mal getroffen hatten.

So 29.April. Fliegen in Iquique

Heute machten wir einen Tandemflug beim Startplatz Alto Hospitzio, der sich oberhalb vom Flypark von Philip befindet. Wir konnten eine Weile soaren und kamen auch zu einer grossen Düne, was sehr schön war. Wir mussten beide etwas schmunzeln, da sich darunter ein Auto im Sand eingegraben hatte und nicht so schnell wieder heraus zu kommen schien. Die Sicht aus der Luft war sehr schön über's Meer und Iquique ist eine sehr farbige Stadt, wie die meisten Städte in Chile. Was uns jedoch beiden sehr fehlen würde, ist das grün. Der Fussballplatz und der Friedhof sind die einzigen grossen grünen Stellen. Die Stadt ist leider total dreckig, was das Bild nicht gerade verschönert. Die ganzen Abfallberge machen die sonst so schöne Aussicht auf's Meer zunichte. Nach etwa einer Dreiviertelstunde landeten wir in Philip's Landeplatz. Ich freute mich sehr, da es sehr angenehm ist, auf dem Sand zu landen. Tja, Richi's Schirm gefällt das zwar weniger..
Google Maps : Iquique

Mo 30.April. Cross Country in Iquique

Die Argentinier, die mit der anderen Flugschule im Ort fast jeden Tag auf Strecke gehen, zogen heute wieder los, nachdem gestern leider nichts war. So konnten wir mit ihnen mitfahren zu einem Startplatz ca 65km südlich von Iquique. Die Aufgabe war, von da zurück nach Iquique zu fliegen. Die Windvorhersage war etwas mehr als 20km/h und traf am Startplatz auch in etwa zu. Nachdem ich dem Fluglehrer wieder mal dankbar war, dass er Mirella verunsicherte, indem er sagte, es habe viel Wind zum starten, wir müssten dann gut schauen, ging's los. Wir überhöhten den Startplatz schnell, und bald eröffnete sich ein Ausblick über das Plateau hinter dem Hang. Die ersten waren schon losgeflogen, und so folgten wir ihnen schnell. Der Wind blies schräg an den Hang, so dass wir mit Rückenwind schneller unterwegs waren. Wir machten immer schön Höhe, wenn ein Hang gut im Wind stand, und versuchten die Lee-Sink-Zonen möglichst schnell zu durch- oder umfliegen. Das ging eine Weile gut, bis der Wind immer mehr parallel zum Hang und auch stärker wurde. Als der Wind so parallel wurde, dass ich kein Steigen mehr fand, flog ich dem Franzosen nach, der vorhin einen vorgelagerten Schlauch kurbelte. Beim Gleiten durch die Abwindzone, sahen wir wie ein paar hundert Meter unter uns einer bei der Landung durch die Wüste geschliffen wurde. Als wir den Franzosen Julien, der gleich beim Engländer Andrew gelandet war überflogen, wollte ich es noch am Hang gleich dahinter versuchen, doch auch da war nichts mehr zu wollen. Dafür merkte ich, dass wir gar keine Vorwärtsfahrt mehr hatten. Etwas senkrecht, etwas vor, aber oft auch rückwärts landeten wir. Dass die beiden uns gerade zu Hilfe kamen, erleichterte uns den Ausstieg aus den Gurtzeugen und das Falten des Schirmes. Wir flogen ungefähr 18km, weiter kam von der Gruppe heute keiner. Zwischen unserem Landeplatz und der Strasse lag ein Militärschiessplatz, wo es Blindgänger haben könnte, so mussten wir einen kleinen Umweg machen, wurden dann aber auch schon erwartet. Weiter gings zu einer Düne wo man endlos mit dem Schirm spielen konnte. Am Anfang war der Wind noch etwas stark, so dass fast alle noch warteten. Leider hatte ich nur den Tandem dabei, der dafür nicht so gut geeignet ist. Ich durfte mit dem 24er Aspen vom Julien eine Weile spielen, und später auch mit Barbara's Rush. Es war cool so im Sand und knapp darüber kleine Kunststücklein zu üben, und wenn man dazu nicht den eigenen Schirm mit Sand füllen muss ist es noch besser. Man musste nur schauen, dass man nicht zu hoch kommt, denn oben war der Wind stärker und damit auch das Steigen.
Flugdetails im XContest

Blick aufs Meer

Vorflieger Julien

Blick zurFCck

Unsere Truppe vor dem Landeplatz

Di 01.Mai. Tag der Arbeit in Iquique

Eigentlich wollten wir heute aufbrechen Richtung Salar de Uyuni. Da die Wäsche jedoch etwas länger zum trocknen brauchte und Richi hier im heute geschlossenen Zofri ein neues Natel kaufen möchte, entschieden wir uns, eine Nacht länger zu bleiben. So putzte ich das Bussji und Richi machte noch rasch einen Tandemflug mit einem Engländer, dessen Leinen gestern etwas zerstört wurden.
Am Abend gingen wir spazieren. Ein Spaziergang mit Richi hat für mich jedoch fast immer eine Schwitzattacke zur Folge. So liefen wir hinunter zum Strand und dann die Düne wieder hinauf. Weil leere Glasflaschen und sämtlicher erdenklicher Abfall im Sand lag, war dies nicht gerade ein schöner Anblick. Wie schon so oft, folgte uns ein Hund etwa 1 km lang. Kaum taucht Richi irgendwo auf, läuft uns auch schon ein Hund nach. Ich ziehe immer noch eine Katze vor;-)

Mi 02.Mai. Zofri & Fahrt von Iquique Richtung Bolivien

Am Morgen besuchten wir die Zofri Mall, das zollfreie Einkaufszentrum von Iquique. Wenn man eine Digitalkamera oder etwas ähnliches sucht, kann man hier richtige Schnäppchen schlagen. Bei manchen Sachen hatten wir aber den Eindruck, dass man das in der Schweiz billiger kriegt. Ich suchte ein externes Mikrofon für mein Funkgerät. Obwohl mir alle Chilenen rieten, das in Iquique zu kaufen weil es da billiger sei, fand ich im ganzen Center keines. Und auch die Auswahl an Mobiltelefonen war nicht gerade gross. Dafür gab es auch Werkzeug, Kleider, Autozubehör und allen möglichen Ramsch. So machten wir uns nach dem Mittag auf nach Bolivien. Doch das Büssli hatte so keine Leistung beim bergauffahren. Auf der Ebene ging es noch, doch auch da war der Benzinverbrauch viel grösser als sonst. Wir fuhren die Passtrasse im Schneckentempo hoch, und mussten oft in den ersten Gang schalten. Und siehe da, schliesslich kam eine Steigung, die wir nur noch mit schieben meistern konnten. Wir wollten eigentlich auf 3'000 rauf fahren, um uns da über Nacht an die Höhe gewöhnen zu können. Doch die nächste steile Steigung konnten wir weder mit schieben, noch im Rückwärtsgang überwinden. So übernachteten wir auf 2'600 Metern und hofften dass das Büssli Morgen wieder mehr Kraft haben würde.

Blick auf Iquique

Grüne Oase in der Atacama WFCste

Do 03.Mai. Büsslireparatur

Leider hatte das Büssli immer noch nicht mehr Kraft. So bauten wir den Luftfilter aus und schüttelten den Staub so gut es ging aus. Nachdem das nichts brachte, konnten wir bei einer kleinen Mine den Luftfilter mit Pressluft ausblasen. Der Arbeiter meinte, der sei gar nicht so dreckig, es könnte der Benzinfilter sein. Also fuhren wir mit unserem restlichen Benzin wieder runter und suchten einen Mechaniker. Auf dem Weg runter schauten wir uns den kleinen Berg mit den Scharrzeichnungen etwas genauer an. Es handelte sich wirklich um den "Gigante de Atacama", eine Scharrzeichnung einer 150 Meter hohen Gottheit, die mit einem Streich ihres Instrumentes Erde, Wind und Menschen erschaffen haben soll. Anders als bei den Zeichnungen in Nazca kann man diese auch vom Boden aus erkennen. Als wir einen Mechaniker gefunden hatten, baute dieser den Benzinfilter aus und meinte, da hätten wir irgendwo wohl sehr schlechtes Benzin getankt. Vor unserer Abreise war der Benzinfilter noch tip top sauber, und der Tank in gutem Zustand. Also suchten wir einen einigermassen passenden Benzinfilter, da ein original Ersatzteil in diesem Dorf nicht verfügbar war. Bei der Gelegenheit tauschten wir auch gleich die Kerzen aus, die schon ziehmlich schlecht aussahen. Auch den Zündverteiler besserte er etwas aus. Da der Motor etwas besser, aber noch nicht top lief sagte er uns, dass die Einspritzer wohl noch etwas verschmutzt seien, sich mit sauberem Benzin aber selber wieder reinigen sollten. Für die ganze Arbeit verlangte er nur die CHF 15, die wir für die Kontrolle des Benzinfilters vereinbart hatten. Klar dass wir ihm mehr bezahlten, da er auch viel mehr gemacht hat. Frisch betankt machten wir uns auf ein neues auf, den Pass Richtung Bolivien in Angriff zu nehmen. Auf der Ebene kamen wir flott vorwärts, doch sobald es hoch ging beschlich uns ein Gefühl, als ob es noch nicht viel besser sei. Ab und zu merkten wir die normale Leistung, doch jeweils nur für ein paar Sekunden, dann gings wieder im Schneckentempo weiter. Wir warteten sehnlichst darauf, dass sich diese Einspritzer endlich selbst reinigen sollten. Als wir uns langsam den 2'600 Höhenmetern näherten hatten wir die Gewissheit, dass das Büssli noch genauso schwach wie gestern war. Wir übernachteten wieder an der gleichen Stelle, und diskutierten wie unsere Reise weitergehen soll. Ob wir der Küste entlang nach Lima fahren wollen, doch auch da könnte es ja Steigungen haben, die mit dieser Leistung nicht zu meistern sind. Könnte es ein schlimmer Motorschaden sein? Wir dachten an die Deutschen, deren Kolbenringe sich in Argentinien auflösten. Verzweiflung und Panik machten sich langsam breit, doch Morgen würde ich noch alles kontrollieren und überprüfen was ich selber machen kann, bevor wir zurück nach Iquique zu einer VW Garage fahren würden.

Gigante de Atacama

Büssli in der Atacama

Mechaniker mit seiner Schwester

Fr 04.Mai. Doch noch nach Bolivien geschafft

Im schlauen VW-Büssli-Buch, das mir Wolfgang empfohlen hat, stand dass die Einspritzanlage wartungsfrei sei, und der Abschnitt hatte auch keine Störungstabelle wie der viel grössere Abschnitt für Vergaser. Also wollte ich einfach mal die Zünd- und die Einspritzanlage systematisch überprüfen. Mit der Zündanlage fing ich an. Alle Kerzen hatten einen Funken, wenn sie ausgebaut waren, doch zwei der nagelneuen Kerzen hatten auch hinten schon Funkenspuren. Also öffnete ich die Entstörung der betreffenden Kerzendeckel, und tatsächlich, der Gummi war von den Funken förmlich durchlöchert. Mit Isolierband versuchte ich die Isolierung wieder zu verbessern, und dann kam mit etwas grösserem Abstand wieder das Blech drauf. Schon die ersten Motorgeräusche klangen verheissungsvoll. Der Motor beschleunigte wieder richtig und nicht so zögerlich wie gestern. Dass der Motot nur auf zwei Zylindern lief erklärte alles, die fehlende Leistung, die Gerüche von unverbranntem Benzin und auch den höheren Benzinverbrauch. Tatsächlich fuhren wir die Steigung an der wir gestern und vorgestern scheiterten mit dem dritten Gang hoch. Da bin ich doch froh um die Erfahrungen mit Motoren, die ich während meiner Töfflibubenzeit bei Schelberts Zweiradcenter sammelte. Bis zur bolivianischen Grenze war die Strasse meistens geteert. Komisch war, dass auf über 4'000 Metern plötzlich mehr Pflanzen wuchsen, dies liess sich aber leicht durch die Feuchtigkeit erklären, die nach dem Verlassen der Atacama Wüste wieder vorhanden war. Die Zollabfertigung bei den Chilenen ging relativ flott, doch auf der bolivianischen Seite war gerade Mittagspause, so mussten wir schon mal zweieinhalb Stunden warten.  In der Zwischenzeit assen wir zu Mittag in einem bolivianischen Restaurant. Da wir noch kein bolivianisches Geld hatten, konnten wir mit chilenischen Pesos mit einem sehr schlechten Wechselkurs bezahlen. Statt der CHF 2.70 bezahlten wir somit das doppelte, was für uns aber auch nicht tragisch war. Als der Zoll endlich aufmachte, warteten schon 20 Lastwagenfahrer um das Gitterfenster und sangen dazu: "Mein Herz schmerzt so sehr vom ewigen Warten". Aus irgend einem Grund wurden wir drangenommen, sobald der Zollbeamte uns erblickte, doch die Abwicklung dauerte mehr als eine Stunde. Immer schön gemütlich die Formulare auf Papier und am Computer ausfüllen, Fragen stellen und dazwischen mal etwas anderes erledigen. Er erklärte uns auch, dass die Strasse die wir eigentlich zum Salar de Uyuni nehmen wollten nicht oder nur mit einem Führer passierbar sei, und dass wir nach Oruro fahren sollten, und von da weiter. Da wir die andere Strasse eh nicht fanden und mit unserem Büssli nicht einfach quer durch die Büsche fahren können folgten wir seinem Rat. Wenn das die gute Strasse ist, wie muss dann erst die andere sein? Stundenlang fuhren wir mit 30km/h auf der Rüttelpiste, und plötzlich kamen 70km frisch geteerte Strasse in super Zustand. Doch gerade als dieses Teilstück fertig war, kam eine Zahlstelle und zwei Bolivianer und eine Frau bettelten förmlich dass wir sie nach Oruro mitnehmen. Ein Polizist auf der Zahlstelle fragte was das für ein Bild auf dem Büssli sei. Als ich ihm zu erklären versuchte dass das ein Gleitschirm sei, fragte er für welche Firma ich arbeite, und ob ich Tierarzt sei. Unsere Mitfahrer waren sehr freundlich, und hatten ein deutliches Spanisch, das wir gut verstanden. Nach weiteren 3 Stunden Fahrt in Oruro angekommen suchten wir ein Hotel, wo wir duschen konnten. Duschen alleine gabe es nicht, so nahmen wir ein Zimmer für 10USD und schliefen trotzdem im Büssli.

NotdFCrftig reparierter Kerzendeckel

Lamas

GeschmFCcktes Lama

Lamas mit TrichlE4

Schneebedeckter Berg mit 5'850 Metern

Lamas beim trinken

Sa 05.Mai. Fahrt von Oruro nach Uyuni

Als Richi am Morgen in unser Zimmer auf die Toillette wollte, schaute ihn der Rezeptionist komisch an, und sagte er hätte das Zimmer schon anderweitig belegt, da er dachte wir hätten uns ohne zu bezahlen aus dem Staub gemacht. Er hat offensichtlich sehr schnell vergessen, wie ich ihm gestern mehrmals erklärte, dass wir nur Dusche und WC brauchen und in unserem eigenen Fahrzeug schlafen. Er hat uns extra noch versichert, dass wir um 1 Uhr mittags auschecken können und dass die Gegend zum Schlafen sicher seie. Also ging Richi auf das Etagenklo und der Rezeptionist versicherte ihm, dass ich in einer Stunde duschen kommen könne. Als ich dann ankam, war dies auch kein Problem und ich genoss das im Gegensatz zu gestern frisch geputzte Badezimmer. Als ich wieder hinunter kam, wollte ich zu Richi, um gemeinsam bezahlen zu gehen und wollte den Schlüssel dieses Mal mitnehmen, damit das Zimmer nicht schon wieder weitervermietet wurde. Die Ablösung des vorigen Rezeptionisten erklärte mir, dass ich nicht gehen dürfe und den Pass dalassen müsse. Ich erklärte ihr, dass ich kein Geld und keinen Pass dabei hätte und mein Freund vielleicht auch noch rasch das Badezimmer benutzen möchte. Schliesslich bezahlen wir dafür und haben das am Vorabend so vereinbart. Meine Passdaten wurden vom Rezeptionisten auch aufgenommen und ich konnte ihn danach zurück nehmen. Sie liess jedoch nicht locker und sagte, ich solle den v... Pass dalassen. Da rastete ich aus, warf den Schlüssel aufs Sofa, schimpfte in allen erdenklichen Wortlagen auf Walliserdeutsch und wollte zur Tür raus, die auch noch geschlossen war. Hatte mich dieses Biest nicht eingeschlossen. Sie ergriff ihr Handy und liess mich warten. Glücklicherweise öffnete sie kurz später, um hinaus zu telefonieren, ich sah Richi von weitem, der dann mit den Dollarnoten kam.
Daraufhin schauten wir uns noch ein bisschen den Markt von Oruro an. Alles was wir bisher erlebt hatten, ähnelt Europa total. Heute sahen wir jedoch Frauen in bunt eingehüllte Tücher und statt Handtaschen tragen sie ihre Ware oder auch Kinder in Tüchern um ihren Rücken gebunden. Kein Wunder gehen viele von ihnen etwas gebückt. Der Markt war sehr interessant, da allerhand Waren angeboten wurde und die Preise für uns natürlich Schnäppchen waren. Die Leute waren dort auch viel symphatischer, Touristen sahen wir jedoch kaum. Wir spüren beide, dass das nun das richtige Südamerika ist. Obwohl es mir gefällt, lässt die total andere Mentalität eine Art Verlorenheit in mir aufkommen, Richi nimmt es ein bisschen lockerer. Die Leute begegnen einem nicht sofort mit einem Lächeln und geben auch karge Antworten. Auch das pure Gegenteil durften wir zum Glück erfahren. Nach dem kurzen (und heute einmal gemütlichen) Spaziergang mit Richi machten wir uns auf Richtung Uyuni. Auf dem Weg begegneten wir zwei Einheimischen, die uns fast anflehten, sie mitzunehmen. Wir nahmen die zwei Männer mit. Statt der 10 km bzw. der nächsten Kreuzung fuhren sie fast 2 Stunden mit. Kreuzungen sahen wir viel und Kilometer fuhren wir auch bei 30 km/h um etliches mehr. Vorher versicherte ein Angestellter der Zahlstelle Richi, dass die Strasse bis Uyuni geteert sei. Weit gefehlt. So schlechte Strassen haben wir in Südamerika noch nie angetroffen. Richi fuhr etliche Stunden im Töfflitempo und die Schweizer-Mundart Musik erstummte fast neben dem lauten Rümpeln. Was uns und sicherlich auch anderen Touristen merklich komisch vorkam, war, dass wir einem Umleitungssignal gefolgt sind und danach in eine Art Geisterdorf gelangten. Kurz später erklärte uns ein einheimischer Arbeiter, dass wir uns auf dem falschen Weg befinden. Danach kam ich ans Steuer. Leider nur für kurze Zeit. Als erstes schaffte ich es, uns beim Wenden in den Sand einzukurbeln und als wir wieder freigeschaufelt waren, fuhr ich in die Furchen einer Strasse. So ein Strassenzustand habe ich noch nie gesehen. Zwei etwa 40 cm tiefe längliche Löcher, die durch die Strassen führen. Wir kamen noch knapp einem Abschlepperlebnis in Bolivien davon. Danach fand ich es wieder gemütlicher auf dem Beifahrersitz, wo wir bei 40 km/h weiterfuhren. Da wir auf dem Altiplano unterwegs waren, hatten wir keine grossen Höhendifferenzen. Die ganze Strecke war zwischen 3'700 und 3'800 Meter über Meer. Nach etwa 9 Stunden Fahrt kamen wir in Uyuni an. Wir assen und tranken für insgesamt 12 CHF. Die Sauberkeit in einem anderen Raum liess jedoch bei weitem zu wünschen übrig und ich sagte Richi, dass ich nur Trinkgeld gebe, wenn das stille Örtchen einen länger als einen Blick gewähren lässt... ICH vermisse die saubere Schweiz. Trotzdem ist es ein einzigartiges Erlebnis.  

Markt von Oruro

Lamas auf dem Altiplano

angebaute Rote Pflanzen

Interessante Felsen

Auf dem Altiplano

So 06.Mai. Salar de Uyuni

Am Morgen machten wir uns als erstes auf die Suche nach einem Internet, was sich jedoch nicht als so einfach herausstellte. Entweder waren die Leute nicht bereit, dass wir unseren Laptop anschliessen, hatten geschlossen oder waren so unfreundlich wie jener Mann, der uns sogar verbot, den Stecker für den Laptop einzustecken, um unseren Bericht vom USB hinüber zu laden. Ich hatte ehrlich gesagt total den Koller heute morgen, da hier manche Leute so unfreundlich und ohne jegliches Lächeln sind, dass ich mich sehr nach der Schweiz sehnte. Richi sah dies, wie so vieles wieder einmal lockerer. Danach gingen wir ins Tourismusinformationsbüro, das unserer beider Meinung das beste ist, das wir je gesehen hatten. Der Boden und auch die Sitzbänke und Tische waren alle typisch  wie die Salarregion aus Salz. Der sehr freundliche Tourismusangestellter erklärte uns auf einer grossen Karte sämtliche Sehenswürdigkeiten von Bolivien und beriet uns auch, welche Strassen wir nehmen sollen. Ich war sehr erleichtert zu hören, dass man die Todesstrasse in La Paz gar nicht zu befahren braucht und dass eine ganz normale Alternativstrasse zur Verfügung steht. Zu guter Letzt konnten wir noch einen 15 minütigen Dokumentarfilm über Bolivien geniessen. Dieser Service in dieser Ambiance war einfach herrlich und dass wir die GPS-Koordinaten zur Selbsterkundigung des Salars de Uyuni erhielten, freute uns noch umso mehr.  In der Touragentour, in der wir zuvor kurz waren, wollte man uns mit allen möglichen Geschichten davon abhalten selber auf den Salar zu fahren.
Als wir später duschen wollten, hatten wir leider Pech und Richi duschte kalt und ich lauwarm. Die nette Hotelchefin liess uns ausrichten, dass dies dafür nun gratis gewesen sei. Das nahmen wir jedoch nicht an, konnten wir schliesslich auch unsere Wassertanks füllen. Es hat gut getan, eine nette Geste zu erleben.
Danach fuhren wir los zum Salar de Uyuni. Diese Landschaft ist so etwas von eindrücklich und wunderschön, dass man es fast nicht in Worte fassen kann. Der ausgetrocknete Salzsee Salar de Uyuni ist 12'000 km2 gross, auf 3'653 m gelegen und man fährt und sieht Salz so weit das Auge reicht. Im Boden sieht man grosse sechseckige Muster, die aussehen wie Bienenwaben, die sich über Kilometer erstrecken. Man hat das Gefühl ins Meer hinauszublicken. Beim ersten Stop neben dem Hotel Blanca, dessen Mauern und Inneneinrichtung nur aus Salz bestehen, begegnen uns mehrere Reisegruppen. Eine davon fängt uns an, so richtig zu nerven, denn es handelt sich um sturzbesoffene Bolivianer, von denen viele unbedingt ein Foto mit uns wollen. Neben solchen Bierfahnen schön zu lächeln fällt um einiges schwerer... Beim zweiten Stop machen wir ein paar Fotos. Der Boden ist pickelhart und man spürt, dass das Weiss des Salzsees die Gegend kälter macht. Richi macht es besonders Spass, mal nicht im Schneckentempo von 20 - 40 km/h sondern mit 120 km/h über das Salz zu düsen. Zum Glück haben wir uns daran gewöhnt, seit wir in Bolivien sind uns immer auf 3'700 m fortzubewegen und wir haben viel Spass mit unserem Bussji und dem Fotoaparat. Als nächstes halten wir bei einer kleinen Kakteeninsel, Incahuari genannt. Es sieht lustig aus, auf diesem unendlichen Salzsee plötzlich grüne Kakteen zu sehen und auch tropische Vögel beobachten zu können. Als wir den Reisebus der besoffenen Bolivianer näher kommen sahen, machten wir uns wieder davon. Eigentlich hätten wir die Tour noch fertig fahren wollen, da diese uns jedoch inzwischen ausserhalb des Salars über einen Umweg führten, beschlossen wir, in der Nähe des Vulkans zu übernachten. Der Sonnenuntergang versteckte sich leider zum Teil hinter den Wolken, doch war trotzdem unheimlich schön, anzusehen. Danach kochten wir etwas und hoffen nun, dass sich die Prognose des Tourismusangestellten von -15 Grad Nachttemperatur nicht erfüllt. Tja, die warmen Tage und Nächte kehren nun zwar in der Schweiz ein, wir dürfen nun auf dieser Höhe jedoch kräftig frieren.

Salzgewinnung

Wir zwei auf dem Salar

Salz so weit man sehen kann

Hotel aus Salz

Liebes kleines BFCssli

Krafttraining

Juhui, geschafft bis hier

Todo bien

Unsere kleine Reisegruppe

Wir liegen unserem BFCssli zu FFCssen

Salz so weit das Auge reicht

Vogel beim Kaktus

Die Kaktusinsel Incahuari

BFCssli auf dem Salz

Kurz nach Sonnenuntergang
Google Maps : Incawasi Tahua

Mo 07.Mai. Salar de Uyuni - Fahrt Richtung Potosi

Gespannt warteten wir bei etwa 4 Grad Aussentemperatur im Bussji auf den Sonnenaufgang. Da es jedoch leider ein paar Wolken am Horizont hatte und dieser hinter den Bergen passierte, war er etwas weniger speziell als erwartet. Danach fuhren wir los zu unserem nächsten Ziel, dem Vulkan Thunupa, der direkt am Salzsee lag. Der Weg zum Land führte über ein paar grosse aber glücklicherweise nicht allzutiefe Salzpfützen. Den Weg zum Vulkan hinaufzufahren war nicht so einfach, wie wir es uns vorgestellt hatten, da es viele Wege aber keine Schilder gab. Das Dorf am Fuss des Vulkans war grösstenteils aus Stein gebaut und mit Strohdächern bedeckt und wir fragten uns, wieviele der Häuser wohl noch bewohnt sind. Leider haben wir wohl den falschen Weg hinauf genommen, da eine grosse Steinmauer unsere Weiterfahrt versperrte.Wir liefen zu Fuss ein wenig weiter und bestaunten die Aussicht auf den schimmerweissen Salar. Da die Strasse ziemlich rumplig war und wir unser Benzin noch für den Rest unseres Vorhabens benötigten, flog Richi nicht vom Berg hinunter. Dann beschlossen wir, die Korallenüberbleibsel des Salzssees, die sich wieder etwa 100 km weiter befanden, nicht zu besuchen, da das Benzin knapp werden könnte. Der Motor ruckte auf dem Rückweg ziemlich, so dass wir beide etwas unruhig zurückfuhren. Wir glaubten nicht, dass uns da so schnell jemand gefunden hätte. Da wir den direkten, wenig befahrenen Weg zurück wählten, mussten wir uns konzentrieren, die Spuren auf dem ewigen Weiss nicht aus den Augen zu verlieren. Neben den GPS-Koordinaten wollten wir noch zusätzlich diesen Spuren folgen, um nicht in ein Wasserauge zu gelangen, was unser Bussji gar nicht begrüsst hätte.
Im Dorf zurückgekommen, assen wir zu Mittag und liessen danach unser Bussji mit dem Feuerschlauch vom Salz reinigen und daraufhin den Unterboden mit Diesel besprühen. Da waren wir bereit für unsere Weiterfahrt nach Potosi, die holprig zu werden versprach. Auf dem Weg dorthin nahmen wir eine ältere Dame mit, die zum Strassenrand angerannt kam, als sie uns erblickte. Hier in Bolivien ist es normal, Einheimischen eine Mitfahrgelegenheit zu geben. Sie würden es nicht verstehen, wenn man dies verweigert. Die ältere Dame kaute rüstig ihre Kokablätter und fragte, woher wir seien. Auf unserem Weg haben wir beide Bolivien zum schönsten der bisher besuchten Länder gekürt. Die wunderschöne Landschaft mit den kleinen grünen Sträuchern, den Kakteen und den mehrfarbigen Bergen war einfach wunderschön anzusehen. Ab und zu kreuzte ein kleiner Bach die Strasse. Als es dunkel wurde, mussten wir plötzlich anhalten, da ein Lama schön gemütlich auf dem Weg hockte und sich auch nicht einschüchtern liess, als wir vor ihm standen. Solche Bilder bedeuten nun das typische Südamerika wie auch die Vieheintreiber, die plötzlich weit entfernt vom nächsten Dorf noch spät ihre Rinder zurück brachten. Als Richi nach etwa 4 Stunden Fahrt langsam mit der Müdigkeit kämpfte, nahmen wir noch für eine halbe Stunde ein Minenarbeiter mit, dessen Arbeitsweg fast 2 Stunden beträgt und der offensichtlich immer per Autostop dorthin fährt. Es machte uns traurig, zu hören, dass er seit 5 Jahren bei den Minen arbeitet und dies noch so weiterziehen muss, bis auch seine 5 Kinder einem Job nachgehen können. Er erklärte uns, dass die Arbeit sehr hart und gefährlich seie und wir wussten, dass er mit seinen 40 Jahren auch nicht mehr eine allzu hohe Lebenserwartung hat.
Er stieg beim nächsten Dorf in einer Pension aus, bei der wir nun übernachten wollten. Ein weiterer Einheimischer bettelte, dass wir ihn nur noch bis Potosi mitnehmen und dass dies doch nicht mehr so lange gehe. Doch wir waren sehr müde und wollten die zusätzliche Stunde Fahrt auch nicht mehr in Kauf nehmen.


DCber die Sonne gefahren

Lange Schatten

Quinua Ernte

Tahua am Fuss des Vulkans Thunupa

Ausfahrt zum Thunupa

Salzgewinnung

VicuF1a im Dorf

Büsslireinigung

Kokakauende Autostöpplerin

Di 08.Mai. Minenbesichtigung in Potosi

Nach einer weiteren Nacht auf über 4'200 Metern, benötigten wir für die restliche Strecke nach Potosi etwas über eine Stunde. Im ca 4'800 Meter Hohen Cerro Rico in Potosi gab es einmal die grössten Silbervorkommen der Welt. Daher war Potosi vor ein paar Hundert Jahren trotz einer Höhe von über 4'000 Metern einmal die Grösste Stadt der Welt. Heute leben noch etwa 130'000 Menschen hier. Von den 20'000 Schachteingängen werden im Moment noch 450 Minen von Kooperationen bewirtschaftet. In der Kolonialzeit mussten die Indios in den Minen unter unmenschlichen Bedingungen schuften und starben oft schon früh. Heute arbeiten die Mineros und Kooperationen auf eigene Rechnung, doch hat sich an den Arbeitsmethoden seit dem Mittelalter nicht viel geändert.
Die Stadt ist viel schöner als wir sie erwarteten. Die Minen musste ich alleine besichtigen, da Mirella Angst hatte in die dunklen Löcher zu kriechen. Zuerst besuchten wir den Markt, wo wir als Geschenke für die Mineros Kokablätter, Mineralwasser, 96 Prozentigen Alkohol zum trinken oder Dynamitstangen kaufen konnten. Mit Überkleidern, Helm, Lampe und Stiefenl ausgerüstet marschierten wir ein paar hundert Meter in einen Schacht. Wenn man nicht immer wieder den Kopf einzog, konnte es schon mal vorkommen, dass man die Sterne sah. Wir konnten mitansehen, wie die Löcher für die Sprengungen gebohrt und mit Dynamit geladen wurden. Weiter gings über ungesicherte Holzleitern 20 Meter tiefer, wo wir mitansehen konnten, wie das Erz mit Muskelkraft durch die Schächte und über die verschiedenen Stockwerke bevördert wurde. Bevor wir den Schacht wieder verliessen besuchten wir noch den Dämonen, den die Mineros um gute Mineralien und wenig Unfälle bitten. Etwas schockiert hat mich zu hören, dass auch Kinder in den Minen arbeiten, da die Schule in Bolivien zwar gratis, aber nicht obligatorisch ist. Als wir am Abend noch ins Kino gingen, sahen wir auf der Strasse bettelnde Kinder. Der Film, eine Bolivianische Produktion wo man auch Potosi und Uyuni sah, war mässig gut.

Sprengbohrungen

Erzaufzug

Mineralader

Leiter in den unteren Stock

DE4mon der angebetet wird

Potosi

Cerro Rico

Mi 09.Mai. Potosi - Sucre

Am Morgen gingen wir für eine Weile ins Internet-Café. Langsam aber sicher sollte die Offerte für den Rücktransport unseres Bussjis eintreffen und wir fiebern dieser schon etwas nervös entgegen. Ausserdem möchten wir fällige Reperaturen bei Ernesto Hug, einem Schweizer Mechaniker in La Paz mit ausgezeichnetem Ruf, machen lassen. Danach spazieren wir noch ein bisschen in dem schönen Städtchen umher, wobei wir uns jedoch um die hupenden Autofahrer nerven. Kaum hält ein Auto an, geht das Gehupe los und da dies in der ganzen Stadt ziemlich oft passiert, hört es sich wie ein schlechtes Konzert an.
Danach fahren wir die gut erhaltene und asphaltierte Strasse nach Sucre weiter. Sucre ist die erste Hauptstadt in Bolivien, die jeoch nur noch über den obersten Gerichthof verfügt. Das Parlament und die Regierung befinden sich inzwischen in La Paz, der zweiten Hauptstadt. In Sucre angekommen, besuchen wir das überaus gute Restaurant El Germen, das uns empfohlen wurde. Der Markt in La Sucre zieht uns magisch an und wir kaufen 4 VCD's für insgesamt CHF 4.00 und geniessen danach unser Heimkino. Danach schliefen wir gleich neben dem Schild der geschlossenen Pasteleria Suiza in unserem Bussji in einer Nebenstrasse. Wir erfuhren, dass die Vorbesitzer Schweizer waren. Auch die jetzigen Besitzer sind sehr freundlich und boten uns später nach einem Blick auf unsere Solardusche auch warmes Wasser an.

Tal mit Fluss
Google Maps : Potosi Sucre

Do 10.Mai. Sucre Dinosaurierspuren

Das Hupen geht schon früh los und die Nebenstrasse, in der wir schliefen verwandelt sich in eine Staustrasse. Auf den Rücksitzen sahen wir oft Sprösslinge, die zur Schule gefahren wurden. In Sucre sind die Leute recht selten traditionell gekleidet. Ausserdem sehen wir hier sehr viele Mestizen, was in Oruro und Uyuni seltener der Fall war, in Potosi etwas mehr. Besonders ich fühle mich hier wohler und akzeptierter. Es ist schliesslich zu verstehen, dass die Nachfahren der Indios nicht unbedingt gut auf uns Europäer zu sprechen sind.
Die Suche nach einer Dusche im empfohlenen Hostel Pachamama war gar nicht so einfach, doch schliesslich fanden wir kurz davor ein Bed & Breakfast, bei dem wir für insgesamt CHF 4.00 duschen konnten, was uns natürlich willkommen kam. Ausserdem besuchten wir zwei Bars, wo Richi sich nach Flügen in der Umgebung erkundigte. Er war etwas enttäuscht zu hören, dass Sucre nach einer überschwemmten Strasse kein direktes Fluggebiet mehr hat und man mit 4 x 4 1 1/2 Stunden fahren muss. Lokale Piloten gibt es sozusagen keine, doch bieten sich die Vermittler von Tandemflügen an, Richi Bescheid zu geben, wenn er mitfahren kann. Tandemfllüge sind hier mit über 100 Dollar verhältnismässig teuer, was jedoch zu verstehen ist, da die Piloten extra aus Cochabamba anreisen.
Danach fahren wir zu der bekannten Ausstellung der Dinosaurier, 8 km von Sucre entfernt. Wieder einmal mehr, waren wir uns im Gewissen, dass eine Strassenkarte nicht viel bringen würde, da die Richtungen fast nie signalisiert sind. Nach etlichem Durchfragen, kamen wir in der nebenstehenden Zementfabrik an, konnten jedoch den Eingang zuerst nicht finden. Als wir dort ankamen, konnten wir die Dinosaurier in ihrer Originalgrösse bewundern. Es war sehr interessant anzuschauen. Der Blick auf die berühmte Felswand gegenüber enttäuschte uns jedoch ein bisschen, da diese weit weg war und die Fussspuren der Dinosaurier zwar zu erkennen aber nicht näher zu betrachten waren. Danach schauten wir uns noch eine Dokumentation verschiedender Dinosaurierarten an.
Auf dem Weg in die Stadt fuhren wir neben einer friedlichen Demonstration durch, wobei es um den Aufruf ging, dass Sucre wieder die einzige Hauptstadt werden soll. Danach fuhren wir zu der beliebten Bar Mirador, die mit ihren Pflanzen und der wunderbaren italienischen Küche glänzte. Ausserdem hatte man einen wunderbaren Blick auf die Stadt. Der Italiener, der diese Bar führt, übt seinen Beruf mit Leib und Seele aus. Davor gab es typisch bolivianische Märkte, doch so schön die Sachen anzusehen sind, so glauben wir, dass unsere Angehörigen sich an Webtüchern und dicken Wollpullis nicht so freuen würden. Wir liefen noch ein bisschen in der Stadt umher und machten uns danach auf zu unserem neuen Heimkino;-)

Mirellosaurier

Richisaurus rex

Wand mit Dinosaurierspuren

Dinosaurierspuren

Flugsaurier

Cafe Mirador

Cafe Mirador

Indiostände

Fr 11.Mai. Sucre Museum und Baumlandung

Die Besitzerin der Pasteleria Suiza klopfte schon früh am Morgen an unsere Tür und fragte, ob wir bei ihr duschen wollen. Danach gingen wir nochmal beim Locots vorbei, und fragten, ob sie für heute oder morgen Passagiere haben. Hatten sie nicht, und so genossen wir ein gutes mexikanisches Mittagessen. Während dem Essen kam der Chef und hatte einen Vorschlag: Beim letzten Mal verloren sie den Dachgepäckträger vom Landrover. Den wollten sie suchen gehen und wenn ich das Benzin bezahle, dürfte ich mitkommen und dort fliegen. Das Fluggebiet war etwas ausserhalb, gut versteckt hinter einer halben Stunde Rüttelstrasse. Das hätten wir alleine nie gefunden. Ich war mir von Iquique noch an den gleichmässigen Wind und den Sand gewöhnt, und schaltete wohl nicht auf das normale fliegen in den Bergen um, und so landete ich mit einer anderen Pilotin, die mit mir am Tandem war, nach etwas soaren in den Bäumen. Ausser ein paar kleinen Schürfungen und Prellungen ist aber nichts passiert. Den Dachgepäckträger fanden sie nicht, alle Einheimischen hatten etwas davon gehört, aber niemand wusste wo er ist.
Mirella besuchte in der Zwischenzeit das Museum Universitario: Das Museum war grösser, als ich es angenommen hatte. Der erste Teil der verschiedenen Keramikausstellungen interessierte mich wenig. Danach wurde jedoch erklärt, weshalb die Inkas den Terrassenbau pflegten. Ich dachte zuerst, dass die verschiedenen Landstufen nur mit Steinmauern abgegrenzt werden. Hier erfuhr ich jedoch, dass das Land mühsam Schicht für Schicht gelegt wurde, um die Fruchtbarkeit zu gewährleisten. Der Terassenbau hat zudem den Vorteil, dass das Land besser bewässert werden konnte, besser vor Frost geschützt war und zudem nicht wegen der häufigen Erosion die Fruchtbarkeit verlor. Die Inkas wurden ja von ihrem ursprünglichen Land von den Spaniern vertrieben und mussten so nach anderen Lösungen suchen, ihr neu gewonnenes und schlechteres Land optimal zu bewirtschaften. Es wurden auch Trachten und Masken für den Teufelstanz dargestellt. Die Tänze werden in Festen vorgebracht und solch einem möchte ich zu gerne beiwohnen. Das Museum zeigte zudem noch viele Bilder und Einrichtungen von Kirchen, was natürlich dasselbe wie in Europa war. Ein Zimmer war speziell mit Gemälden der bisherigen Präsidenten ausgestattet. Ein anderes Bild hat mich sofort berührt. Es zeigte einen Minenarbeiter, der unter harten Bedingungen arbeiten muss und dessen Lungen allmählich zerstört werden. Ein einprägendes Bild einer leider immer noch gegenwärtigen Tatsache.
Am Abend assen wir wieder im Locot's, wo Salsaabend war. Getanzt haben wir zwar nicht, aber ich habe für CHF 2 einen Mojito Boliviano (mit Koka- statt Minzeblättern) probiert. Coole Idee, aber den Mojito Cubano habe ich lieber.

Bild der Minenarbeiter

Indiotrachten

Indiotrachten

Teufelstanz

Simon Bolivar

Sa 12.Mai. Fahrt Sucre Richtung Samaipata

Am Morgen durften wir wieder bei der freundlichen Inhaberin der Pastelleria Suiza duschen, wobei wir dort auch unseren Reiseproviant kauften. Die Frau war sehr freundlich und sagte uns, dass wir in Cochabamba und La Paz am besten vor einem Hotel übernachten sollen, da dies sicherer sei. Die vielen Stunden Fahrt, die wir dann hinter uns legten, füllten uns mit wunderschönen Landschaftsbildern aus. Der Weg war halt typisch für Bolivien, entweder fuhren wir auf einer Naturstrasse mit 30 - 40 km/h oder dann auf einer normalen Asphaltstrasse. Was besonders mich sehr traurig stimmte, waren die Kinder, die sobald sie uns gesichtet hatten, am Strassenrand stehen blieben und ihre Händchen zum Betteln ausstreckten. Wir hielten uns beide daran, Kindern nichts zu geben, damit sie nicht aufwachsen, ohne in die Schule gehen zu dürfen, weil sie mehr Geld nach Hause bringen als die Eltern. Leider hatten wir auch sonst nichts dabei, was wir an Esswaren gross geben konnten und trösteten uns damit, dass sie in einer fruchtbaren Region leben. Richi erfuhr im Gespräch mit den anderen Gleitschirmpiloten, dass Bolivien noch viel korrupter ist als Argentinien und Brasilien was sich beispielsweise im Strassenbau zeigt. Der zuständige Politiker handelt mit der Baufirma einen Preis aus, wobei jedoch ein höherer Preis aufgeschrieben wird, der für einen guten Strassenbau nötig wäre. Die Strasse wird dann mit den billigsten Methoden gebaut und die Differenz zum schriftlichen Preis wird schön artig zwischen der Baufirma und dem Politiker verteilt. Diese Taschen sind dann sättig gefüllt, während die Strassen schon nach kurzer Zeit wieder grosse Schäden aufweisen. Neben Asphaltstrassen und Naturstrasse sahen wir auch eine Steinstrasse, was recht selten ist. Was uns mit grossem Erstaunen und auch beträchtlichem Stirnrunzeln erfüllte, war eine neue Art von Strasse, wobei eine dreckige Staubstrasse mit flüssigem Teer bespritzt wurde, wessen Resultat zwar schön glänzte, jedoch alles andere als ebenmässig herauskam. Die Folgen der übermässigen Regenzeit, die soeben erst beendet war, sahen wir ohne zwei Mal hingucken zu müssen. In vielen Stellen konnten wir nicht auf unserer Spur fahren, da diese voll mit Steinschlag bepackt war. Auch wurde die Strasse, die von Bächen weggeschwämmt wurde, erst gerade wieder hergestellt. Dass wir Bolivien im Mai bereisen, hängt vor allem auch von unserer restlichen Reiseroute ab und wir waren sehr froh, der Regenzeit entkommen zu sein und die idealste Reisezeit erwischt zu haben. Bei einer Kreuzung mussten wir uns entscheiden, ob wir die 8 Stunden zusätzliche Hinfahrt nach Samaipata auf uns nehmen wollten oder ob wir direkt 3 Stunden nach Cochabamba fahren sollten. Trotz der bereits 7 Stunden langen zurückgelegten Fahrt entschieden wir uns, nach Samaipata zu fahren, wo sich das Fuerte befindet, ein riesiger Stein, wo die Inkas Zeichen eingeritzt haben. Wir fuhren auch im Dunkeln und plötzlich begegnete uns ein unwillkommener Gefährte, der Nebel. Mit Schritttempo fuhren wir etwa eine halbe Stunde weiter und begegneten bei einer Zahlstelle einem Beamten, der bettelte, dass wir ihm ein paar Esswaren überliessen. Wir übernachteten vor einer Hütte und waren schon gespannt auf das Tageslicht, da wir uns in einer tropischeren Region befanden.

Steinpflasterstrasse

Föhnmauer

So 13.Mai. Fuerte de Samaipata - Muttertag

Am Morgen durften wir einmal bei stolzen 19 Grad aufstehen, was wir nach der letzten kalten Zeit sehr begrüssten. Wir bestaunten die tropischere und sehr fruchtbare Region. Nach ca zwei Stunden Fahrt trafen wir in Samaipata ein, wo wir als erstes einen Anschluss ans Internet suchten. Da hiess es zuerst wir könnten das Notebook ncht anschliessen, und sie hätten auch kein Skype. Doch als Mirella dem Herrn erklärte, dass in der Schweiz Muttertag ist (in Bolivien erst am 27.), sagte er, wir sollten es versuchen, unser Notebook anzuschliessen. So komische IP Einstellungen haben ich zwar noch nie gesehen, aber es funktionierte trotzdem auf Anhieb. So konnten wir unsere Mütter anrufen. Anschliessend machten wir uns daran das Fuerte zu suchen, wegen dem wir überhaupt hergefahren sind. Dabei handelt es sich um einen ca 250 Meter langen Sandstein zuoberst auf einem Berg, dessen ganze Oberfläche von Menschenhand bearbeitet wurde. Zwar sind es keine Häuser in Stein gehauen, wie wir in Uyuni verstanden hatten, aber eindrücklich und mysteriös war es allemal. Die Arbeiten zogen sich über mehrere Kulturen, wovon die Inca die dritten waren. Man weiss nur, dass der Stein eine Religionsstätte war, aber wie er genau gebraucht wurde, weiss man nicht. Im Dorf wurde uns gesagt, dass die Kanäle vermutlich dazu dienten, dass das Wasser und das Blut von Geopferten runterfloss. Als wir später im Cafe Baden, welches von freundlichen Deutschen aus der Bodenseeregion geführt wird, erzählte uns der Inhaber mehr darüber. Blutspuren seien keine gefunden worden, und auch die Version von Erich von Däniken, wonach die Rillen eine Start- und Landebahn für Ausserirdische gewesen sein soll, sei wenig glaubhaft. Die plausibelste Erklärung sei, dass es sich dabei um eine Art Kalender handle, denn die beiden Rillen zeigen genau auf den Sonnenaufgang bei der Sommer- und Wintersonnenwende. Wir verschlangen das gute europäishe Essen förmlich. Anschliessend machten wir uns auf den Rückweg, und übernachteten in einem kleinen Dorf namens Siberia.

Berg mit Fuerte

Fuerte gesammter Stein

Fuerte Stein

Fuerte Seite

Fuerte Seite
Google Maps : Samaipata

Mo 14.Mai. Fahrt nach Cochabamba

Dieser Tag sollte nicht gerade unser Freund werden. Nachdem ich mich mit Bauchkrämpfen und Durchfall über die wohl dreckigen Brötchen vom Vortag ärgerte,  suchten wir das nächstbeste Restaurant, was in Bolivien über weite Strecken alles andere als einfach war. Dabei begegneten wir im Hostel Touristica der wohl unfreundlichsten Servicedame der Welt. Sie machten einen sehr ungepflegten Eindruck und auf die Frage ob ich noch Toilettenpapier haben dürfe, sagte sie mit einem besitzergreifenden Grimmen, dass ich ihr dafür einen Boliviano geben solle. Wir tranken dort nur eine Cola statt dort zu Frühstück zu essen. Den Rassismus konnten wir mit jedem Wort und jeder Geste spüren. Ein Blick in die geöffneten (leeren;-) Hotelzimmer und die dazugehörige dreckige Dusche und Toillette sagte das restliche aus. Unwillkommener können Touristen in diesem Hostel Touristica wohl kaum mehr sein. Zu allem Überfluss verlangte sie uns noch mehr für die Cola, obwohl wir auf sämtlichen Plakaten, mit denen das Restaurant tapeziert war, den effektiven Preis sahen. Auch ich habe mich im Spanisch verbessert und erklärte ihr mit meinen Grundkenntnisse, dass wir woanders essen gehen, wo man freundlicher zu uns seie. Wir fuhren weiter und suchten in Cochabamba ein Hostel zum duschen und ein Restaurant zum essen. Wir sahen nach langem Suchen ein Restaurant. Mein empfindlicher Bauch reagierte noch enttäuschter im Blick auf die dreckigen Toiletten. Das Essen war zwar sehr billig aber Appetit kam bei mir nicht auf. Daraufhin wollten wir uns auf die Suche nach einer Dusche aufmachen, aber unser Lenkradschloss machte uns vorerst einen Strich durch die Rechnung. Wir konnten fast nicht glauben, dass dieses so klemmte und nicht mehr geöffnet werden konnte. Vor den neugierigen Blicken einiger Passanten musste Richi dieses aufbrechen, da auch der Ölspray nichts brachte. Richi war erstaunt, dass er das Schloss ohne zu wissen, wie es aufgebaut ist, in einer halben Stunde mit ganz normalen Werkzeugen knacken konnte. Ich machte mich daneben schon darauf gefasst, dass die Polizei kommen würde und uns für Einbrecher hielt, was uns zum Glück erspart wurde. Daraufhin entdeckten wir ein Plakat mit Duchas Uruguai, wobei wir uns endlich erfrischen konnten. Mir stellte es beim Blick in die Toilette fast ab, was ich auch deutlich zum Ausdruck brachte. War die Frau doch nicht erstaunt, dass mir das zu dreckig war. Sucre war um einiges sauberer als Cochabamba und dies nicht nur in den stillen Örtchen sondern auch auf der Strasse, wo hier vor allem beim Markt überall Berge von Dreck umherlagen. Dies motivierte uns überhaupt nicht, hier Früchte oder Gemüse zu kaufen und Läden gab es so gut wie keine. Richi ging dann noch ins Entel-Zentrum, da seine Telefonkarte, die er in Sucre gekauft hatte, nicht funktionierte. Er durfte dort eine Stunde warten, bis sich ein Angestellter um sein Problem kümmerte und ihm versicherte, dass er dieses am nächsten Tag lösen werde. Am Abend rief Richi noch einem Gleitschirmpiloten an, der mit seiner Freundin ins nun endlich saubere Zentrum etwas trinken kam. Danach sahen wir noch eine Vorstellung eines Michael Jackson von Südamerika auf der Strasse. Nachdem wir uns verabschiedet hatten, kamen wenig später seine Brüder und klopten an unser Bussji. Wir sollen doch in ihr Haus kommen, wo wir eine ruhigere Nacht vor uns hätten und auch duschen dürften. Wir waren überrascht und erfreut, nun endlich Touristen gegenüber freundlicher gesinnte Leute kennen zu lernen und nahmen das Angebot dankend an.

Berg abgefräst fFCr Strasse

Landschaft

Flugwetter?

Markt

Di 15.Mai. Fliegen in Cochabamba

Um in Cochabamba zu fliegen muss man früh aufstehen, und so machten wir uns zusammen mit Jusbel auf den Weg zum nahegelegenen Berg. Dort lernten wir auch Carlos kennen, einen Chilenen der seit 10 Jahren in Cochabamba lebt. Bei den Gleitschirmpiloten von Cochabamba waren wir super aufgenommen. Nach dem kurzen Flug gingen wir zusammen etwas essen. Carlos schlug uns daraufhin vor, bei ihm zu übernachten und uns vorher noch ein wenig die Stadt zu zeigen. So liefen wir zusammen zum Christo Rey, der sogar noch höher ist, als derjenige in Rio die Janeiro. Carlos erklärte uns den Blick auf die Stadt. In der Nähe der leider dreckigen Lagune leben die armen Leute, die nicht einmal über Toiletten verfügen. Auf der anderen Seite leben die Reichen. Cochabamba ist gefährlicher als Sucre und Carlos sagte uns, dass auf dem Weg zum Christ am Abend oft Jugendliche warten, die Touristen ausplündern. Sogar Velofahrer, die am Tag zum Christ fahren, sollten sicherheitshalber zu zweit gehen, da auch dort Diebe warten. Wir sahen andere Touristen sowie auch Bolivianer aus anderen Regionen. So sind die Trachten der Bolivianerinnen dem Klima angepasst. In Cochabamba tragen sie beispielsweise knielange Röcke und Sonnenhüte. Jene in La Paz und anderen höheren Regionen haben die typischen kleinen schwarzen Hüte an, die bei uns nur Männer tragen. Nachdem wir den Weg auch wieder hinunter liefen, obwohl die Seilbahn sehr billig gewesen wäre, fuhren wir in ein italienisches Restaurant, das zwar etwas teurer war, jedoch bestimmt eine saubere Küche hatte. Während dem Essen kamen Kinder hinein und verkauften Kaugummis. Carlos sagte zu uns, dass es schwierig seie, richtig zu reagieren, da die Kinder zu Hause geschlagen werden, falls sie nichts verkaufen können und so oder so nie in die Schule gehen dürfen. Am besten seie es wohl, wenn man den Kindern anbietet auch mit zu essen, was wir das nächste Mal vielleicht machen werden. Danach gingen wir zu Carlos nach Hause und staunten, welch superschönes Haus er gebaut hat. Der Garten ist recht gross und dort wachsen sogar Mandarinen. Er hat für 3 Häuser auf demselben Grundstück etwa 45'000 Dollar bezahlt, was in der Schweiz und natürlich auch in Chile unmöglich wäre. Wir freuten uns sehr über seine Gastfreundschaft und die vielen Informationen, die er uns als Chilene, der in Bolivien wohnt, vermitteln konnte.

Carlos und Richi beim Christo

Blick vom Christo nach Cochabamba

Blick vom Christo zum Fluggebiet

Mirella und Richi

Richi mit Janis (Hund von Carlos)

Mi 16.Mai. Fest in San Benito - Aguas Termales

In San Benito ein paar Kilometer südöstlich von Cochabamba war heute ein Fest, wo die Gleitschirmpiloten von Cochabamba als Attraktion eingeladen wurden und wir konnten gleich mitgehen. Als erstes drehte John eine Runde mit seinem Paramotor. Da die meisten Paramotoren auf 3'000 Metern nicht mehr richtig Leistung haben, brachte er aus Europa einen Simoni Tandemmotor mit, der viel mehr Schub hat und erst noch leichter ist, als der Puma Motor, mit dem ich in Chile geflogen bin. Anschliessend konnte ich eine Runde drehen. Der Start war etwas schwieriger als in Chile, da wir auf einer Ebene mit wenig Wind starteten. So musste ich schnell rennen bevor ich abhob. So richtig bequem kam ich nicht ins Gurtzeug, weil der Schirm immer gleich abdrehte, sobald ich mich richtig reinsetzen wollte. So drehte ich ein paar Runden über dem Dorf und flog ein paar mal nahe am Hügel oberhalb vorbei damit Jusbel schöne Fotos machen konnte. Beim ersten Landeanflug startete ich nochmal durch, das geht sehr gut, so hat man mehrere Versuche für eine schöne Landung. Nahher ging ich auch auf den kleinen Hügel über dem Dorf, von dem auch die anderen ohne Motor starteten. Der Hügel hat nur hundert Meter Höhendifferenz, doch so können die Zuschauer Start, Flug und Landung mitvervolgen. Obwohl der Hügel so klein ist, fand ich einen kleinen Schlauch, mit dem ich den Startplatz kurz überhöhen konnte, doch leider konnte ich das Schläuchlein nicht zentrieren, und so landete auch ich schnell auf dem Fussballplatz. Die Dorfbewohner hatten grosse Freude an den fliegenden Tüchern, und brachten uns Getränke. In der Zwischenzeit unterhielt sich Mirella mit den anwesenden Dorfbewohnern und probierte Chicha, ein typisches Getränk aus Pfirsich und Mais das fermentiert ist. Manche sagen es habe Alkohol, andere nicht. Eigentlich wollte sie nicht davon trinken, da sie an der Sauberkeit zweifelte, doch da 20 Augenpaare gespannt auf sie gerichtet waren, trank sie dann doch. Zwei kleine Mädchen wollten mich sogar zu einem Bier im Haus ihrer Tante einladen. Später waren wir zusammen mit dem Bürgermeister zum Mittagessen im Haus eines Herrn der Gemeindeverwaltung eingeladen. In der ganzen Region von Cochabamba kann man nur am Vormittag fliegen, da am Nachmittag der Wind vom Urwald richtung Altiplano weht, und an den Startplätzen Abwind herrscht. So fuhren wir zurück in die Stadt, wo wir mit Carlos in ein schickes Cafee fuhren zu einem Gelati. Am Abend fuhren wir zu den Aguas Calientes, einer Thermalquelle in der Nähe der Stadt. Es war schön warm im grossen Schwimmbad, doch bald wurde die Idylle von einer Frau mit drei Männern getrübt. Zuerst sprang der erste mit den Unterhosen ins Wasser und warf sogleich die Unterhosen einem anderen zu. Der zweite tat es ihm gleich, und der dritte stieg zusammen mit der Frau ins Wasser. Die beiden fingen wie wild an zu knutschen, und wenn er mal ein paar Meter weg war, ging ihr ein anderer an die Wäsche. Carlos sagte uns, dass so ein Verhalten überhaupt nicht üblich sei in Bolivien, und wir verliessen das Wasser, bevor das Treiben zu bunt wurde. Als wir im Büssli noch schnell trockneten, konnten wir zusehen wie die Männer nackt und die Frau unten ohne umherrannten. Zur Krönung hatten sie hinter uns parkiert, und wollten nicht wegfahren, da sie wohl gerade zu beschäftigt waren. Nach vorne über ein paar Unebenheiten konnten wir uns dann trotzdem freifahren.

Beim Start

Steigflug

Richi mit Motor

Vorbeiflug

Beschleunigen

Und tschFCss

Nahaufnahme

Zuschauer

Traditionelle Bolivianerin

Landeanflug

Einladung auf ein Bier zur Tante

Flug ohne Motor

Kindersiesta

Schirmträger mit Helm
Google Maps : San Benito Cochabamba

Do 17.Mai. Fahrt Richtung La Paz

Gut ausgeschlafen nahmen wir um 10 Uhr das Frühstück zu uns. Danach verabschiedeten wir uns von Carlos, der uns wenn alles klappt nächstes Jahr in der Schweiz besuchen kommt. Relativ zügig stiegen wir auf 4'000 Meter auf, und weiter gings im rauf und runter zwischen 3'800 und 4'500 Meter. An den Strassenrändern sahen wir unendlich viele Hunde, die dort warteten, etwas essbares aus den Bergen von unachtsam weggeworfenen Abfällen zu ergattern. Wir sahen auch Hunde, die Plastisäcke assen, was uns sehr traurig stimmte. Die Armut ist in Bolivien nach wie vor beträchtlich hoch und der Unterschied zwischen arm und reich enorm. Da wir soeben unsere Würste wegwerfen wollten, die vielleicht nicht mehr gut gewesen wären, warfen wir diese manchen hungrigen Hunden aus dem Fenster. Was wir als unendliche Tierquälerei empfanden, war, dass zwei Esel die Vorderbeine zusammengebunden waren, damit sie nicht weglaufen konnten. So hoppelten sie umher, bis sie wohl wieder mit schwerer Last auf dem Rücken normal gehen durften. All dies stimmt sehr nachdenklich, wenn man aus einem Land wie der Schweiz stammt. Wir wollten kurz vor La Paz übernachten, um nicht bei Dunkelheit in die unbekannte Stadt fahren zu müssen. Da erblickte ich einen Berg mit einer Antenne und einer Strasse hoch. Oben angekommen konnten wir gerade noch einen schönen Sonnenuntergang mitverfolgen. Der Antennenwärter erklärte uns, dass der Wind wie auf dem Altiplano üblich am Morgen am schwächsten ist, und dass einmal eine Gruppe Gleitschirmpiloten hier war, die aber wegen falschem Wind nicht fliegen konnten. Er ist ganz gespannt darauf, mich Morgen früh fliegen zu sehen. Alle Leute hier im Dorf waren sehr freundlich und hilfsbereit. Dies freut uns umsomehr, nachdem uns Carlos unseren bisherigen Eindruck bestätigte, nachdem die Koja, die arbeitsamen Hochlandindios eher introvertiert und in der Regel nicht so freundlich sind. Allgemein gäbe es in Bolivien Rassismus zwischen den Koja und den Camba, den Tieflandindios, die in der Regel freundlicher sind

Fr 18.Mai. Flug auf 4'000 - La Paz

Der Wind war am Morgen auf dem Berg schwach und von der Seite. So startete ich auf der Seite des Berges. Die Steine am Startplatz waren nicht so gut für meine dünnen Leinen, so musste ich sehr vorsichtig starten, wobei mir Mirella und der begeisterte Antennenwärter halfen. Kaum unten neben dem Dorf gelandet, kamen ein paar Leute, die schauen wollten, was da vom Himmel kam. Eine ältere Frau erzählte wie sie zu ihren Kolleginnen sagte: "Schaut da kommt der Erzengel Gabriel vom Himmel geflogen. Kommt wir gehen zu ihm und schauen, was er uns sagen will". Ein anderer bestätigte, dass hier noch nie ein Gleitschirm geflogen ist. Oben gab der freundliche Antennenwärter Mirella seine Telefonnummer von La Paz und fragte, ob wir seine Kinder in der Schule unterstützen könnten. Er tat dies auf eine würdevolle und überhaupt nicht aufdringliche Weise, was uns nun mal drüber schlafen lässt. Schliesslich kann man auch mit einem kleinen Betrag pro Monat dazu beitragen, dass eine Familie mit 6 Kindern etwas besser über die Runden kommt.
Nach weniger als einer Stunde Fahrt erreichten wir zuerst Alto La Paz und dann La Paz selber. Ganz so dreckig wie wir befürchtet hatten ist die Stadt nicht, aber das Chaos in den Strassen übertrifft alles was wir bisher sahen. Da wird gehupt und gedrängelt was nur geht. Nach etwas Suchen und unzähligen Malen Fragen fanden wir dann die Werkstatt von Ernesto Hug, einem ausgewanderten Schweizer bei dem praktisch alle  Südamerikareisenden ihr Fahrzeug überholen und reparieren lassen. Es heisst, es sei die bestausgerüstete Autogarage in ganz Südamerika, die säuberste ist es auf jeden Fall. Zuerst wurde unser Büssli gründlich gewaschen. Ein Mitarbeiter war bestimmt zwei Stunden daran mit Hochdruckreiniger und Putzlappen alles auf Hochglanz zu reinigen. So sauber haben wir unser Büssli bestimmt noch nie gesehen. Die Hälfte der Kundschaft die wir sahen sprach deutsch, und wir unterhielten uns eine Weile mit einem Deutschen Geografen mit dem Ernesto am Wochenende einen Ausflug macht. Wir können mit unserem Büssli übers Wochenende in der Werkstatt stehen bleiben. Am Abend erkundeten wir noch etwas zu Fuss die Gegend, dabei kaufte ich eineVCD von Spiderman 3, der gerade im Kino läuft, für 60 Rappen.

Erster Eindruck von La Paz

Chaos in den Strassen

Google Maps : Calamarca La Paz

Sa 19.Mai. La Paz

Etwas unterhalb der Autowerkstatt gibt es einen Fitnesclub mit Schwimmbad und Sauna. Als wir kamen, vergassen sie wohl zu erwähnen, dass die Sauna noch kalt und das Schwimmbad abgedeckt ist. War auch nicht so schlimm, wir wollten ja eh nur duschen. Trotz ermässigtem Eintrittspreis war das mit CHF 3.- seit langem die teuerste Dusche. Da das Internetcafe gleich nebenan noch geschlossen war, machten wir uns auf ins Zentrum wo wir Skype selber installieren mussten. Mit einer Hundekurve erreichten wir schliesslich den Prado, was in etwa dem Zentrum von La Paz entspricht. In einem Cafe hatten wir ein herrliches Steak mit Pfeffer- resp. Champignonsauce. An jeder Ecke sitzt eine Frau mit traditioneller Tracht und will etwas verkaufen. Unserem Magen zu liebe verzichten wir jedoch in der Regel. Den Platz dazwischen füllen bettelnde Frauen aus. Da die Autofahrer im Durchschnitt wohl 5 mal pro Minute hupen, kann man sich etwa vorstellen, wie lärmig die Stadt sein kann.

So 20.Mai. La Paz

Als Mirella heute wieder beim gleichen Club wie gestern duschen wollte, erklärte ihr die Angestellte, hier gäbe es keine Duschen.Daraufhin sagte sie ihr ganz deutlich was sie davon hält, angelogen zu werden. Allgemein haben wir etwas Mühe damit, dass man uns in La Paz die haarsträubendsten Lügenmärchen auftischt. Zum Beispiel ist es hier schwierig ein Internetcafe zu finden, wo wir mit dem Notebook ans Internet können. Doch anstatt zu sagen, dass es der Chef nicht wünscht sagen die meisten, das würde aus technischen Gründen nicht gehen. Die beste Geschichte war die, dass das ganze Netzwerk nicht mehr funktionieren würde, wenn man bei einem Computer das Netzwerkkabel auszieht. Bei solchen Geschichten muss ich lachen, obwohl es mich eigentlich wütend macht.
Heute erkundeten wir das Zentrum noch etwas mehr als gestern, doch hatten die meisten Geschäfte gechlossen. Einen herrlichen Blick über die Stadt hatten wir vom zentralen Park aus, der auf einem Hügel gelegen ist. Mirella spürte die höhe der höchstgelegenen Regierungsstadt der Welt (ca 3'500 MüM) recht gut, als wir auf den Hügel stiegen. Das Abendessen hatten wir in einem Japanischen Restaurant, wo wir einen grossen Teller Sushi für nur CHF 7 erhielten. Im Gegensatz dazu ist der Burger King daneben echt teuer, wo ein Whopper Menü fast CHF 8 kostet. Anschliessend schauten wir im Kino einen weiteren bolivianischen Film. "Como son las cosas" ist ein Dokumentarfilm über die politische Situation in Bolivien. Dabei geht es hauptsächlich um die Integration der Anliegen der Indios. Wir waren erstaunt wie viele bolivianische Filme es gibt. Da es schon dunkel war, fuhren wir mit einem Taxi für CHF 1.20 zurück.

Plaza del los estudiantes

Plaza San Franzisco

Basilica San Franzisco

Mirellas kleines Geheimnis

Spiderman

Blick nach Westen

Blick nach Südosten mit dem Hausberg Illimani

Blick nach Nordosten

Mo 21.Mai. La Paz

Am Morgen machte sich Richi auf, um Edgar, einen einheimischen Gleitschirmpiloten zu treffen. Er zählte die verschiedenen Möglichkeiten auf, in La Paz und Umgebung zu fliegen. Zusammen besuchten sie ein bolivianisches Sportgeschäft, dessen Qualität hochrangig zu sein scheint und die Preise dem Land angepasst sind. Richi wollte zudem eine Biketour auf der Todesstrasse mitmachen, wobei ich Angsthase hinten im Begleitfahrzeug mitgefahren wäre. Die freundliche Dame aus dem Tourismusbüro, die uns gestern erklärte, dass diese Tour mehr oder weniger 20 Dollar koste, lag ziemlich daneben. Die Preise belaufen sich auf 75 Dollar oder 40 Dollar für das geringer gebettete Budget. Alle Angebote beinhalten jedoch überflüssige Inhalte wie beispielsweise einen Eintritt ins Schwimmbad, CD mit Fotos usw. Billige Angebote sind zwar vorhanden, wovon jedoch aufgrund den mangelnden Sicherheitsvorkehrungen abgeraten wird. Dies erfuhr ich auch im Gespräch mit Ernesto, der mir erzählte, dass auf der Todesstrasse jedes Jahr etwa 10-12 Biker das Leben lassen müssen, die jedoch meistens zu waghalsig die Strasse hinunter rasen. Da wir keine günstigere Touren vorgefunden haben, lassen wir dieses Vorhaben bleiben, schliesslich sind wir 6 Monate unterwegs. Ausserdem hatte Richi in diesen Touring Büros das Gefühl, dass Touristen abgezockt werden. Ich wollte zum Coiffeur, wobei ich für eine fast 3 stündige Sitzung nur CHF 17.00 inkl. Trinkgeld bezahlt habe. Die Coiffeuse war eine herzliche Frau meines Alters, die zu Hause zwei Kinder hat und etwa 60 Stunden in der Woche arbeitet bei einem Arbeitsweg von je 1 Stunde und ohne Ferien. Dies gab mir sehr zu denken und ich empfand Mitleid mit der Frau, die ihre Kinder nur in der Nacht, am Morgen und am Wochenende zu Gesicht bekommt. Richi und ich trafen zur selben Zeit wieder in der Werkstatt ein, wo uns eine grosse Enttäuschung erwartete. Ernesto Hug, der Inhaber der Werkstatt, sagte uns, dass unser Bussji in einem schlechten Zustand seie. Die Stossdämpfer seien hin und müssten gewechselt werden, ebenso eine Feder und zu allem Unglück hätte unser Zylinderkopf Risse, was unser Wasserschaden erklärte. Er meinte, dass wir mit diesen Stossdämpfern nicht mehr bis nach Lima gekommen wären und sagte uns, dass er leider kein Zylinderkopfersatzteil bei sich habe. Auf die Bestellung müsste man 45 Tage warten. Richi und ich waren beide wir vor den Kopf gestossen, da unsere Pläne, unser Bussji zurückzuverschiffen nun ziemlich unrealistisch erschienen. Uns war auch sehr unwohl beim Gedanken an einen Verkauf und eventuelle teure Zollformalitäten. Wir wollten eine Stunde Bedenkzeit und gingen ins Internet, wo wir die eingeholte Offerte fürs Verschiffen von José aus Lima erwarteten. Leider war das lange ersehnte Mail wieder nicht eingetroffen und beim Anruf erfuhren wir, dass er diese heute Nachmittag statt am Morgen erhalte. So gingen wir zurück in die Werkstatt und entschieden uns, das Nötigste machen zu lassen, damit wir unsere weitere Reise möglichst ohne Pannen überstehen. Ein Telefonat von Ernesto in die Botschaft und schon war diese für uns am Nachmittag geöffnet, wo Richi seine neue Kreditkarte und SIM-Karte abholen konnte. Dies erfolgte rasch, kompetent und freundlich, obwohl es sich nicht um Schweizer handelte. Danach liefen wir noch ein bisschen in der Stadt umher, wo mir Richi noch das Sportgeschäft vom Morgen zeigte, doch konnte ich mich für keines der warmen Pullis begeistern, die Richi vom meinem Kälte-Gejammer abgehalten hätte. Tja, armer Richi;-) In der Stadt waren viele Strassen gesperrt oder herrschte absoluter Stau, aufgrund eines Protestes der Busfahrer, die mit einer 500 % Erhöhung der Autoversicherung alles andere als einverstanden waren. Zurückgekommen in der Werkstatt teilte uns Ernesto den Preis der Reparaturen mit, wobei wir mit 350 - 400 Dollar für 2 1/2 Tage Arbeit froh sein können. Wir erfuhren auch, dass der Zylinderkopf nur punktuell Risse hat und dass man dies evtl. mit einem speziellen Leim und einem Zusatz im Kühlmitteil ausbessern kann. Dies war wieder eine gute Nachricht und wir freuten uns, unser Bussji doch nicht abschreiben zu müssen. Wir hoffen nun auf eine baldige Offerte mit verlockenden Preisen;-)

Di 22.Mai. La Paz

Eigentlich wollten wir heute fliegen gehen, doch Edgar sagte das Wetter sei nicht gut, wir sollen es besser morgen versuchen. Auch das Sonnentor konnten wir nicht besuchen, da die Busfahrer immer noch streikten und die wichtigen Zufahrtsstrassen zu La Paz blockierten. Also machten wir uns wieder mal auf, etwas in der Stadt zu spazieren. Doch die Busfahrer blockierten auch die ganze Innenstadt und liessen lautes Feuerwerk ab, was Mirella stark verunsicherte. Sie meinte immer Schüsse zu hören, und war nicht in die Innenstadt zu kriegen, obwohl alle Einheimischen sich normal verhielten als ob sie gar nichts hören würden. Sie wollte den Einheimischen auch nicht glauben, dass das nur Feuerwerk ist. Also besuchten wir ein Internetcafe, wo wir endlich die langersehnte Offerte für die Rückverschiffung unseres Büsslis erhielten. Inzwischen hatte sich der Protest etwas beruhigt und wir konnten in die Innenstadt ins Ethnografische Muesum. Da mussten wir etwas warten, bis die Mittagspause um 15 Uhr zu Ende ging. Dafür erhielten wir Gratiseintritte. Zuerst besuchten wir einen Saal mit alten Kleidern die zum Teil über tausend Jahre alt waren, aber alle mehr oder weniger ähnlich aussahen. Dann fanden wir nach etwas umherirren den Saal mit Federschmuck, der Mirella ganz besonders gefiel. Der Saal mit den Tontöpfen war geschlossen, sowieso war das Museum im Umbau und etwas unübersichtlich. Also schauten wir einen Film über das Sonnentor in Tiahuanaco und besuchten ganz schnell den Saal mit alten Münzen und Banknoten. Als wir am Abend wieder zurück wollten hatten die Streikenden gerade ihre Feuerwerksparty auf dem Prado, der zentralen Hauptstrasse. Mirella wurde das zu viel, und sie rannte um ihr Leben, so dass ich ihr nicht mal folgen konnte. Mirella: Die Feuerwerksparty war nicht schön anzusehen, da es aus allen Seiten von frauenfurzähnlichen Geschössen wimmelte, die von Polizisten unter Kontrolle gehalten wurden. Tja, Richi's Faszination war wohl derart hoch, dass er mal eine schlechtere Kondition aufwies...

Federschmuck

Mi 23.Mai. La Paz

Heute wäre das Wetter gut gewesen zum fliegen, doch wir hatten kein Auto, denn auch das Auto von Gonzalo das wir gestern gekriegt hätten war heute besetzt. Die Busfahrer blockierten immer noch die Zufahrtsstrassen, also konnten wir auch nicht zum Sonnentor. So plauderten wir eine Weile mit Ernesto und luden seine Crew zum Znüni ein. Zu Mittag trafen wir Edgar in der Innenstadt, der uns zu einem typisch bolivianischen Essen einlud. Das hatten wir so nicht geplant, aber wenigstens konnten wir ihn daraufhin zum Cafe einladen. Zum Abendessen waren wir in der Wohnung von Giorgio und Veronica eingeladen. Giorgio ist ein italienischer Diplomat, der auch Gleitschirm fliegt. Er wohnt in einer sehr noblen Gegend und hat eine Wohnung mit fünf Badezimmern. Das Essen mit allem drum und dran war fantastisch und der italienische Expresso danach war viel besser als der Kaffe den man hier normalerweise vorgesetzt bekommt. Giorgio erzählte, wie kürzlich eine Servicedame die Hälfte der Kaffeebrühe ausschüttete, als er sagte er wolle einen Expresso und nicht so einen grossen Kaffee. Danach schauten wir Fotos an und tranken dazu zwölfjährigen venuezuelanischen Rum. Als wir langsam ans zurückgehen dachten, erklärte uns Giorgio dass die Taxis hier nicht immer sicher seien und schon Touristen ausgeraubt worden seien. Deshalb wollte er uns gleich persönlich zurückfahren. Mit einer Diplomatennummer am Auto darf man sicher etwas angeheitert fahren, und in Südamerika erst recht. Trotzdem musste Mirella auf dem Rücksitz Höllenqualen leiden, und zerquetschte meine Hand fast, wenn er etwas schnell auf eine Kreuzung zufuhr.

Do 24.Mai. Tiahuanaco - Fahrt zum Titicacasee

Unser Bussji war Mitte des Morgens bereit, so dass wir uns von Ernesto verabschiedeten. Es war schon komisch zu gehen, da er wirklich menschlich und fachlich top ist. Danach waren wir beim Gleitschirmpiloten Edgar zum Kaffee, der direkt aus den Yungas stammt, eingeladen. Er füllte auch gerade auf seinem Balkon unsere Gasflasche auf.. Wir machten uns danach auf zum Sonnentor, das in Tiahuanaco steht und von vielen Inkaruinen umgeben ist. Erst ein kleiner Bruchteil der Ruinen wurde freigelegt. In Tiahuanaco angekommen, fragten wir einen einheimischen Teenie, wo sich denn die Ruinen befänden. Er stellte seine Velo zu Hause ab und zeigte uns die Richtung, wobei wir uns im Kreise drehten. Als wir beim Haupteingang angekommen waren, bettelte er, mit unserem Bussji fahren zu dürfen, es werde auch nichts passieren. Ich drückte ihm einen Boliviano in die Hände, damit er auch unser Bussji nicht zerkratzen wird. Er wurde langsam aufdringlich und wollte unser Bussji kaum mehr verlassen. Wir haben wieder einmal etwas dazu gelernt. Draussen warteten schon die Kunstgegenständeverkäufer und wollten uns alles mögliche anbieten. Wie mir die Coiffeusen versicherten, koste der Eintritt zum Sonnentor nur 5 Boliviano. Als wir eintreten wollten, verlangte der unfreundliche Portier 80 Boliviano pro Person. Richi und ich hatten uns schon genug aufgeregt und es war uns unwohl, unser Bussji bei solchen Touristenfängern herumstehen zu lassen. Also drehten wir die Runde um die Ruinen nochmals und knipsten ein Foto durch den Zaun. Daraufhin fuhren wir wieder zurück nach Alto La Paz, wo wir nach Copacabana abbogen. Die Fahrt dorthin reichte etwa 3 Stunden. Der erste Blick auf den Titicacasee war wirklich wunderschön anzusehen. Die Häuser an den Ufern sahen viel gepflegter und sauberer aus und wir assen einen der bekannten Thunfische, der wirklich lecker war. Kurz vor Copacabana mussten wir unser Bussji auf eine Fähre verschiffen, die viel kleiner war, als erwartet. Es hatte genau unser Bussji Platz und mitgefahren sind noch zwei Jungs, die die Fähre steuerten. Bevor die Fähre losfuhr, fragte ich nach dem Preis und einer der Jungs sagte laut und deutlich 30 Bolivianos. Ein anderes Schiff kam auf Kollisionskurs und ausgerechnet dann verreckte der Motor. Sie baten uns daraufhin, dass wir unsere Lichter einschalteten, damit man uns überhaupt sah. Die Fähre war sehr alt und die Holzläden auf dem Boden waren auch nicht mehr vollständig vorhanden. Als wir nach der etwa 10 minütigen Fahrt bezahlten mussten, war der Preis inzwischen 40 Boliviano, was er auch am Anfang gesagt habe. Richi und ich hatten aber beide 30 Bolivianos gehört, was ich ihm auch laut und deutlich klar machte. Als ich drohte, dies dem Tourismusbüro zu melden und wir uns immer noch weigerten, beliessen sie es damit und hofften wohl, das nächste Mal auf dumme Touristen. Die 30 km Fahrt nach Copacabana erlaubten uns umwerfende Blicke von dem Hügel aus hinunter auf den riesigen Titicacasee.  Kurz vor Copacabana war plötzlich eine Kontrollstelle, die vorher kaum markiert war. Auf der Strasse daneben waren rote "Töggel", die man in der Nacht jedoch auch mit den Scheinwerfern nicht erkennen konnte. Richi fuhr einer dieser etwa 10 cm hohen "Töggel" um und kriegte prompt Probleme. Dies koste normalerweise 100 Boliviano, aber es reiche auch, wenn er 20 Bolivianos gebe. Ich konnte mich daneben nicht mehr beherrschen und schnauzte ihn wohl immer noch zu höflich an, dass das hier korrupt seie und wir in La Paz einen Polizisten kennen würden. Ich schoss 2 Fotos und wir erklärten, dass es wohl ihr Fehler seie, wenn sie unerkennliche "Töggel" in die Strasse schieben, die keine Reflektoren haben. Wir verliessen diesen Posten und Richi musste versprechen, dass er morgen einen  neuen Töggel (einen alten Ölfilter) bringt. Auf seinen Hinweis, dass alle anderen genauso aussähen, entgegnete der unsymphatische Polizist, dass die anderen auch bezahlen mussten, und dass diese am Sonntag ersetzt werden. Welch ein Zufall, dass dies gerade alles diese Tage passierte. Da fielen uns die Warnungen von Einheimischen ein, die besagten, dass Polizisten in Bolivien sehr korrupt seien und oft irgendwelche Stories erfinden, um den Passanten Geld abzunehmen. Wir waren uns sicher, dass dies nur für die Kaffee... äh Alkoholkasse gemeint war. In Copacabano hatten wir Glück und konnten bei einem 4-Sterne-Hotel, direkt am Strand gegen eine kleine Gebühr sicher im Vorhof parkieren.

Abschied von Ernesto

Tiwanaku von aussen

Haus in Tiwanaku

Ölfilter als Markierung

Google Maps : Copacabana

Fr 25.Mai. Isla del Sol - Lago Titicaca

Am Morgen frühstückten wir für nur je CHF 2.00 reichhaltig in dem 4-Sterne-Hotel. Danach machten wir uns auf, eine Schifffahrtsgesellschaft für unseren Ausflug nach Isla de Sol aufzusuchen. Mit vielen anderen Europäern fuhren wir zur bekannten Isla de Sol (Sonneninsel), wo laut einer Legende die Inkakultur entstanden ist. Auf Geheiss des Sonnengottes sollen dort die ersten zwei Inka aus dem See gestiegen sein. Eine andere Sage belegt, dass die Sonne auf einem heiligen Stein der Insel geboren wurde. Auf dem Grund des Sees soll sich laut des Inkaglaubens die 2000 kg schwere Goldkette des Inka Huáscar befinden. In den 60er Jahren sei im See jedoch nicht diese sondern einen 60 cm grossen Frosch gefunden worden, der nie zur Oberfläche auftaucht, was wohl vor allem uns Frauen auch lieb ist. Bei der Isla de Sol angekommen, erklärte man uns kurz, dass wir als erstes ein Museum besuchen dürfen und danach zu den Inkaruinen laufen. Daraufhin konnten wir entscheiden, ob wir wieder zurück zum Hafen oder zum südlichen Teil der Insel laufen. Wir entschieden uns, die 3-stündige Wanderung zum südlichen Teil der Insel zu laufen und es war einfach ein herrlicher Anblick auf etwa 4'050 m Höhe auf den 3'800 m hoch gelegenen Titicacasee zu schauen, der als der höchstgelegene schiffbare See der Welt gilt. Er ist etwa 300 m tief und 14 Mal so gross wie der Bodensee. Somit ist er auch der grösste und sicherlich bekannteste See Südamerikas. Die Umgebung war wunderbar grün und auch von Kakteen begeben. Es war ein traumhaftes Bild, wenn die einheimischen Frauen, die ihre farbenprächtigen Tücher umwickelt hatten, am Strand des Titicacasees entlang liefen. Ich habe mir den Titicacasee zwar eindrücklich vorgestellt, doch liess mir dieser Anblick immer wieder den Atem rauben und dies nicht nur wegen der Höhe. Richi musste mich richtig bremsen, nicht alle paar Minuten ein Foto zu knipsen, doch kein Foto der Welt könnte diese Stimmung ausdrücken. Die Wanderung war eigentlich streng für mich, für unseren Sportler natürlich weniger. Doch war alles so organisiert, dass man sich die Zeit selber einteilen konnte. So konnten wir das winzige Museum in etwa 5 Minuten erkunden und machten uns danach auf zu den Inkaruinen. Die Wanderung hat sehr gut getan und uns somit einen sehr guten Eindruck der Isla de Sol hinterlassen. Wir waren jedoch beide recht enttäuscht absolut keine Informationen der Insel erhalten zu haben und somit nicht gewusst zu haben, welche Ruinen welche Bedeutung hatten. Am Schluss sahen wir noch per Zufall eine Treppe der Inkas, wobei sich daneben die Fuente del Inka (Inkabrunnen) befand. Daraus laufen drei Arten von Wasser wie wir später erfuhren, Süss-, Salz- und ?wasser. Trotz diesen nichtbestehenden Informationen haben wir einen wunderschönen Tag erlebt. In unserem Bussji angekommen, hatte ich mit meinen 3 Jacken so zu kalt, dass ich mich dort erst mal erwärmen musste, während Richi noch kurz einen Abendflug machen wollte. Er war jedoch sehr enttäuscht, da ihm als Tourist fast der doppelte Preis verlangt wurde, um auf den Berg zu fahren. Daraufhin wollte er hinauflaufen, wovon die gierigen Taxifahrer jedoch abrieten, da der Aufmarsch bestimmt 3 Stunden dauere und oben lauern zudem gefährliche Peruaner (die darauf warten, Gleitschirmpiloten auszurauben). Den Sonnenuntergang verpasste ich leider auch, da ich immer noch fror, dafür knipste Richi ein paar Bilder. Wir gingen danach noch kurz in die Stadt, um etwas zu essen. Als Richi gerade dabei war, Geld abzuheben kam ein kleiner einheimischer Knirps in die Zelle, streckte sich, um auf den Hinweis des Geldautomaten zu zeigen. "Amiga", meinte er, mit ausländischen Karten seie es nur möglich während dem Tag Geld abzuheben. Beim Versuch, mit der Schweizer-Kreditkarte stürzte der Geldautomat ab und zählte den Arbeitsspeicher hoch wie ein gewöhnlicher Heimcomputer. So kramten wir unser letztes Geld zusammen und assen so in einem guten einheimischen Restaurant. Etwas erstaunt waren wir schon, dass der Geldbezug in einem solchen Touristenort nur am Tage möglich ist.

Bucht

Klares Wasser

Titicacasee

Ruinen

Basis auf Siebentausend

Blick nach Norden

Einheimische

Wäsche trocknen

Inkatreppe und Lebensbrunnen

Zurück in Copacabana

Sonnenuntergang in Copacabana

Sa 26.Mai. Fliegen in Copacabana - Fahrt nach Puno

Der Taxichauffeur, der mir von Roddy, dem lokalen Piloten empfohlen worden war, fuhr mich am Morgen zur Antenne hoch. Er legte mir sogar den Schirm aus währenddem ich mich bereit machte. Ich dachte eigentlich, dass er das nicht zum ersten Mal macht, doch als ich aufziehen wollte, machte es ratsch und mir flog eine Stabiloleine entgegen. Mit nur einem Stabi flog ich noch etwas vorsichtiger als sonst, doch der Stabi zeigte nicht wie erwartet nach oben, sondern war nur etwas runzlig. Da es noch Vormittag war und wir nachher weiterfahren wollten, reichte der Aufwind noch nicht, um die Höhe halten zu können, und ich landete schon bald am Strand. Dann machten wir uns auf den Weg nach Peru. Die Zollabfertigung war wie üblich freundlich, aber etwas umständlich. Wie üblich zuerst Duana, dann Migrationes und dann Polizia. Der Polizist hatte einen streng militärischen Ton, und bettelte am Schluss noch um eine Kollaboration. Als ich ihm meinen leeren Geldsack zeigte, glaubte er, dass wir alles bolivianische Geld aufgebraucht hatten. Wir fuhren bis Puno, wo wir uns zuerst peruanisches Geld besorgten, und dann ein feines Znacht zu uns nahmen. Unser erster Eindruck von Peru ist besser als wir es erwarteten, nachdem die Chilenen und die Bolivianer so schlecht über die Peruaner redeten. Am Abend buchten wir noch eine kleine Tour für Morgen zu den schwimmenden Inseln. Nach einer kurzen Suche fanden wir eine Garage, wo wir übernachten konnten, und gleich das Büssli während der Tour morgen stehen lassen können. Die kleine Tochter der Besitzerin scheint nicht nur die intelligenteste der Familie zu sein, sondern auch die einzige die nicht dauernd betrunken ist. Das Mädchen tat uns sehr leid und wir waren uns einig, dass sie in der Schweiz schon lange ihrer Familie entzogen worden wäre.

Boot auf dem Titicacasee

Richi in der Luft

Endanflug

Copacabana aus der Luft

Eingemauerter Landeplatz

So 27.Mai. Schwimmende Inseln

Nach einem guten Frühstück fuhren wir mit einem Boot zu den "Islas Flotantes" wo die Uros seit ca 400 Jahren wohnen. Es heisst, um ihre Unabhängigkeit zu bewahren flüchteten sie auf den See, wo sie auf den schwimmenden Schilfinseln ihre Häuser bauten. Wir hörten allerdings zwei verschiedene Versionen: Ob sie nun vor den Inkas oder vor den Spaniern flüchteten wissen wir nicht. Mit dem Schilf machen sie nicht nur ihre Inseln, Häuser und Boote, einen Teil davon kann man sogar essen. Der Guide erklärte vieles über die Kultur der Uros, wie die Inseln und Boote gemacht werden und kurz darauf fuhren wir mit einem Schilfboot zu einer anderen Insel. Die Uros sind sehr freundlich, die Touristen sind auch fast ihre einzige Einnahmequelle. Als Mirella ein paar Kinder fotografierte, kamen die zwei Jungs und wollten Dinero dafür. Die deutschen Mark die wir ihnen gaben schauten sie zwar schon etwas komisch an, steckten sie aber in die Tasche und gingen zurück. Am Nachmittag fuhren wir Richtung Cuzco, wo wir in der Dämmerung langsam einen Übernachtungsplatz suchten. Bei einem kleinen Dorf fanden wir eine Garage, wo wir für 10 Soles reinfahren und übernachten konnten.

Ankunft bei den Schwimmenden Inseln

Traditionelles Boot

Schilfboot von nahe

Traditionelle Kleider

Handwerkskunst

vom Aussichtsturm

Bett aus Schilf

Kochherd

Telefonzelle

Addoptiert?

Mo 28.Mai. Spital in Cuzco

Die Nacht fing schon schlecht an, als beim Einschlafen Hunde bellten, und Mirella mich aus Angst nicht einschlafen lassen wollte. Später kam es noch schlimmer, als sich bei ihr eine Magendarmverstimmung bemerkbar machte. Beide überhaupt nicht ausgeschlafen, suchten wir in den folgenden Dörfern nach ärztlicher Hilfe, doch wir fanden nichts vertrauenerweckendes. Als Mirella in einem Dorf nach einem Spital fragte, schaute die Frau einfach weg. So fuhren wir die Stunde nach Cuzco wo wir ein Spital fanden. Als erstes suchten wir die Notaufnahme, wo wir eine Weile warteten. Die Schichten dauern da jeweils von 8 - 20 und von 20 - 8 Uhr. Um 9:30 Uhr kam der Arzt, der Bakterien aus schlechtem Essen diagnostizierte. Er stellte ein Rezept aus, mit Sachen die wir in der Farmazia gleich nebenan besorgen sollten. Da die benötigten Sachen gerade ausgegangen waren, schickte die Apothekerin uns in die Stadt raus, wo wir das bei irgendeiner Farmazia besorgen sollten. Auf dem Weg raus, fanden wir eine andere Farmazia im Spital, wo alles vorrätig war. Ausgerüstet mit einer neuen Spritze, einem Antibiotikum und einem speziellen chemischen Getränk gingen wir zurück in die Notaufnahme, wo eine Schwester die Spritze machen sollte. Doch auch nach einer Stunde warten, sahen wir im Schwesternraum niemanden. Mirella war es elend übel, und sie freute sich auch nicht über die Sauberkeit der Toilette. Das gesamte Spital sah aus wie bei uns ein Schulhaus kurz vor dem Abbruch. In der Notaufnahme warteten viele Leute, und die Ärzte und Schwestern liefen hin und her, ohne sich um die Patienten zu kümmern. Als meine Geduld zu Ende war, gingen wir zum Arzt um zu fragen wie man eine Spritze selber macht. Daraufhin organisierte der einen Schwesterich, der die Spritze machte. Mirella war etwas verunsichert, da er eher wie ein Hausabwart aussah. Sie fragte ihn noch vorsorglich, ob er etwas gegen Europäer hat, bevor sie den Arm hinhielt. Der Arzt verordnete noch Antibiotikatabletten, die wir aber ausserhalb kaufen sollten, da drinnen nur Generika verkauft würden, die anscheinend nicht so gut wirken. Wir bedauerten die Menschen, die hier leben und sich alle Medikamente vor einer ärztlichen Kontrolle selber organisieren müssen und das noch auf der Notaufnahme.
Am Nachmittag machten wir uns auf nach Urubamba, wo der Urner Franz Schilter eine Hotelanlage hat. Unterwegs sah ich viele Inkaruinen, und die Landschaft war wunderschön. Mirella schlief auf dem Beifahrersitz. In Urubamba angekommen, musste ich etwas zu Mittag essen, während Mirella im Auto ausruhte und hatte in einem feinen Touristenrestaurant das schlechteste Cordonbleu meines Lebens. Das Fleisch war noch rot und wie Kaugummi. Die Sol y Luna Lodge hatten wir uns etwas kleiner und einfacher vorgestellt. Als wir sahen, wie nobel die ganze Anlage ist, dachten wir, dass wir hier mit unserem Büssli fehl am Platz seien, und fragten Franz ob er uns etwas einfaches im Dorf empfehlen könne. Doch wir dürfen die nächsten Tage im Fahrzeugpark stehen und da die Personaldusche benützen. Am Abend lud er uns noch zum Essen ein, doch Mirella hatte absolut keinen Hunger und dazu noch Fieber. So blieb sie im Büssli, und ich spies mit Franz, seiner Frau und seiner Nichte. So eine Anlage zu haben muss cool sein. Da nimmt man den Telefonhöhrer und bestellt was man haben will. Kurz später läutet es an der Haustür und ein Kellner steht da mit dem Gewünschten. Ich hatte die Spezialität des Hauses: super gute Sparerips.

Das heilige Tal der Inkas

Google Maps : Cusco Urubamba

Di 29.Mai. Fliegen 43km von Urubamba nach Cuzco

Da Franz heute nicht selber fliegen kommen konnte, rief er Richard an, einen Amerikaner der immer ein halbes Jahr in Peru und in Brasilien lebt. Mit dem Bus fuhr ich etwa eine halbe Stunde für 2 Soles zum Startplatz Mirador de Raghi, der direkt an der Hauptstrasse nach Cuzco liegt. Dort traf ich Frederic, den Unterwalliser wieder. Nach Famatina, Mendoza und Iquique war das schon das vierte Mal. Richard erklärte mir, wo der erste Schlauch steht und welche Strecken man zum Anfangen fliegen kann. Frederic warnte mich vor der turbulenten Thermik, und der Startschlauch hatte es wirklich in sich. Ich entschied mich, nach Urubamba zu fliegen. Dazu flog ich zuerst eine Weile über die Hochebene, und zweigte dann Richtung Tal ab. Auf 4875 Metern hatte es noch 10°C und es war zum Teil recht ruppig, so atmete ich ziehmlich schnell... Doch den Regen in den Seitentälern auf der anderen Seite sah ich schon eine Weile, und als ich bei der Kante über Urubamba ankam, merkte ich auch ziehmliche Turbulenzen und wie der Wind stärker wurde. So dachte ich, das sei keine gute Idee, da unten zu landen und flog mit Rückenwind nach Cuzco. Nach einer langen Sinkzone, stieg es in Cuzco wieder. Über die Stadt durfte ich nicht wegen dem Flughafen, und im Inkatal sah es immer dunkler aus, so machte ich ein paar enge Kreise, und landete in Cuzco bei der Christusstatue. Der Weg zurück war dann noch abenteuerlicher. Ein Taxifahrer erklärte mir, dass die Busse auf dieser Strecke sehr lange bräuchten und brachte mich dahin wo die direkteren Busse abfahren. Mit dem ersten Bus konnten wir gerade die Stadt verlassen, da ging etwas am Bus kapputt und wir kehrten zum Busbahnhof zurück. Mit dem zweiten Bus kamen wir etwas weiter, bis bei einer Polizeikontrolle alle ausser Frauen, Kinder und Touristen ihre Ausweise abgeben mussten. Ein paar Kilometer weiter fuhr der Bus zu einer Gomeria, wo ein Rad gewechselt wurde, währenddem alle Passagiere im Bus warteten. Mirella musste sich von ihrer Magendarmverstimmung erholen und blieb in Urubamba, wo sie etwas las und Karten schrieb. Am Abend assen wir im Restaurant vom Sol y Luna Resort. Das Ambiente und das Essen waren beides super.
Flugdetails im XContest

Landeanflug auf Cuzco

Mi 30.Mai. Urubamba

Am Morgen frühstückten wir in Franz Schilter's Bar und konnten dabei das Wireless nutzen, um zu Hause anzurufen und die neuesten Berichte aufzuladen. Danach gingen wir in die Stadt, um die Wäsche zu erledigen. Als wir endlich eine geöffnete "Wäscherei" fanden, die sich als Papeterie entpuppte, fragten wir, ob es möglich seie, die weisse und farbige Wäsche separat zu waschen. Die Typen wussten da nicht so genau Bescheid, da sie dies anscheinend nicht selber machten und so machten wir uns wieder davon. Ein paar Schritte weiter entdeckte Richi mit einem Blick auf die Seite aufgehängte Wäsche in einem dreckigen Innenhof, der einem halben Stall gleichkam. Ach, waren wir froh, um Richi's Instinkt, hier die Wäsche nicht abzugeben! Wir assen in einem chinesischen Restaurant etwas zu Mittag und ich bemühte mich, die Spaghetti mit Tomatensauce fertig zu essen. Seitdem ich nämlich das zweite Mal Bakterien aufgefangen hatte, kann ich das Essen hier gar nicht mehr geniessen und habe mir geschworen, lieber Hunger zu haben, als in einem nur halbwegs sauberen Ort einen Bissen hinunter zu bringen. Da die Servierdame nicht wusste, was ein Espresso ist, brachte sie Richi ein flüssiges Kaffeekonzentrat und lauwarmes Wasser zum selbermischen.
Ach, ja, über ein beliebtes Getränk von Bolivien und Peru habe ich während dem gestrigen Lesetag etwas gelernt. Chicha, so wie wir es beide in Cochabamba (Richi freiwillig und ich nach dem Gruppenzwang der ganzen einheimischen Augenpaare) getrunken hatten, wurde oder wird vielleicht zum Teil immer noch wie folgt zubereitet: Dieses Bierersatzgetränk besteht aus GEKAUTEM Maiskorn, das danach in den Krug GESPUCKT wird. Dort beginnt es durch den SPEICHEL an zu gären. Neben gerösteten Meerschweinchenfüsschen, auf die wir bestimmt nie reinfallen, ist dies leider eine zutiefst bereute Falle, auf die wir hineingefallen sind. Und da fragt sich noch jemand, weshalb auch mein Magendarm "wäh-raus" ruft. Zum Glück wissen wir nicht von allem, was wir hier essen oder trinken... Auf Zungenküsse mit den Einheimischen könnte man nämlich gut verzichten, aber anscheinend nicht freiwillig...

Do 31.Mai. Urubamba

Mirellas Magen war zwar etwas besser, doch sie musste sich noch etwas erholen. Derweil machte ich mich auf nochmal fliegen zu gehen. Das Wetter war zuerst zwar noch etwas bedeckt, aber bis ich am Startplatz war, schaute es recht gut aus. Die drei Tandempiloten die eine Viertelstunde vor mir starteten, konnten alle steigen, und landeten schon bald wieder direkt hinter dem Startplatz. Derweil ärgerte ich mich noch über den Startplatzwärter, der das Rückgeld auf das teure Startgeld immer falsch gibt. Ich erwischte den Startschlauch nicht richtig, und kam trotz einigem Suchen nicht hoch. Unten im Tal fand ich ein Schläuchlein, mit dem ich mich zu einer besonnten Flanke retten konnte, die genau im Talwind stehen sollte. Doch auch da stieg es nicht richtig, und so suchte ich auf der anderen Seite der Flanke. Doch da wurde ich im Lee runtergespült, und landete bei der Hauptstrasse. Die ersten paar Busse fuhren vorbei ohne anzuhalten. Doch ein Microbus nahm mich dann mit und für die halbstündige Fahrt zurück nach Urubamba musste ich nur einen Sol bezahlen. Wir erledigten noch ein paar Sachen im Internet, und assen dann früh Znacht, da wir morgen früh aufstehen müssen um zum Machu Picchu zu gehen. Das Essen im Sol y Luna Restaurant war wieder herrlich.

Fr 1.Juni. von hinten an Machu Picchu

Pünktlich um 5 Uhr standen wir unten an der Strasse, und schon bald kam ein Microbus, der uns nach Ollantaytambo mitnahm. Doch da wurden wir Zeuge der Kundenunfreundlichkeit der PeruRail. Wir hörten schon von anderen Reisenden, dass ein Besuch von Machu Picchu sehr teuer sei, und dass man dabei wie Dreck behandelt würde. Da die PeruRail das Monopol auf dieser Strecke haben, und alle Touristen Machu Picchu besuchen wollen, machen sie Preise wie es ihnen gefällt. Da kann man für 7 Stunden (weniger als 2x100 km) Zugfahrt bis zu 550 USD bezahlen. Schweren Herzens hatten wir uns entschieden, mit dem Backpacker-Zug für je 57 USD zu reisen. Doch der Zug um 6:30 fuhr heute nicht, sowie auch der Retourzug um 20:30 heute nicht fährt. So blieb eine Variante, wo wir ca 3 Stunden für die Besichtigung von Machu Picchu hätten, wo aber der Rückzug ausgebucht sei. Also nur noch die teurere Variante für 77 USD. Der Schalterbeamte zeigte überhaupt kein Interesse uns zu helfen, eine mögliche Variante zu finden. Auf den Regionalzug auf den wir gerade noch hätten aufsteigen können dürfen nur Peruaner, die dafür lächerliche 20 Soles bezahlen. Also machte Mirella unserem Unmut Luft, und wir verabschiedeten uns. Zurück bei Sol y Luna holten wir unser Büssli, tankten es voll, und ab ging's auf die Reise von hinten an Machu Picchu. Dazu fährt man über einen Pass, der wegen Bauarbeiten nur zwischen 12 und 13 Uhr befahrbar ist. Wir wussten nicht wie weit das ist, und waren schon kurz nach 8:20 Uhr oben. Beim Weg hoch war die Strasse in einem Superzustand. Also warteten wir über 3.5 Stunden, was uns aber immer noch lieber war als die teure unfreundliche PeruRail. Als es dann endlich weiter ging, wurden wir für die verpasste Todesstrasse in La Paz entschädigt. Die Passtrasse war noch im Bau, und hatte auf der Aussenseite zum Teil senkrechte Abhänge. Ein Teil der Strasse wurde in den Fels gesprengt, andere Teile scheinen in Rutschgebieten zu sein. Heute stellten wir fest, dass die Peruaner die schlimmsten Autofahrer sind. Sie fahren schnell, rücksichtslos und schlecht. Sie überholen, wenn sie können obwohl es nichts bringt und gefährlich ist und wenn sie dann vorne sind sind sie doch nicht schnell, da sie weder Kurventechnik noch sonst etwas beherschen, ausser Gas geben. Nach 27'000 km hatten wir heute den ersten Platten. Das Rad war schnell gewechselt, und wir konnten weiterfahren. Vom Pass auf 4'370 bis Santa Maria auf ca 1'200 Metern änderte sich die Pflanzenwelt stark. Oben hatte es etwas Gras, unten dann dampfenden Dschungel mit Bananen und allen möglichen Pflanzen. Die Bäume im Dschungel, der schon zum Amazonas gehört, hatten grosse Blüten in allen möglichen Farben. In Santa Maria angekommen warteten schon die zwei Tschechen und der in Zofingen wohnende Deutsche, die mit dem Taxi über den Pass gefahren sind, da auch ihnen die PeruRail zu teuer ist. Wir nahmen sie mit nach Santa Teresa, und dann zum Hydroelectrico. Der Weg wäre Luftlinie eigentlich nicht so weit, doch dazwischen liegt eine enge Schlucht, die man einfach nach oben mit etlichen Höhenmetern auf einer einspurigen abenteuerlichen Strasse umfährt.

Schneebedeckter Berg

Gletscher und Jungel

Leitplanken aus Plastik

von Santa Maria nach Santa Teresa

von Santa Maria nach Santa Teresa

Unser Expeditionsteam

Sa 2.Juni. Machu Picchu

Um 4:15 ging der Wecker, doch vor 5 Uhr schafften wir es nicht aus den Federn. Als wir dann bereit waren und loslaufen wollten, kam ein kleiner Wichtigtuer der uns sagte, da könnten wir das Büssli nicht stehen lassen, wir müssten weiter vorne bei der Polizeistelle parkieren. Wir erklärten ihm dass uns mehrere Arbeiter sagten, wir sollen genau da parkieren. Und sogar mit dem Wachmann genau danaben hatten wir schon vereinbart, dass er auf unser Büssli aufpasst, und wir ihm dafür etwas bezahlen. Doch der kleine Peruaner wusste es besser als alle anderen und fuchtelte mit seinem Funkgerät herum. Also schauten wir uns den anderen Platz an, doch von den Polizisten die da sein sollten, war keine Spur. So fuhren wir zurück und sagten, uns sei es nicht wohl das Büssli unbewacht hinzustellen, das brachte aber nichts. Als ich sagte, er sei verantwortlich wenn dem Büssli da vorne etwas passiert, lachte er nur. Mit etwas Verspätung marschierten wir dann endlich los. Vom Hydroelectrico nach Aguas Calientes führen in der zum Teil engen Schlucht nur die Bahngeleise. Da aber nur ein paar Züge pro Tag fahren, kann man problemlos darauf wandern. Unterwegs dachten wir noch, ein Berg sehe so aus, wie auf den Bildern von Machu Picchu, doch da das GPS in eine andere Richtung zeigte, dachten wir dann sei das halt ein Ähnlicher. Aber auf meiner zehnjährigen Garmin Worldmap ist Machu Picchu an einem falschen Ort markiert, und so sind wir unten in der Schlucht fast um Machu Picchu herumgelaufen. Als wir dann in Aguas Calientes eintrafen nahmen wir den Bus hoch, um Zeit zu sparen. Die Mühe hat sich gelohnt, die Stadt aus Ruinen ist wirklich eindrücklich. Unglaublich, was die Inkas hier erichtet haben. Auch den Aufstieg auf den Wayna Picchu liessen wir uns nicht nehmen. Wir wussten vorher weder dass man da auch hochklettern kann, noch dass da oben auch Ruinen sind. Die Aussicht von da oben war herrlich, doch die Treppen und der Weg sind zum Teil halsbrecherisch steil. Auf so einem Weg könnte man in Europa keine Touristen durchlassen. Wieder unten schauten wir uns noch den Rest der Stadt an. Da sollen einmal 1'000 Leute gelebt haben, und in den umgebenden Terassenfeldern die Nahrungsmittel angepflanzt haben. Der Ort soll primär spirituell und zeremoniell genutzt worden sein. Aufgrund gefundener Skelette glaubt man, dass viele Jungfrauen da lebten, die dem Sonnengott geweiht waren. Besonders erstaunlich fanden wir die Quellen in der Mitte der Stadt, die immer noch Wasser liefern, das durch gehauene Steinkanäle fliesst. Die Stadt ist auf ca 2'500 Metern auf einem Berg in einem schwer zugänglichen, subtropischen Gebiet. Die Inkas konnten die Existenz erfolgreich vor den Spaniern verbergen. Erst 1911 fand ein nordamerikanischer Forscher die Ruinen, und seit ca 1948 sind sie öffentlich zugänglich. Da Machu Picchu eine der wichtigsten Sehenswürdigkeiten Südamerikas ist, wird es leider auch dementsprechend vermarktet. Der Eintrittspreis von 40 USD, der sich in den letzten 10 Jahren mehr als verdoppelt hat, ist dabei noch das kleinste Übel. Vor 10 Jahren kostete der 4 tägige Inkatrail noch 75 USD heute kostet der Spass schon über 300 USD. Von der PeruRail und ihrem Monopol haben wir ja gestern schon geschrieben. Die drei, die wir im Büssli mitnahmen luden uns in Aguas Calientes noch zum Essen ein, danach wanderten wir alle zusammen wieder zurück zum Büssli. Da es schon dunkel war, übernachteten wir in Santa Teresa in einem Camping.

Wanderung auf den Gleisen

Machu Picchu mit Wayna Picchu

Wir zwei

Ruinen

Aussicht von Wayna Picchu

Da unten steht unser Büssli

Ruinen

Hauptplatz

VW Büssli auf Schienen

So 3.Juni. Rückfahrt nach Urubamba

Beim Camping hatten wir noch einen Kaffee und einer nach dem anderen erwachten wir langsam. Der eine Tscheche trank noch ein paar Bier zum Frühstück.Von Santa Teresa fuhren wir nach Santa Maria, wo wir das Mittagessen zu uns nahmen. Das Menü mit Suppe kostete 3.5 Soles, weniger als CHF 2.-. Frisch gestärkt nahmen wir den Pass in Angriff. Auf dem Weg hoch hatten wir den zweiten Platten. Unsere Mitfahrer halfen beim Reifenwechsel, und so ging das ganz flott. Ich fuhr ganz vorsichtig weiter, denn ein drittes Ersatzrad hatten wir nicht. Gerade noch vor der Dämmerung schafften wir es nach Urubamba, wo wir die beiden Roman und den einen Andreas zum Busbahnhof brachten.

Mo 4.Juni. Cusco

Franz gab uns noch ein paar gute Tipps für die Weiterfahrt, und erklärte uns die ungefähren Reisezeiten zwischen den Orten, die uns noch interessieren. Er erklärte uns auch einiges über die weniger schönen Seiten der Mentalität der Peruaner. Mit seinen Angestellten muss er manchmal hart durchgreifen, wenn sie stehlen oder betrunken zur Arbeit kommen. Nachdem wir noch ein letztes Mal Gebrauch vom Wireless Internet im Sol y Luna machen, fuhren wir nach Cusco. Zuerst brachten wir die beiden platten Pneus zu einer Gommeria, wo der eine schnell und für CHF 2.50 geflickt wurde. Der andere war hinüber und wir liessen ihn gleich da. Da der Rest unserer Reise voraussichtlich nur noch auf Asphalt ist, können wir gut mit nur noch einem Reserverad weiterfahren. Danach schauten wir uns das Zentrum an, welches viel schöner ist, als das was wir von Cusco bisher sahen. Als wir gerade auf einer Terasse am Mittagessen waren, sahen wir Andreas und wir konnten ihm seinen Reiseführer zurückgeben, den er gestern in unserem Büssli vergessen hat. Der Tisch auf der Terasse, den uns der Kellner versprach sobald er frei werde, war dann plötzlich schon von jemand anderem reserviert. So mussten wir mit einem Minitischlein vorlieb nehmen. So sind eben die Peruaner, wir wissen noch nicht wann man ihnen trauen kann. Die Strassenverkäufer sind etwas mühsam, aber doch nicht ganz so schlimm wie in Nepal. Man muss ihnen mehrmals "nein danke" sagen und manchmal sogar unfreundlich werden, damit sie einen in Ruhe lassen. Zusammen mit Andreas assen wir das Dessert auf einer anderen Terasse, wo ein richtiger Tisch frei war. Bei einem Besuch im Supermarkt fand Mirella endlich flüssliges Duschmittel, das in Bolivien und Peru schwierig zu finden und teuer ist. Hier wäscht man sich normalerweise mit einer Seife. Danach machten wir uns auf den Weg Richtung Nazca. Nach einem kleinen Pass auf 3'600 gings runter über einen Fluss, dann wieder rauf auf 4'300. Wir dachten, das sei jetzt das letzte Mal auf über 4'000 und nachher ginge es runter. Runter gings auch nach Abancay, wo wir auf knapp 2'000 übernachteten.

Di 5.Juni. Fahrt nach Nazca

Am Morgen ging die Strasse zuerst noch etwas weiter runter, wo wir auf 1'800 einen Fluss überquerten. Dann folgten wir einem langen Tal, uns stiegen langsam aber stetig wieder hoch auf 4'600. Auf dieser Höhe fuhren wir ein paar Stunden auf einer grossen Hochebene wo es immer etwas rauf und runter ging. Einmal sahen wir eine tote Kuh auf der Strasse. Der Taxifahrer, der sie wohl angefahren hat, war gerade daran sie auseinanderzuschneiden, da sie ganz wohl zu schwer war um sie beiseite zu räumen. Die Peruaner fahren wirklich wie die Henker. Einmal kam uns ein Reisecar mit viel zu hoher Geschwindigkeit aus einer Kurve auf unserer Seite entgegen. Beim Ausweichmanöver geriet der grosse Reisecar in gefährliche Schräglage. Etwas später sahen wir wie eine über hundert Meter lange Leitplanke mit Fleisch vollgehängt war, das in den warmen Abgasen trocknet. Jedes Mal als wir die 4'000 Meter unterschritten, dachten wir das wäre das letzte Mal, und irgendwann war es dann auch wirklich soweit. Auf der Hochebene sahen wir ein paar kleine Seelein und viele Alpacas. Jetzt können wir auch Alpacas von Lamas unterscheiden. Gegen Ende der Hochebene, als es immer trockener wurde sahen wir auch seit langem wieder Vicuñaherden. Als wir gegen Abend die Gegend von Nazca erreichten, funktionierte endlich was wir schon oft machen wollten. Ich konnte eine Weile der Strasse entlang fliegen, während Mirella runterfuhr. So flog ich in den Sonnenuntergang hinein, und ein Reisecar, der mich sah hupte dazu. In Nazca angekommen brauchten wir zuerst etwas für in den Magen. Dann suchten wir das Hostel Allegria, das uns Franz empfahl. Herr Allegria hat inzwischen neben dem Hostel auch ein Hotel und eine Touragentur, er war also einfach zu finden.

Interessante Steine

Alpacas

Seelein auf 4600

Landschaft

Mirella beim fahren

Mi 6.Juni. Nazca

Am Morgen konnten wir direkt beim Hostel einen Flug über die weltberühmten Nasca-Linien buchen, der gar nicht mal so teuer war, wie erwartet. Da dieser Flug erst morgen stattfindet, nahmen wir es gemütlich und erkundeten die Stadt. Dabei ging vor allem Richi das Geschrei eines Strassenverkäufers auf den Wecker. Überhaupt ist diese Stadt wieder einmal keine Ausnahme in Sachen Strassenlärm. Offensichtlich wollen alle Peruaner, die das Statussymbol "Auto" erworben haben, auf sich bemerkbar machen. Wir sahen viele amerikanische Schlitten und schlenderten durch die teilweise recht verstaubten Strassen. Richi wollte heute noch fliegen gehen und fragte bei verschiedenen Tourist-Informationsbüros, ob und wo dies möglich sei. Dabei merkten wir schon bald, dass sich fast sämtliche Tourist-Informationsbüros als Tour-Operators entpuppten und immer nur auf eines aus wollten: nämlich eine ihrer einzigarten Touren anzubieten. Man erklärte uns, dass es unmöglich seie in Nasca zu fliegen und auf die Fangfrage, ob man denn weiter nördlich, in Paracas fliegen könne, meinten sie ebenfalls, dass dies unmöglich seie. Da sahen wir, mit welcher Überzeugung ihre Unwissenheit aufgetragen wurde, befindet sich doch in Paracas die grösste Gleitschirmschule des Landes. Wie selbstverständlich erklärte uns einer dieser Inhaber, dass er in ganz Nasca der einzige Tour-Anbieter mit einer Homepage seie. Etwas lächerlich fanden wir dann doch, dass genau die Rückseite der Strassenkarte, die er uns zur Verfügung stellte, das mehrfache Gegenteil bewies. Als wir in einem Restaurant zu Mittag assen, bemerkten wir wieder einer der sich festsetzenden Spielchen der Peruaner: Bevor man etwas bestellt bzw. bezahlt hat, ist der Kunde König, sobald jedoch die Katze im Sack ist, wird sie links liegen gelassen und es wird ihr kaum mehr Beachtung geschenkt. So reagierte der Kellner nach mehrmaligem Fragen nach der Rechnung erst, als wir aufstanden und das Geld auf dem Tisch liegen liessen. Als er den Betrag rasch zusammen rechnete, kam er genau auf 10 Soles weniger, als wir ausgerechnet hatten. Seine Rechenkunst könnte ihn bei weniger ehrlichen Touris zum Ruin führen. Danach machten wir uns auf, die Keramikwerkstatt des 30'000 Einwohner-Städtchens aufzusuchen. Der Weg führte uns über eine Brücke, die auf Touristenfotos wohl nie zum Vorschein kommt. Eigentlich stellt man sich Nasca sauber vor. Welcher Dreck uns auf dem ausgetrockneten Flussbett zu Augen kam, war kaum zu glauben. Ausserdem waren viele Häuser so alt und zusammengefallen, dass es einem vorkam, als ob nur noch der eingeödete Dreck die Bretter zusammenhält. In der Keramikwerkstatt angekommen, schauten wir uns die Keramiken an und wurden dann auch von einem sehr symphatischen, witzigen Mann in die Kunst eingeführt. Er zeigte uns, wie man einen kleinen Topf formt und erklärte uns, dass sein Vater, die Nasca-Kunst in Form von Keramiken bewahrt hat. Auf holländisch, deutsch usw. erklärte er die einzelnen Wörter und wusste sogar sämtliche angewandte Farben auf japanisch. Wir bewunderten die kleinen Figuren, die uns zum kaufen dann doch nicht speziell genug erschienen. Etwas schade fand ich, dass wir nicht selber so einen Topf herstellen konnten, wofür ich eigentlich dorthin gehen wollte.
Am Abend schauten wir uns im Gartenrestaurant des Hostel's einen Film an, wobei die zwei Angestellten manchmal kichernd beiseite standen. Später erfuhren wir, dass eine weibliche und sehr symphatische Angestellte 14 Stunden pro Tag und 7 Tage die Woche arbeiten muss. Mit einem kleinen Töchterchen ist dies sehr unmenschlich vom Chef, der uns in der Zwischenzeit auch sehr unsymphatisch vorkam. Manchmal merkt man in solchen Ländern, wie hoch die Arroganz der Leute ist, die sich von der Armut abheben konnten.

Do 7.Juni. Nazca Linien

Pünktlich um 7 Uhr fuhren wir mit einem Kleinbus los zum Flughafen. Da mit uns noch 5 Deutsche im Kleinbus waren, und das Flugzeug 5 Plätze hat, schauten wir einen Film während die Anderen in der Luft waren. Im Film ging es darum, den Ursprung der Linien aufzuklären. Erik von Däniken's Theorien dass die Linien Landebahnen von Ausserirdischen seien, wurden dabei wiederlegt. Die Wissenschaftler fanden heraus, dass während einer 40 jährigen Trockenzeit vor 2'000 Jahren besonders viele Figuren und Linien entstanden, und gehen davon aus, dass die Leute auf Geheiss ihrer Shamanen die Linien in den Boden ritzten und damit die Götter um Wasser zu bitten. Die Nazca Leute bauten damals unterirdische Wasserkanäle, um das Wasser aus den Bergen ins Wüstenflachland zu leiten, da es auf dem Weg sonst verdunstet wäre. Als es dann endlich losging, waren auch schon genug Leute da, um die fünfplätzige Maschine zu füllen. Mirella war es etwas mulmig beim Start, doch wie auch beim Gleitschirm geht es nach den ersten fünf Minuten besser. Bei jeder Figur auf der Strecke machte der Pilot Rechts- sowie Linkskreise, so dass alle Passagiere die Figuren gut sehen und fotografieren konnten. Die meisten Touristen erzählten wie eng diese Kreise seien, doch wenn man richtige Steilspiralen kennt, ist das hier für Kinder ;-) Bisher hatten wir immer gehört, dass man die Nazca Linien nur aus der Luft erkennen könne, heute erfuhren wir, dass man auch hier und da auf kleine Hügel oder Aussichtsplattformen klettern kann. Wir sind trotzdem froh, haben wir den Flug mit der Cessna gemacht, denn so gut wie aus der Luft sieht man die Figuren vom Boden bestimmt nicht.
Nachdem mir allen Touroperatoren versicherten, dass man in Nazca nicht Gleitschirmfliegen könne, fanden wir im Internet heraus, dass die meisten Piloten vom Cerro Blanco, der mit 2'000 Metern höchsten Sanddüne Südamerikas fliegen. Also fuhren wir dahin, mussten aber umdrehen, bevor sich unser Büssli ganz im Sand eingrub. Auf zwei bis drei Stunden Fussmarsch im Sand hatte ich heute keine Lust, und so fuhren wir weiter Richtung Norden. Ein paar Kilometer weiter besuchten wir das Maria Reiche Museum. Die Deutsche Mathematikerin machte die Erforschung der Linien zu ihrer Lebensaufgabe. Im Museum hatte es zwei Lamas. Als Mirella eines streicheln wollte, wurde sie doch promt angespuckt. Fast schon hätte ich geglaubt, es sei nur ein Märchen, dass diese niedlichen Tiere so schlechte Manieren haben...
Als wir in Paracas ankahmen, wollten wir die Gegend erkunden, und schauen wo man hier fliegen kann. Plötzlich kam Jose auf einem Strandbugy angefahren, und meinte das könnten ja nur wir sein mit dem VW-Bus. Wir hatten bisher nur per Telefon und eMail Kontakt. Er hilft uns, unser Büssli zurückzuverschiffen, und wir können die nächsten Tage bei seinem Haus bleiben. Er war etwas in Eile, denn er fährt heute Abend nach Lima und kommt am Samstag wieder zurück.

Walfisch

Astronaut

Affe

Condor

Spinne

Kolibri

Baum und Hände

Nazca beim Landeanflug

Steine in die Strasse werfen verboten

Spuckendes Lama

Maria Reiche Museum

mehr Auto oder Motorrad?

Fr 8.Juni. Paracas

Zum Frühstück fuhren wir nach Chaco ins Dorf, wo wir an der Promenade beim Hafen ein paar schöne Restaurants fanden. Mit ein paar Sandwiches für's zMittag fuhren wir zur Cathedral, wo Jose uns sagte sei es am besten zum fliegen. Da der Wind noch zu schwach war, spazierten wir eine Weile der Klippe entlang und dann auch den Strand entlang zur Höhle unten bei der Cathedral. Als der Wind dann langsam kam, flog ich kurz alleine mit dem Tandem und landete dann, um Mirella aufzuladen. Zusammen flogen wir eine Weile an der Klippe in der Nähe der Cathedral. Nachdem wir die Sandwiches verdrückt hatten, wollte ich gleich vorne bei der Klippe mit dem Soloschirm starten, doch der Wind war schon zu stark, dass ich im Klippenrotor hätte starten können. So fuhren wir auf die Halbinsel raus. Kurz vor dem Mina-Strand hatte es ein paar kleine Restaurants, wo wir schnell einen Kaffee trinken wollten. Doch eine junge Peruanerin rannte uns entgegen, zählte auf was es in ihrem Restaurant alles gäbe, wir sollten zu ihr mitkommen und das Fenster hochkurbeln, damit uns sonst niemand belästigen kann. Kurz darauf kam ein anderer angelaufen, wollte uns in sein Restaurant überreden, und in den restlichen Restaurants waren Leute die uns zuwinkten wir sollten hierher kommen. Uns verging die Lust auf den Kaffee schnell, wenn wir nicht in Ruhe entscheiden können in welches Restaurant wir gehen wollen und so drehten wir um und fuhren über den Berg zum nächsten Strand. Oben angekommen waren wir auf einer hohen Klippe, wo der Wind wieder etwas schwächer aber etwas schräg war. Aso breitete ich den Schirm wieder aus. An der grossen Klippe war der Wind zu schräg um die Höhe halten zu können, aber unten an der kleinen Klippe konnte ich eine Weile soaren bis zum Sonnenuntergang. Nach einem guten Seafood und Fischznacht im Dorf gingen wir schlafen.

Cathedral

Schlitz im Fels

Gajenaso (Verwandter des Condor)

HF6hle bei der Cathedral

Fliegen über der Klippe

Der Schatten unseres Tandems

Büssli zuoberst auf der Klippe

Sa 9.Juni. Paracas

Da wir die Halbinsel gestern nicht vollständig erkunden konnten und wir auch die Seehunde nicht zu Gesicht bekamen, machten wir uns heute nochmals auf, den Rest der Halbinsell zu besichtigen. Als erstes gingen wir ins Museum, wo wir erfuhren, dass Paracas vor 9'000 Jahren besiedelt war. Dort lebten die Menschen in unterirdischen Kammern, da der Wind damals bis zu 120 km/h betrug. Es war üblich, dass mit Hilfe von Brettern und Baumwolle der Kopf deformiert wurde, so dass man erkennen konnte, welchem Stamm man angehörte. Dies sah recht komisch aus, da der Hinterkopf oberhalb der Stirnhöhe "hinaufgezogen" wurde und flach war. Auf die Frage, ob dies einen Einfluss auf das Gehirn hatte, entgegnete man uns, dass dies nicht der Fall gewesen seie. Wie auch im Mittelalter in Europa bohrte man auch hier Leuten mit physischen oder geistigen Eigenarten ein Loch in die Stirnhöhle, damit die schlechte Energie herauskommen konnte. Selbstverständlich starben etliche (80 %) an dieser Operation, die fast immer ohne Anästhesie durchgeführt wurde und bei der besonders das Durchbohren der Haut sehr schmerzhaft war.
Danach fuhren wir in der Düneninsel umher, wobei wir uns ein paar Mal verfuhren. Richi machte dann an einem Hang einen kurzen Flug, da er sich nicht lange über Boden halten konnte. Bei einem kurzen Seitenblick Richtung Meer sahen wir plötzlich von weitem schwarze Köpfe auftauchen. Bei genauerem Hinsehen, sahen wir viele Seehunde, die auf Fischfang gingen und immer wieder auftauchten. Es war einfach wunderschön, diesem Spiel zuzusehen und wir mussten ganz fest lachen, als wir auch die Möwen beobachteten. Diese flogen ein Stück hinauf und liessen sich dann wie Säcke ins Meer fallen, um Fische zu fangen. Manchmal stürzten sich etwa 20 Vögel gleichzeitig ins Meer und trotz der etwa 100 m Distanz, die wir oben auf der Klippe hatten, hörten wir deren Einsturz. Es sah richtig lustig aus und ich konnte kaum genug kriegen, diesen und den Seehunden zuzusehen. Ich war mir auch fast sicher, wenige Delphine zu sehen, die aus dem Wasser sprangen, da ich eine Flosse zu erkennen glaubte, doch war dies aus der Distanz nicht so eindeutig. Als auch endlich ich mich von dieser wunderbaren Sicht trennen konnte, wobei mir der kalte Wind zu Hilfe kam, fuhren wir noch zum "Kerzenständer". Wie auch in Nasca handelt es sich dabei um eine Linie, die in die Düne geritzt war. Diese war jedoch vom Boden her erkennbar und riesengross. Daraufhin fuhren wir zurück zu Joses Haus mit einem kleinen "Schaufel-Stossen-Schaufel-Zwischenstopp" auf einer etwas zu sandigen Abkürzung. Wir sassen mit Jose, seiner Frau Katie und anderen zusammen, bis wir dann müde in unser Zigeuner-Bett sanken.

Tankstelle auf Peruanisch

Hier sollten Seehunde sein

Büssli und Gleitschirm

Seehunde

Vögel beim Sturzflug

Candelabro

Vögel beim Felsen

So 10.Juni. Paracas - Ausflug mit Jose

Schon früh wurden wir von dem Israeli-Paar geweckt, die mit uns auf den Kayaks herauspaddeln wollte, um hoffentlich Delphine zu sehen. So paddelten wir eine Weile in die Bay heraus, doch wir sahen nur Vögel, von den Delphinen keine Spur. Katie erzählte, dass sie manchmal ganz nahe zu den Kajaks kämen, aber nur zu Leuten die sie kennen. Zu Unbekannten hielten sie immer etwas Abstand, aber auch dann könne man sie gut sehen. Heute kamen ein paar Jungs aus Lima und anderswoher um hier zu kitesurfen. Jose meinte es wäre wohl knapp mit dem Wind, und wir sollten die Tandemschirme mitnehmen, damit wir die Kiter etwas herumfliegen könnten wenn es zum kiten zu wenig Wind hätte. Mit 4 oder 5 Autos fuhren wir zu einer Lagune, und dann weiter zu einem schönen Strand. Zum kiten keine Chance, und auf fliegen hatte auch keiner Lust, da es auch dafür zu wenig Wind hatte. So fuhr uns Jose mit seinem Jeep etwas in der Gegend herum bevor wir wieder zurückfuhren. Als wir im Büssli waren, klopfte es plötzlich, wir sollten kommen, sonst werde das Essen kalt. Am Abend sprachen wir noch lange mit Jose.

Morgengymnastik

Mo 11.Juni. Paracas - Fliegen bei der Cathedral - Delphine

Jose machte sich am Morgen auf nach Lima, da die Windprognosen für die nächsten Tage nicht so toll sind. Er überliess uns sein Haus, eine Geste, die man in der Schweiz nicht so schnell anbietet. Nach dem Internet machten wir uns auf, die Halbinsel Paracas ein letztes Mal zu erkunden und um auch zu fliegen. Wir durften unser Bussji auch wieder einmal freischaufeln, da es zuviel Sand geschluckt hat. Danach flog Richi eine Weile bei der Cathedral umher, die in Wirklichkeit ein Loch in einem riesigen Fels ist. Auf einmal funkte mir Richi, ich solle unbedingt schauen, es habe Delphine im Meer. Nach etwas Geduld konnte ich endlich endlich einen langersehnten Traum in Erfüllung gehen sehen. Fröhlich sprangen die Delphine umher und ritten mit den Wellen. Es war einfach ein unbeschreibliches Gefühl von den Klippen diesen Ausblick haben zu dürfen. Ich schaute sehr lange zu, da man die Delphine schon bald wieder aus den Augen verlor. Richi landete nach einer Weile und wir entdeckten zwei Fahrzeuge, die wir bereits in San Pedro de Atacama in Chile gesehen hatten. Wir liefen hinüber und plauderten ein wenig mit den zwei deutschen Pärchen, die fast ein Jahr bzw. unbeschränkt umherreisen. Als der Wind wieder ein bisschen nachliess, wollten wir noch einen Tandem machen. Na ja, dies war wohl einer der kürzesten Flüge, die wir erlebt hatten. Er dauerte wohl eine Minute, bis wir im Abhang im Sand landeten. Der Wind hatte nämlich nachgelassen und somit dauerte die Vorbereitungszeit, die Richi's Ansicht nach etwas zu lange gedauert hatte und das Aufräumen etwa 10 Mal länger. Ein Peruaner mit Feldstecher kam zu uns hergelaufen und erklärte uns sehr weise, dass es verboten seie, zu fliegen. Tja, da wir uns in einem offiziellen Schulungsgebiet befanden, das sich in jedem Flugführer befindet, konnten wir dies nicht so ganz ernst nehmen und auch Jose, der hier eine Flugschule hat, hat uns an diesen Platz verwiesen. Tja, dies ist einer der Gründe, weshalb wir uns freuen, in die ehrliche Schweiz zurück zu kehren. Trotzdem verabschiedeten wir uns ein bisschen wehmütig von dem blendenden Panorama. Danach fuhren wir in die Stadt, wo wir eines der vielen Fischmenus genossen und fuhren daraufhin wieder zurück zu Joses Haus, wo wir das Bussji parkiert haben.

Schaufeln im Sand

Richi über der Klippe

Büssli auf der Klippe

Mirella bei Delfine beobachten

Büssli bei der Cathedral

Di 12.Juni. Fahrt nach Lima

Am Morgen durften wir nochmals die Kajaks von Jose ausleihen. Dieses Mal borgten wir uns zwei einzelne aus, um den Unterschied zum Tandem zu sehen. Leider konnten wir keine Delphine beobachten, es war jedoch himmlisch, am Morgen im stillen Meer in diesen Kajaks zu rudern. Dieser Sport gefällt uns beiden sehr. Wir sahen wieder viele Vögel, die sich buchstäblich ins Wasser stürzten und kleine Fische, die ab und zu aus dem Wasser sprangen. Nach einiger Zeit im Internet zurück in Jose's Haus, machten wir uns auf Richtung Lima, unserer letzten Destination auf dieser Reise. Beide freuen wir uns sehr nach Hause zu kommen, dies vor allem, um Familie und Freunde wieder zu sehen und in einem Land sein zu dürfen, wo Ehrlichkeit herrscht. Auch auf die einheimische Küche freuen wir uns sehr und natürlich ganz fest auf ein eigenes Badezimmer. Alles andere konnten wir im Bussji gut geniessen, der Komfort hat uns nicht sehr gefehlt. Trotz allem ist es natürlich komisch, diesen Traum bald einmal zu beenden und darauf zurück zu blicken. Aber der Schweizer Sommer ist viel wärmer und schöner als hier der Winter, bei dem wir oft frieren. In Chincha machten wir einen Zwischenstopp, um etwas zu essen. Als ich in die Toilette ging, übergab ich Richi meine Handtasche, um auf sie aufzupassen. Man muss leider sehr auf der Hut sein. Als ich zurück kam, fragte ich nach meiner Sonnenbrille, die ich erst gerade in Bolivien gekauft hatte und die auf dem Tisch lag. Richi erklärte, dass während ich auf der Toilette war, eine arme Frau kam, die sagte, dass sie an Krebs leide und sehr arm seie. Daraufhin stand er auf, und ordnete an der Theke eine Pizza für diese Frau. Sie hat sich sicher gefreut und sich damit bedankt, dass sie in der Zwischenzeit meine Sonnenbrille geklaut hat. Nachdem mir am ersten Tag in Peru 100 Soles aus der Hosentasche geklaut wurden, bin ich ziemlich sauer. Am Abend hatten wir ein Gespräch mit Jose und Katie, die überhaupt nicht erstaunt darüber waren und sagten, dass dies eine der üblichen Maschen der Peruaner seie. Sie können zum Teil nicht einmal ihren eigenen Angestellten trauen. Tja, wir müssen leider beide zugeben, dass wir genau die gegenteilige Meinung über die Indios haben, die wir vor unserer Reise hatten. Und leider geht es hier fast allen restlichen Einheimischen so....
Im nahen Shoppingcenter gingen wir mit Jose, Katja und Toni, dessen Flug heute Abend schon nach Hause ging, zum Essen. Es hatte viele kleine Fastfood Läden mit einer grossen Auswahl. Anschliessend gingen wir ins Kino wo wir uns Prates of the Carribbean, Teil 3 anschauten.

Mototaxi

Mototaxi

Mi 13.Juni. Miraflores - Verschiffungspapiere

Am Morgen suchte ich gleich das Büro von Octavio auf. Er arbeitet für BG Logistics, die unser Büssli nach Europa bringen werden. Wir gingen alle Papiere durch, die wir für die Verschiffung brauchen. Dass es kompliziert werden würde hatten wir erwartet, aber es scheint wirklich kompliziert und umständlich zu werden mit all den Papieren. Da mit das alles sehr spanisch vorkahm, begleitete er mich. Als erstes gingen wir zu einer bestimmten Bank, wo wir 71.5 Soles auf ein Polizeikonto einbezahlen mussten. Mit dem Zahlungsabschnitt gingen wir zu diesem Polizeiposten, der für gestohlene Ware zuständig ist. Der Vorhof war voll von alten verstaubten Autos. Die Beamten waren aber gerade beim Zmittag, und so machten wir es ihnen gleich. Als der Beamte dann Zeit hatte, wollte er zuerst nicht, er sagte irgendein Papier würde noch fehlen. Octavio sagte ihm deutlich, dass das gemäss Aussage der Hafenbehörden das erste Papier sei, das wir hier bräuchten, und dass er jetzt gefällig seinen Job erledigen solle. Also kam er zur Fahrzeuginspektion, wo er die Fahrgestell- und Motorennummer vom Fahrzeug aufschrieb. Als ich so mit Octavio sprach, und ihm erzählte dass es auch noch VW-Busse mit Faltdach gibt, die zum verschiffen einfacher und preiswerter seien, meinte er erstaunt, ups, er habe einen Standardcontainer organisiert.
Mirella ging mit Katja auf Shoppingtour in ein Stoffgeschäft.

Do 14.Juni. Miraflores - Notar

Wir standen spät auf, und erkundeten den nahen Parque del Amor, und liefen zum Shoppingcenter direkt auf der Klippe am Meer zum Zmittag. Am Nachmittag suchten wir Octavios Büro auf, wo wir nochmals durchgingen, was für Papiere wir alles brauchen. Viele der Kopien müssen von einem Notar legalisiert werden. So begleitete uns Octavio zu einem Notar. Zwei Papiere musste ich vor dem Notar unterschreiben, und einen Fingerabdruck drauf machen. Auf einem davon steht, dass im Büssli weder Drogen noch Kulturgüter sind. Anschliessend wollten wir mit Jose und Katja etwas kleines essen gehen. Es gab aber ein paar kleine Verzögerungen, so dass wir direkt in den Spital fuhren, wo Katja eine Arztvisite hatte. Unter anderem ging uns das Benzin aus, und bei Jose's Auto funktionierten die Bremsen nicht mehr. Seine angestellten hatten die Räder gewechselt und verschwiegen, dass dabei das Auto runtergeknallt ist. Wir warteten im Spital im Cafe, wo es guten Kuchen gab. Danach fuhren Mirella und ich noch schnell zu einem Sportgeschäft, wo wir uns ein Kayak anschauten. Die scheinen in Peru einiges billiger zu sein als in Europa.

Fr 15.Juni. Miraflores - Containerprobe und kurzer Flug

Zusammen mit Octavio fuhren wir in den Norden Limas zu einem Containerdepot, wo wir schauen wollten, ob man unser Büssli wirklich nicht in einen Standardcontainer bringt. Da bestätigte sich, was wir eigentlich schon wussten: Keine Chance! Octavio kümmert sich jetzt darum, eine Alternativlösung zu finden, ohne dass wir dabei mehr bezahlen müssen. Am Nachmittag sah ich Schirme in der Luft, und war mit meinem Schirm schnell zur Stelle. Der Wind war so schräg, dass man gerade noch knapp fliegen konnte ohne abzusaufen. Nach 10 Minuten bangen, ob der Wind wohl noch ein Grad schräger komme, landete ich wieder beim schönen Grasstartplatz, und schüttelte noch den Sand von Paracas aus dem Schirm. Mirella schaute derweil zu, und wollte Fotos machen, doch sie erwartete wohl einen längeren Flug. Anschliessend schraubten wir beim Büssli ein Nummernschild ab, machten davon eine Fotokopie und liessen diese von einem Notar legalisieren. Lustig, was man hier alles für's verschiffen braucht.

Richi in der Luft

Blauer Himmel

el Beso im parque del amor

Sa 16.Juni. Miraflores - langer Tandemflug

Nach einem teuren Frühstück bei Starbucks trieben wir uns noch etwas im Shoppingcenter umher, vor allem in Kleiderläden. Jose sagte, dass die Kleider hier um einiges günstiger als in Europa seien. Für normale Kleider mag das stimmen, aber nicht für Marken-Sportbekleidung. Dann sahen wir plötzlich einen Gleitschirm vor dem Shopping in der Luft, er hatte auf beide Seiten gleich viel Vorwärtsfahrt. Augenblicklich war unsere Shoppingtour zu Ende. Wir holten den Tandem und flogen an die zwei Stunden an der Klippe hin und her. Der Wind war perfekt, nur der Nebel war etwas tief. Wir konnten weit links und rechts an der Klippe hin und hersoaren, nur am Marriot konnten wir nicht hochsoaren, da die Hoteltürme halb im Nebel waren.
Am Abend gingen wir mit Jose und Katie in einen Social-Club wo sie Mitglieder sind zum Abendessen. Der Club ist im einzigen Privatstrand von ganz Peru. Das ist ein richtiger Highsocietyclub, um Mitglied zu werden bezahlt man 50'000 USD. Das Essen war supergut und günstig.

So 17.Juni. Miraflores - Vatertag

Nachdem wir unsere Lieben zu Hause angerufen haben, gingen wir mit Octavio in ein gutes italienisches Restaurant zum Mittagessen. Anschliessend fuhren wir etwas in der Gegend umher um einen Ort zu finden, wo wir unser Chemieklo leeren konnten, damit dieses die lange Reise sauber und leer antreten kann.

Mo 18.Juni. Miraflores - kurzer Tandemflug

Nach einem Besuch in Octavio's Büro fuhr ich mit einem Taxi zu einer Polizeistelle in einer schlechten Gegend Limas, wo ich einen Zettel abholen musste. Mirella fing in der Zwischenzeit an das Büssli zu putzen und aufzuräumen. Nach dem Mittag machten wir unseren letzten Tandemflug in Südamerika. Der Wind war etwas südlich, aber der Nebel war höher, so dass wir uns von oben den Marriot Hoteltürmen nähern konnten. Es war aber recht kalt, so landeten wir diesmal schon nach einer halben Stunde. Am Abend gingen wir mexikanisch essen, und diskutierten danach noch eine Weile mit Jose und Katja.

Shopping larco mar

Marriot Hotel

Startplatz

Di 19.Juni. Miraflores - Büssli aufgeben

Am Morgen um 10 hatten wir mit Octavio abgemacht, um zum Terminal zu fahren, und unser Büssli in den Container zu packen und aufzugben. Vorher luden wir noch alles Gepäck ins Büssli und bereiteten es auf die Reise vor. Doch dann kam Octavio und sagte die Leute im Terminal hätten den Container noch nicht bereitgemacht. Wir müssten warten bis der Container bereit sei, sonst lohne es sich gar nicht überhaupt loszufahren. In der Zwischenzeit organisierte Jose für uns, dass wir bei einer Fabrik zwei neue Kayaks abholen können. Wir sprachen über Jose's Flugkombis, für die er einen Europadistributor (möglicherweise Paraeasy) sucht. Um ca 14:00 kam Octavio und sagte wir könnten jetzt los. Zuerst fuhren wir schnell bei einer Lagerhalle vorbei, um die Kayaks abzuholen, und dann zum Terminal, wo der Container bereit sein sollte. Der war aber immer noch nicht bereit, und so warteten wir mal zwei Stunden vor dem Tor. Das Taxi, das Octavio für die Rückfahrt bestellt hatte, liessen wir gleich mitwarten, da die Gegend bei Dunkelheit nicht gerade sicher sei. Irgendwann hiess es dann der Container sei jetzt bereit, wir könnten jetzt kommen. Mirella wartete im Taxi, da jede Person mehr immer Probleme bedeutet, selbst Octavio wollten sie zuerst nicht reinlassen. Nachdem ich innen im Büssli eine halbe Stunde wartete liessen sie ihn dann endlich rein. Zusammen warteten wir eine weitere Stunde, bis wir auf die Waage fahren konnten. Octavio erklärte mir, dass die Indio-Beamten uns absichtlich schlecht behandelten um den Weissen alles zurückzuzahlen was die Spanier den Indios schlechtes getan haben. Nach der Waage konnten wir dann schliesslich zum Container fahren. Auf die Rampe mussten wir dann nur noch eine halbe Stunde warten. In der Zeit liessen wir schon mal bei den hinteren Rädern etwas Luft ab. Nachdem wir den Dachträger letzte Woche demontiert haben, passt das Büssli mit halb platten Reifen und ein paar Leuten auf der hinteren Stosstange zum Federn zusammendrücken gerade knapp in einen Highcube Container. Die Highcube Container gibt es nur mit 40 Zoll Länge, und so hätte locker noch ein zweites Fahrzeug Platz. Ein Opentop Container ging nicht, weil die Schiffahrtslinie es nicht erlaubte, dass der Inhalt höher als die Containerwände sind. Sobald das Büssli im Container drin waren kamen sicher 10 Peruaner, die es drinnen mit Seilen festmachten, dass es beim verladen nicht verschoben wird. Als das Büssli endlich im Container war, war es schon nach 20 Uhr, und der Zoll arbeitete nicht mehr, so dürfen wir morgen nochmal hierher kommen. Den Tag hatten wir uns eigentlich anders vorgestellt, und auch Octavio konnte kaum glauben, dass man für so etwas einfaches wie in den Container zu fahren einen ganzen Tag braucht. Anschliessend kam er noch mit uns mit zu einem mexikanischen Znacht. Er sagte uns, dass es wohl einfacher seie den Zoll morgen zu schmieren. Wir wollen das aber nicht, und werden mal sehen.

Mi 20.Juni. Lima - Rückflug

Wiederum hatten wir mit Octavio um 10 Uhr abgemacht, um noch die Zollformalitäten zu erledigen.Vorher gingen wir zum Zmorgen ins Shoppingcenter. Als Octavio dann vor der Tür stand, und das Taxi auch schon da war, sagte er, wir könnten erst um 14 Uhr zum Zoll, und es würde auch nichts bringen früher hinzufahren. Die Idee, das Gepäck einzuchecken bevor wir zum Terminal fahren funktionierte leider nicht, da kein Iberia Checkin Schalter offen hatte. Als wir um 14 Uhr beim Neptunia Terminal waren, trafen wir Raul, der für Octavio einsprang. Doch weder der Zollagent noch der Mann vom Zoll waren hier. Diese trafen um 15 Uhr ein. Wir wiesen den Zollagenten freundlich daraufhin, dass wir um 17 Uhr am Flughafen sein müssen. Entgegen den Befürchtungen lief die Zollinspektion dann ganz flott. Der Zöllner schaute alle Papiere an, besichtigte das Büssli im Container und versiegelte anschliessend den Container. Wir machten auch unser Schloss an den Container. Rechtzeitig konnten wir somit zum Flughafen fahren, wo der Checkin Schalter erst nach einer halben Stunde aufmachte. Der Rückflug ging wieder über Madrid. Über dem Atlantik konnten wir beide etwas schlafen.

Hafenbesucherin Mirella

Hafenbesucher Richi

Aufzeichnung unserer Reiseroute

Mit einem Klick auf die Karte kann die kmz Datei für Google Earth heruntergeladen werden:
Reiseroute

Preisvergleiche der Länder

Land Argentinien Brasilien Chile Bolivien Peru
Währung Peso Real Peso Boliviano Sol
1 CHF =
2.13
1.53
370.37
5
2.22
Benzin 1L in Landeswährung
1.7 - 1.9
2.2 - 2.8
591 - 735
3.74 - 3.85
2.5 - 3.45
Benzin 1L in CHF
0.8 - 0.89
1.44 - 1.83
1.6 - 1.98
0.75 - 0.77
1.13 - 1.55
Essen in Landeswährung
10 - 30
4 - 30
2'900 - 20'000
10 - 40
15 - 54
Essen in CHF
4.7 - 14.1
2.6 - 19.6
7.85 - 54
2 - 8
6.76 - 24.30
Uebernachtungsplatz mit Dusche in Landeswährung
0 - 2
0 - 3
0 - 1500
7 - 56
10 - 20

Unsere Highlights

Landschaftlich
Fliegerisch
Peninsula Valdes
Iguazu Wasserfälle
Florianopolis
Guarapari
Rio de Janeiro
Parati
Paso agua negra
Paso de Jama
Salar de Uyuni
Titicacasee
Machu Picchu
Nazca Linien
Paracas
Wettkampf im Flachen ab der Winde in Carlos Casares
Valadares Open
Tagessieg Argentinische Meisterschaft in Famatina
Paramotor in Maitencillo
Strecke mit dem Tandem Iquique
Berg entjungfert in der Nähe von La Paz
Fliegen im Heiligen Tal der Inkas bei Cusco


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